Förderverein hat es gerettet

Anlaufstelle auch für Schulen und Vereine

Seit 40 Jahren wird das Hallenbad Huchting gern besucht – Schwimmer müssen sich noch gedulden
15.10.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt
Anlaufstelle auch für Schulen und Vereine

Das Hallenbad Huchting wurde saniert und hat zum 40-jährigen Bestehen unter anderem eine neue, helle Decke bekommen.

Roland Scheitz

„Das Hallenbad Huchting hat eine neue Innendecke erhalten, das Dach des Umkleide- und Eingangsbereichs wird erneuert, und auch die Beschilderungen ändern sich“, sagt Jan Fries, Staatsrat der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport an diesem besonderen Tag, an dem 40 Jahre Schwimmbad in Huchting gefeiert werden. „Und das Bad hat auch eine Besonderheit: Einen Förderverein, der sich unter der Leitung von Elke Thieme für das Bad stark gemacht hat.“

Dieser Verein hatte sich gegründet, als nur 13 Jahre nach der Eröffnung im Jahr 1980 das Hallenbad Huchting schon wieder geschlossen werden sollte: „In Huchting stimmen die Zahlen nicht, da ist zu wenig los, das können wir schließen“, sagte der damalige Senator für Inneres und Sport, Friedrich van Nispen (FDP). Doch Elke Thieme setzte sich, gemeinsam mit rund 70 Mitstreiterinnen und Mitstreitern für den Erhalt des Bades ein, gab regelmäßig Pressemitteilungen heraus, rief einen runden Tisch ins Leben und intervenierte periodisch bei der Huchtinger Wirtschaft – so konnte sie den Senator anlässlich seines Besuchs, bei dem das Bad proppevoll war, überzeugen.

SUD Huchting 40 Jahre Hallenbad

Elke Thieme engagiert sich als Vorsitzende des Fördervereins für das Bad.

Foto: Roland Scheitz

„Es bleibt, so etwas können wir nicht schließen“, sagte der Senator, doch auf den Förderverein kam damit auch viel Arbeit zu. Denn er hatte sich vorgenommen, die Kosten für das Hallenbad zu halbieren. Mit finanzieller Unterstützung durch die Programme Wohnen in Nachbarschaften (Win) und weitere Fördergelder kamen Liegewiese, Sauna und eine Gymnastikhalle hinzu.

Das Hallenbad Huchting wurde gebaut, weil der damalige Bremer Senat die soziale Lage der Stadt weiter verbessern wollte. Der Ausbau der städtischen Infrastruktur ging mit dem Bau neuer Hallenbäder einher, denen dabei hohe Priorität eingeräumt wurde. Von Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre entstanden sechs neue Hallenbäder in Bremen – 1975 im Bremer Westen, 1977 in Tenever, 1978 das Universitätsschwimmbad, 1979 eines in Sebaldsbrück sowie das Bad am Osterdeich und 1980 das Hallenbad Huchting.

SUD Huchting 40 Jahre Hallenbad

Betriebsleiterin Sabrina Winkler freut sich auf die Eröffnung für alle Anfang Januar.

Foto: Roland Scheitz

Seit nunmehr 40 Jahren ist das Hallenbad Huchting eine Anlaufstelle für Schwimmer, Vereine, Schulen und Kursteilnehmer und zählt bei einer regulären Öffnung im Durchschnitt mehr als 100 000 Besuche pro Jahr. Damit hat das Hallenbad Huchting einen festen Platz im Freizeitverhalten der Bevölkerung. Da es trotz seiner geringen Größe – mit fünf Bahnen von 25 Metern Länge – viel Charme ausstrahlt, wird es auch von Bewohnern aus dem Umland, der Neustadt und dem Bremer Westen gern besucht. Schulen und Vereine nutzen es für ihre Trainingseinheiten, und das Hallenbad bietet auch Schwimm- und Aqua-Fitnesskurse an.

Anlässlich des „runden Geburtstags“ hatte die Bremer Bäder GmbH zu einer Feierlichkeit eingeladen, bei der Staatsrat Jan Friese auch seinen Dank gegenüber Elke Thieme, der Vorsitzenden des Fördervereins, aussprach, die stets großen Einsatz und Engagement für das Hallenbad gezeigt habe. „Wir haben es gerettet, und ich wünsche mir zukünftig viele Menschen im Wasser“, sagte Elke Thieme.

Anfang Januar 2021 soll das Hallenbad Huchting wieder für die Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Dann erwartet die Besucher ein saniertes Bad: Eine neue Decke aus Glas wird den Schall besser absorbieren als die Holzdecke vorher, und durch eine neue LED-Beleuchtung wird auch Energie gespart. Derzeit wird auch neues Material für das Dach verlegt – draußen stapelt sich in Containern noch die Teerpappe vom alten Dach. Boden und Wandfliesen, die ebenfalls sanierungsbedürftig sind, sollen hingegen später erneuert werden.

SUD Huchting 40 Jahre Hallenbad

Ein Blick aus dem Bad auf den Garten mit Sauna, Barfußpfad und Liegebereich, den Ruhebedürftige gerne nutzen.

Foto: Roland Scheitz

Unverändert bleibt die Sauna, die über einen Garten mit Holzhütte und Barfußpfad verfügt. „Die Sauna nutzen besonders Leute, die Ruhe brauchen, denn hier hört man so gut wie keinen Straßenlärm“, erklärt Sabrina Winkler, Betriebsleiterin des Huchtinger Bades, die anlässlich der 40-Jahr-Feier eine Führung durch das sanierte Hallenbad anbot. Es ging auch in den Keller, gleichsam das Herz des Hallenbades, in dem die Heizung für die angenehmen Badetemperaturen sorgt und die Osmose-Anlage das Wasser wieder aufbereitet. Große Packungen mit Aktivkohle und Marmorkies in verschiedenen Körnungen stapeln sich dort.

„Dieses Jahr ist durch die Corona-Pandemie ein besonders schweres“, sagte Staatsrat Jan Fries. Zwar läuft der Betrieb seit dem 14. September wieder, doch bisher ist das Hallenbad Huchting nur für Schulen und Vereine geöffnet, die sich sonst im Südbad in der Neustadt aufhalten, dass derzeit geschlossen ist.

Nur maximal acht Personen pro Schwimmbahn sind erlaubt. Und entsprechend den Sicherheits- und Hygienevorschriften müssen sich die Besucher entlang eines Einbahnstraßenkreises bewegen. „Und bis das Hallenbad Huchting auch wieder für die Öffentlichkeit geöffnet ist, liegen noch drei harte Monate vor uns“, sagte Sabrina Winkler.

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