Serie „Was Bremen fordert“ ADAC wünscht sich schnelle Fortschritte

Der ADAC wünscht sich für die nächste Legislaturperiode vor allem Verbesserungen in Sachen Baustellenkoordination und Straßensanierungen.
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ADAC wünscht sich schnelle Fortschritte
Von Lisa-Maria Röhling

Dieselfahrverbote, Baustellenchaos, Tempo-30-Zonen: Über Autoverkehr und In­frastruktur wurde in den vergangenen Monaten mitunter hitzig diskutiert, besonders der Bremer Verkehrssenator Joachim Lohse (Grüne) geriet immer wieder in die Kritik. Deswegen erhofft sich auch der ADAC von der neuen Regierung entscheidende Innovationen in Sachen Innenstadtverkehr, Verkehrspolitik und Baustellenplanung.


Baustellenplanung:
Dass in den vergangenen Monaten so viele Baustellen gleichzeitig den Stadtverkehr erheblich behindert hätten, lasse die Planung der Baumaßnahmen unkoordiniert wirken, erklärt Nils Linge vom ADAC Weser-Ems. Deshalb fordert der ADAC, dass künftig bereits bei der Planung, der Ausschreibung und der Vergabe eines Baustellenprojektes der Verkehrsablauf stärker berücksichtigt werde. „Baustellen müssen schneller fertig werden“, betont Linge. Da könne beispielsweise eine bessere Koordination zwischen Bremen und Niedersachsen helfen, um im Falle von Straßenbauarbeiten nicht gleich ganze Gebiete von den Hauptverkehrsachsen abzuschneiden. Zusätzlich könne mehr Personal, das im Schichtdienst an den entsprechenden Baustellen arbeitet, die Projekte schneller beenden. „Das kostet natürlich mehr Geld“, so Linge.


Verkehrspolitik für jeden:
Die Politik habe in den vergangenen Jahren wiederholt Investitionen in den Straßenbau unterlassen, weshalb die „Seitenstraßen in einem katastrophalen Zustand sind“, sagt Linge. Das müsse sich in der nächsten Legislaturperiode dringend ändern. Auch sei der Verkehrssenator zu stark auf die Belange von Radfahrern eingegangen, Fußgänger und Autofahrer seien wenig berücksichtigt worden. „Die A281 ist beispielsweise seit Jahren links liegen geblieben“, sagt Linge. Es sei aber die Aufgabe des Verkehrssenators, für alle Verkehrsteilnehmern da zu sein. Besonders für Pendler aus dem Umland sei das Auto immer noch alternativlos. Sie seien deshalb auf politische Unterstützung angewiesen. „Man sollte den Autoverkehr nicht verteufeln. So lange es noch so viele Verkehrsträger gibt, sollte man sie ausgewogen und nicht restriktiv behandeln.“

Wege in die Innenstadt: Über die Hauptachsen müsse auch in der Zukunft garantiert werden, dass vor allem Pendler mit ihren Autos gut die Innenstadt erreichen. „Der Verkehr muss gut rein und wieder rauskommen“, sagt Linge. „Wir haben schon ein grundsätzliches infrastrukturelles Problem, weil wir so wenige Weserquerungen haben.“ Das mache gerade den Autoverkehr extrem anfällig. Deshalb müsse die sogenannte Netzhierarchie von Autobahnen und den entsprechenden Zubringern mit den entsprechenden Tempozonen, Hauptverkehrsstraßen mit eine Geschwindigkeitsbegrenzung von Tempo 50 und die Wohngebiete mit einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von Tempo 30 stimmen. „Die Netz­hierarchie ist momentan einigermaßen vernünftig“, so Linge. Die Infrastruktur müsse aber gewahrt werden – zu viele Tempo-30-Zonen würden beispielsweise den Verkehrsfluss erheblich stören. Zudem wünscht sich der ADAC, dass Park-and-ride-Punkte besser ausgebaut und gekennzeichnet werden, um den Umstieg vom Auto in den öffentlichen Nahverkehr zu erleichtern.


Dieselautos:
Fahrverbote will der ADAC mit allen Mitteln vermeiden, auch wenn sinnvolle Möglichkeiten ausgeschöpft werden sollen, um die Luft in der Innenstadt zu verbessern. Es sei aber auch wichtig, dass die vom Dieselskandal betroffenen Autofahrer nun schnell Sicherheit bekommen, erklärt Linge. Dazu gehöre auch, dass Software-Updates oder Nachrüstungen der Wagen zügig in die Wege geleitet werden – und zwar kostenlos. „Die Verbraucher sind nicht in der Pflicht, denn sie haben nichts falsch gemacht.“ Die Autobauer seien gefordert, sich um die entsprechenden Maßnahmen zu kümmern. „Aber die Politik muss dafür den Weg bereiten“, so Linge.

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Zur Sache

Was Bremen fordert

Am 26. Mai 2019 wählt Bremen eine neue Bürgerschaft – in weniger als sechs Monaten. Das nimmt der WESER-KURIER zum Anlass, in der Serie „Was Bremen fordert“ die verschiedenen Interessengemeinschaften des Landes zu Wort kommen zu lassen. Dort werden in unregelmäßigen Abständen ihre Anliegen und ihre Handlungswünsche vorgestellt, die sie an die Parteien im Wahlkampf und auch an die neue Landesregierung stellen.

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