Spielplatz-Sanierung bald abgeschlossen Blanker Hans soll Mitte Mai wiedereröffnet werden

Aufgeräumt und kreativ wirkt der neue Blanke Hans: Bunte Spielgeräte aus Holz, die Rutsche ist gleichzeitig eine Art Baumhaus, es gibt Kletter- und Balanciermöglichkeiten, Wippen und natürlich auch Schaukeln.
22.04.2021, 05:00
Lesedauer: 4 Min
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Von Matthias Holthaus

„Der erste Bauabschnitt ist Ende März fertig geworden, in der 18. oder 19. Kalenderwoche wird wohl die Eröffnung sein“, berichtet Nadine Barutcu vom Fachdienst Spielraumförderung des Amtes für Soziale Dienste. Maritime Farben wie Blau, Weiß und Rot dominieren den neuen Spielplatz. Ein besonderer Clou ist neben einem Fernrohr das „Telefon“, das an der Rutsche steht: Ein stählerner Trichter, in den die Kinder hineinsprechen können. Unter der Erde verläuft ein Rohr, das 20 Meter entfernt wieder herauskommt, dort steht dann ein weiterer Trichter – eine zwanglose Unterhaltung ist möglich.

Spielplatz mit Fußballtoren

Das alles ist eingebettet in ein saftiges Grün und dieses saftige Grün ist auch der Grund, warum der Spielplatz noch nicht für die Öffentlichkeit freigegeben ist: Frisch ausgesät, muss der Rasen noch anwachsen, außerdem steht noch der zweite Bauabschnitt an, dessen Ergebnis es ebenfalls in sich hat: Dann kommt noch eine Nestschaukel hinzu, zwei Bänke und eine Seilbahn. Und die Fußballtore werden bei dieser Gelegenheit auch noch vergrößert.

Ausgeheckt hat diese Ideen nicht ein Behördenmitarbeiter in seinem sterilen Büro, vielmehr gab es die Möglichkeit einer Beteiligung, die Menschen konnten bereits 2018 Vorschläge für die Ausgestaltung des Spielplatzes einreichen. Denn der bestehende, alte Spielplatz ist zuvor in die Jahre gekommen: Das hölzerne Spielschiff etwa, dessen Bug und Heck geteilt war und durch eine Seilbahn verbunden wurde, konnte Wind und Wetter letzten Endes nicht mehr viel entgegensetzen – es verwitterte. Und nachdem der Platz um die Jahrtausendwende das letzte Mal gestaltet wurde, hielt neben der natürlichen Abnutzung der Spielgeräte auch ein wenig Vermüllung Einzug.

Ein Leuchtturm als Klettergerüst

„Wir wollen, dass der Spielplatz auch genutzt wird und mit der Möglichkeit einer Beteiligung bei der Neugestaltung identifizieren sich die Nutzer dann mehr mit dem Platz“, sagt Nadine Barutcu. Ein individuelles Spielen sei nun möglich auf dem Platz, der unter dem Motto „Nordsee“ steht – sinnbildlich dafür steht dann auch ein rot-weiß geringeltes Leuchtturm-Spielgerät am Rand des Platzes. Die auf Spielplätze aus Naturholz spezialisierte Firma „Kinderspielkunst“ aus Ottersberg realisierte die Umsetzung der Wünsche aus dem Beteiligungsverfahren, der Umweltbetrieb Bremen wird die Unterhaltung des Platzes übernehmen.

„Spielplätze haben eine hohe Bedeutung“, sagt Nadine Barutcu, „dadurch, dass alles bebaut ist, brauchen wir auch Spielplätze, damit sich die Kinder entwickeln können.“ Neben der Bebauung des urbanen Raums hielten sich die Kinder dann auch noch zunehmend zu Hause auf, es muss also ein Anreiz geschaffen werden.
„Hier können sich Kinder erproben, können Sachen ausprobieren und sich treffen. Und sich mehr trauen – je mehr sie sich jetzt trauen, desto mehr werden sie sich später trauen.“ Die dichten Gebüsche am Rand des Spielplatzes dienen zudem ebenfalls zum Spielen und Entdecken.

Der Platz hat einen Kleinkinderbereich

Und auch die Eltern fänden hier einen Treffpunkt zum Austausch: „Viele Tagesmütter benutzen den Spielplatz, viele Kindergärten übrigens auch.“ Hier stehen Bänke bereit, um es den Eltern zum Beispiel zu ermöglichen, einen Blick auf ihre Kinder im Kleinkindspielbereich zu werfen. Unerfüllt geblieben ist jedoch der im Zuge des Beteiligungsverfahrens geäußerte Wunsch nach einem Witterungsschutz.
Bereits im November 2019 hieß es auf der Sitzung des Fachausschusses für Soziales und Armutsprävention des Ortsbeirates Huchting, dass es nicht nur an Geld dafür fehle, vielmehr gebe es auch genügend Bäume auf dem Platz, der die Kinder vor der Sonnenstrahlung schützen könnte. Ebenso wenig konnte der Wunsch nach WLAN sowie nach einem Volleyballfeld erfüllt werden.

Der Einzugsbereich des Spielplatzes ist groß: „Es ist der einzige öffentliche Spielplatz zwischen der Huchtinger Heerstraße, Huchtinger Bahnhof und dem Park Links der Weser“, erzählt Nadine Barutcu über den 4786 Quadratmeter großen Spielplatz.

Erste Sanierung nach 18 Jahren

Normalerweise sei eine Auffrischung eines Spielplatzes nach zwölf Jahren fällig – hier habe es nun mehr als 18 Jahre gedauert, doch nun ist der Platz für die Zukunft gerüstet: „Es gibt zum Beispiel nun auch Stahlstandfüße, dann hält’s auch länger.“ Diese Auffrischung kostet insgesamt 210.000 Euro, davon fallen auf den ersten Abschnitt 155.000 Euro, auf den zweiten 55.000 Euro, wobei da alleine schon die Seilbahn 26.000 Euro kostet.

Von der Bremer Sozialbehörde kamen 200.000 Euro, 10.000 Euro gab es von der Initiative „Gofus“, einem Zusammenschluss ehemaliger und aktiver Fußballprofis, die Golf spielen und sich daneben für den guten Zweck engagieren. Das finanzielle Engagement hat sich augenscheinlich gelohnt.

„Man kann der Kreativität freien Lauf lassen“, sagt Nadine Barutcu über den Platz, die darüber hinaus vom Beteiligungskonzept überzeugt ist: „Wir sehen die Kinder als Experten für ihren Platz“, sagt sie, deshalb gehöre ihre Beteiligung bei der Planung zum Konzept. „Dann kommt so etwas Schönes dabei heraus“, meint Barutcu.

Info

Zur Sache

Hier laufen alle Fäden zusammen

Der Fachdienst Spielraumförderung des Amtes für Soziale Dienste fungiert als Träger der Spielplätze und ist für diese zuständig. Er begleitet das Beteiligungsverfahren und beauftragt die Unterhaltungsträger. Zudem berät und unterstützt er Initiativen bei der Pflege, dem Erhalt und der Unterhaltung von Spielplätzen. Es geht darum, Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche zu schaffen und sie dauerhaft zu erhalten Außerdem ist der Fachdienst Ansprechpartner bei Problemen, Mängeln oder auch wenn es möglicherweise Konflikte mit Anwohnern gibt. Die Stadt Bremen finanziert die Sanierung und Erneuerung von Spielplätzen mit insgesamt jährlich über einer Million Euro aus dem Haushalt der Sozialsenatorin. Kinder werden dabei in die Planungen regelmäßig mit einbezogen. Planung und Bau liegen beim Umweltbetrieb Bremen.

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