Gefahr auf Schulgelände in Huchting

Erstmals Nest des Eichenprozessionsspinners in Bremen entdeckt

Der Eichenprozessionsspinner gilt mit seinen langen Härchen als
17.06.2021, 15:23
Lesedauer: 2 Min
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Erstmals Nest des Eichenprozessionsspinners in Bremen entdeckt
Von Malte Bürger
Erstmals Nest des Eichenprozessionsspinners in Bremen entdeckt

So sehen die Raupen des Eichenprozessionsspinners aus (Archivfoto).

Friso Gentsch/dpa

Immer wieder warnen Experten vor den Raupen des Eichenprozessionsspinners, deren lange Brennhaare allergische Hautreaktionen, Augenreizungen, Husten, Halsschmerzen oder Fieber auslösen können. Nun ist ausgerechnet auf dem Schulgelände der Roland zu Bremen Schule in Bremen-Huchting ein Nest des Schädlings entdeckt worden. Das teilte das Gesundheitsressort am Donnerstag mit. Damit Kinder und Erwachsene den Tieren nicht zu nahe kommen, wurde der Bereich abgesperrt. Ein Schädlingsbekämpfer kümmert sich derzeit um die Entfernung des Nestes. "Alle anliegenden Bewohnerinnen und Bewohner sind dazu aufgerufen, die befallenen Gebiete zu meiden, ebenso wie die Gebiete in einem Umfeld von 50 Metern", heißt es in einer Pressemitteilung.

Aber auch wer in der Umgebung unterwegs ist, sollte darauf achten, sämtliche Hautflächen zu bedecken und die Raupen selbst oder ihre Nester keinesfalls zu berühren. Auch auf das Sitzen im Gras oder auf dem Boden sollte laut Gesundheitsressort erst einmal vorsorglich verzichtet werden, da sich auch in einiger Entfernung die gefährlichen Härchen befinden können. Falls es doch zu einem Kontakt und einer allergischen Reaktion auf der Haut kommt, wird empfohlen, keinesfalls an den betroffenen Körperstellen zu kratzen. Stattdessen sollte möglichst schnell geduscht und die Kleidung bei einer Temperatur von mindestens 60 Grad Celsius gewaschen werden, erklärte die Behörde. So könne das in den Härchen enthaltene Nesselgift unschädlich gemacht werden. Im Falle von weiteren gesundheitlichen Beeinträchtigungen solle auf jeden Fall ein Arzt oder eine Ärztin aufgesucht werden.

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Der Eichenprozessionsspinner lebt bevorzugt in trocken-warmen Lebensräume, nach Angaben der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald breitet er sich immer mehr in Deutschland aus. In der Region und auch in Bremen sind sie vereinzelt aufgetreten, wie etwa Tim Großmann, Direktor des Bürgerparks, kürzlich erklärte. Und jetzt eben erstmals mit Fund eines Nestes in Huchting.

Ein Erkennungsmerkmal des baldigen Schmetterlings sind große Gespinstnester, die am Stamm von Eichen oder an deren Astgabeln hängen. Wie in einer Prozession, die mehrere Meter lang werden kann, bewegen sich die Raupen von dort aus fort. Die gesamte Raupenperiode dauert von Anfang Mai bis ungefähr Ende Juni an, ehe es zur Verpuppung kommt. Der Schmetterling ist nachtaktiv und bis in den September hinein unterwegs.

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