Nationalhymne singen lassen

AfD-Abgeordneter Tassis fordert Bundesflagge auf Schulhöfen

Der Bremer Bürgerschaftsabgeordnete der AfD, Alexander Tassis, will regelmäßig die Bundesflagge auf Schulhöfen hissen und Schüler die Nationalhymne singen lassen.
07.01.2019, 19:15
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Hoesmann

Der einzige AfD-Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft, Alexander Tassis, hat angeregt, regelmäßig die Bundesflagge an Schulen hissen zu lassen. Generell solle dabei die Nationalhymne gesungen werden, schreibt er in seinem Antrag vom Dezember an die Bürgerschaft (Landtag). Tassis begründet den Vorstoß mit der „historischen Gewissheit, dass sich unter identifikationsstiftenden Zeichen wie Fahnen weltweit insbesondere Einwanderernationen sammeln“.

Ginge es nach Tassis, müsste der Bremer Senat alle Schulhöfe mit Fahnenmasten ausstatten und ein Konzept vorlegen, „in welchem Rahmen an jedem Montag einer Schulwoche in der ersten großen Pause auf den Schulhöfen (...) Fahnenappelle mit sämtlichen Schülern, dem Lehrkörper und sonstigen Beschäftigten an der Schule durchgeführt werden können“. Es solle nur die Bundesflagge gehisst werden – eventuell noch „schuleigene Symbole“ –, nicht aber die EU-Flagge, wie Tassis auf Nachfrage sagte. „Wir sind eine EU-kritische Partei.“

Zugleich räumte er ein, dass sein Vorstoß auf einen Antrag der AfD-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt vom November 2018 zurückgeht. „Das habe ich aufgegriffen und ein bisschen umgemodelt.“ Im eigenen Antrag verweist Tassis lediglich auf die Forderung des früheren FDP-Bundestagsabgeordenten Serkan Tören von 2010 nach einem „Fahnenappell“. Dieser Begriff stammt aus DDR-Zeiten, als Schüler zu besonderen Anlässen auf ein gemeinsames ideologisches Ziel eingeschworen wurden.

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Laut Tassis soll die Beflaggung auf Schulhöfen der gesellschaftlichen Integration dienen. Wenn man kulturelle Vielfalt bejahen und „schöpferisch gestalten“ wolle, „bedarf es der Stiftung bewusstheitlicher Einheit“, formuliert er etwas ungelenk in seinem Antrag. „Alle Bildungsgüter erlernen sich, wenn eine Bindung zum Land und seinen Traditionen besteht“, heißt es weiter.

Beim Kurznachrichtendienst Twitter wird Tassis' Antrag bereits verspottet. Er sei „ein Meisterwerk geistiger Flachpfeifigkeit“, schreibt dort die Grünen-Abgeordnete Kai Wargalla – und bekräftigt ihre Kritik auf Nachfrage unserer Zeitung. Sie halte den Antrag inhaltlich und formal für nicht angemessen. Ein anderer Tweet kritisiert Tassis' Umgang mit der deutschen Sprache. Und ein weiterer Nutzer des sozialen Netzwerks betont, Integration erreiche man nicht durch das Vorzeigen nationaler Symbole.

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