Werner-Damke-Steg in Huchting Geplanter Abriss sorgt für Empörung

100 Meter über Holzplanken muss jeder laufen, der den Werner-Damke-Steg in Huchting nutzt. Doch die bewährte Abkürzung soll bald abgerissen werden – Huchtinger Politiker und Anwohner protestieren.
28.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Karin Mörtel

Es bleibt die umstrittenste Wegeverbindung in Huchting: Der hölzerne Werner-Damke-Steg entlang der Varreler Bäke soll offenbar abgerissen werden. Das geht aus einer Antwort des Senats auf eine Anfrage des Huchtinger CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Hartmut Bodeit hervor.

Der etwa 100 Meter lange Holzbohlensteg verbindet auf Höhe der Landesgrenze zu Niedersachsen das Wohngebiet rund um die Sackgasse Roggenkamp mit der Huchtinger Heerstraße. Bodeit erkundigte sich als Mitglied der Baudeputation danach, ob es für den Erhalt oder Neubau des maroden Stegs bereits eine Planung gebe. Denn seit Jahren versucht der Huchtinger Beirat, dem er ebenfalls von 2011 bis 2015 angehörte, den Steg als wichtige Wegebeziehung zu erhalten.

Werner-Damke-Steg nicht verkehrssicher

Die Antwort aus dem Bauressort geht allerdings in eine ganz andere Richtung: „Ein ersatzloser Rückbau der Steganlage wird für das dritte Quartal 2021 vorbereitet, da eine Gewährleistung der Verkehrssicherheit nicht länger garantiert werden kann“, heißt es darin.

Für diese Entscheidung werden mehrere Gründe genannt. Zum einen sei aufgrund des schlechten baulichen Zustands des Stegs ein Ersatzneubau nötig, um die Wegeverbindung aufrecht zu erhalten. Dieser könne jedoch nicht barrierefrei gestaltet werden. Außerdem werde ein solcher Neubau „auf Grund der privaten Grundstücksrechte, der fehlenden Berücksichtigung im Bebauungsplan und dem geschützten Gewässer Varreler Bäke als nicht genehmigungsfähig eingestuft“, heißt es in dem Antwortschreiben des Senats.

„Jahrelang haben wir hier im Stadtteil und im Beirat für den langfristigen Erhalt des Stegs gekämpft. Doch jetzt plant die rot-rot-grüne Koalition den ersatzlosen Abriss. Dadurch entstehen den Anwohnern viele Umwege“, sagt Bodeit. Das gelte beispielsweise für den Weg zur Haltestelle an der Huchtinger Heerstraße. Die Wegeverbindung für Radfahrer würde komplett entfallen.

„Ich habe während der Deputationssitzung appelliert, die Entscheidungen noch einmal zu überdenken“, erklärt Bodeit. Schließlich lasse sich aus dem Bebauungsplan 2138 und dem Landschaftsschutzprogramm Bremen aus dem Jahr 2015 eine bauplanerische Grundlage für diesen Steg ableiten. „Vor dem Hintergrund der Sanierung des Rad- und Gehweges der Huchtinger Heerstraße in diesem Teilabschnitt und der zukünftigen Straßenbahnlinie 1 bis zur Brüsseler Straße/Huchtinger Heerstraße ist diese Entscheidung nicht nachvollziehbar“, so Bodeit.

Wegegemeinschaft Roggenkamp äußert sich zu Abrissplänen

Ähnliche Argumente sind aus dem Huchtinger Ortsamt zu hören: „Wir sind schockiert über die Aussage, dass der Steg ersatzlos abgerissen werden soll“, sagt Ortsamtsleiter Christian Schlesselmann. Er gehe davon aus, dass sich der Beirat weiter für den Erhalt einsetzen werde. Auch Maria Jahnke von der Wegegemeinschaft Roggenkamp zeigt sich empört über die Abrisspläne und versichert: „Wir kämpfen weiter für den Erhalt des Werner-Damke-Stegs.“

Erst 2019 hatte der Beirat das Angebot unterbreitet, aus eigenen Mitteln 50.000 Euro für einen Neubau bereitzustellen. Ende 2020 hat der Beirat zudem einen Haushaltsantrag gestellt, in dem er die Bereitstellung der nötigen Mittel für den Ersatz der Wegeverbindung fordert. Die Baubehörde geht derzeit von Kosten aus, die sich auf 375.000 bis 400.000 Euro belaufen.

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