Nahererholung am Sodenmattsee in Bremen

Wieder freier Blick aufs Wasser

Die Parkanlage rund um den Sodenmattsee wurde auch dank Städtebauförderung vollständig saniert. Rund ein Drittel der Mittel stammten aus dem Förderprogramm Städteumbau West.
03.10.2018, 17:45
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Margot Müller

Den Sodenmattsee kann man jetzt ganz neu entdecken und wortwörtlich von einer anderen Seite erleben. Man kennt die westliche Zufahrt über die Straße „Am Sodenmatt“ zur Badebucht mit dem beliebten Sandstrand. Und auf der Ostseite ab dem Huchtinger Hallenbad gibt es die bekannten Hügel, wo der Spielplatz mit Kletterturm sowie der Platz mit der „Linse“ zu finden sind. Wie viele andere Bremer Seen, ist auch der Sodenmattsee den umfangreichen Straßenbauarbeiten der 1960er-Jahren zu verdanken. Einst als Sandquelle ausgehoben, sorgt der Baggersee seitdem jeden Sommer für Badespaß. Die Grünanlagen um den See mit anfänglich einfachen Wanderwegen hatten sich nach und nach weiterentwickelt. Aber die sieben Hektar große Fläche bis zum Mittelshuchtinger Fleet wirkte zuletzt wenig einladend.

Durch stark eingewachsene Uferbereiche war der Grünzug in die Jahre gekommen und quasi in einen „Dornröschenschlaf“ gefallen, wie Falko Bries vom Stadtteilbeirat formulierte. „Nun ist es endlich wieder so geworden, wie ich es früher aus meiner Kindheit kannte. Man kann jetzt den Blick auf den See wieder großzügig genießen“, freut er sich. Nachdem die Bremer Umweltbehörde 2016 entschieden hatte, diesen Park in einem gemeinschaftlichen Projekt mit der Städtebauförderung vollständig zu sanieren, ist eine ganz neu gestaltete „Grüne Mitte Huchtings“ fertig geworden. Durch die Umsetzung einer grunderneuernden Freiraumplanung sind unter anderem grüne Rasenflächen entstanden, die an acht Stellen direkt am See mit befestigten Sitzplätzen und knallgrünen Parkbänken zum Verweilen einladen. Insgesamt zeigt sich hier eine nunmehr weit überschaubare herrliche Parklandschaft.

Barrierefreie und beleuchtete Wege

Am vorigen Freitag erfolgte die feierliche Übergabe der neuen Parkanlage an die Stadtteilbewohner. Das Gelände war mit bunt geschmückten Holzstäben dekoriert. Eine Trommelgruppe mit Kindern von der Schule Robinsbalje begrüßte die Besucher und Gäste zur Einweihung. Am Fuß des frisch bepflanzten Aussichtshügels gegenüber vom Badestrand mit der DLRG-Station war unter einem Zeltdach eine kleine Gesprächsrunde zusammengekommen. Tafeln mit Kartenzeichnungen und Abbildungen informierten über den Gesamtablauf der Sanierung.

Staatsrat Ronny Meyer lobte alle Beteiligten zu dem gelungenen Ergebnis des sanierten Grünzentrums. „Der naturnahe Sodenmattsee bietet mit seinem Park großen Erholungswert für die Huchtinger Bürger und insgesamt einen positiven Klimaeffekt für die ganze Stadt“, sagte er zur offiziellen Eröffnung. Innerhalb von zwei Jahren hätte man es geschafft, hier die Aufenthaltsqualität wesentlich zu verbessern. Vor allem für die Menschen in den umliegenden Mietwohnungen sei dies eine große Bereicherung.

Moderatorin Iris Bryson, Referentin der Grünordnung beim Bremer Umweltsenator, fragte Ortsamtleiter Christian Schlesselmann, ob er mit der neuen Infrastruktur zufrieden sei. Dieser freute sich besonders über die umfangreichen festen Wegeverbindungen für Radfahrer und Spaziergänger, die nun auch barrierefrei sind. „Ein großes Plus ist auch die durchgehend realisierte Wege-Beleuchtung, die wir nach einem Bürgerantrag vom Ortsamt mitfinanziert haben“, sagte Schlesselmann mit Blick auf die bald anstehende dunkle Jahreszeit. Schließlich sind es auch Schulwege, die hier verlaufen. Wichtig sei nun, dass auch alles so bleibt und die Pflege der Grünanlagen funktioniert.

Ein Drittel finanzierte der Bund

Die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen wurde aus mehreren Töpfen geleistet, wie Jana Wuttke vom Umweltbetrieb Bremen anschließend erläuterte. Insgesamt betrugen die Kosten für das ambitionierte Projekt rund 850 000 Euro, mit dem Löwenanteil von 423 000 Euro von Stadtgrün und 260 000 Euro an Mitteln der Städtebauförderung aus dem Bund-Länder-Programm „Stadtumbau West“. Nicht zuletzt waren auch die swb und das Sportamt mit kleineren Anteilen dabei. Das war dann Grund genug für alle, gemeinsam die „Sodenmatt-Torte“ anzuschneiden. Ein großer Kuchen mit grünem Zuckerguss stand bereit, um von den Gästen verzehrt zu werden. Bei zunächst herbstlichem Wetter waren zahlreiche Besucher zur Feierstunde eingetroffen. Dazu gehörten Huchtinger Familien mit Kindern, Freizeitsportler und etliche „Ureinwohner“ wie Manfred Oppermann, der von der Verbesserung total begeistert ist. Weiterhin kamen Mitarbeiterinnen von der direkt am See liegenden Stadtteilfarm mit zwei Eseln vorbei. Ravijola Percovic, die Leiterin vom nahegelegenen Stadtteilhaus Huchting der Bremer Heimstiftung findet es prima, dass die Heimbewohner hier regelmäßig ausgiebige Spaziergänge unternehmen können.

Die Anrainer vom Sodenmattsee hatten ein Programm zusammengestellt, das im Verlauf des Tages auch von Sonnenschein begleitet wurde. Die Bremer Bäder hatten einen Stand mit Glücksrad aufgebaut und zum „1. Sodenmattlauf“ standen schon die Siegerpokale bereit. Die Staffelteams vom TUS Huchting, Verein Links der Weser und Bremen 1860 liefen sich warm, während die Ehrenamtlichen der DLRG alles für ein Entenrennen vorbereiteten. Dass dieser erneuerte Park eine große Bereicherung ist, und man den Sodenmattsee besser wahrnehmen kann, ist bereits zur Einweihung allen klar geworden.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+