Zweiter Band veröffentlicht Gedichte und Geschichten über Gefühle

Die Bremer Begleiterin für Hochsensibele Alexandra Thoese ist auch als Autorin tätig. Gerade ist ihr zweiter Band mit Gedichten und Geschichten über Gefühle erschienen
28.01.2021, 05:00
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Von Chantal Moll

„Behutsam nehme ich dich in meine Hände und wiege dich in mein Herz. Dort darfst du weilen. Für immer“, schreibt Alexandra Thoese in einem ihrer neu erschienenen Gedichte. Seit rund sechs Jahren verfasst die Autorin Gedichte und Geschichten über Gefühle. „Gefühle sind für mich ganz wichtige innere Begleiter“, sagt sie. In diesem Januar erschien „Seelenpoesie – Heilsames aus dem Herzen“, ihr zweiter Band mit Gedichten. Ihr erstes Band erschien bereits im April vergangenen Jahres unter dem Titel „Seelenpoesie – Worte, die das Herz berühren“.

Wenn die Bremerin nicht über Gefühle schreibt, dann sorgt sie sich um das Coaching derer Menschen, die zu ihr in die Praxis kommen. In ihrer Wegbegleitung setzte sie den Schwerpunkt anfangs auf hochsensible Menschen. Rund 15 bis 20 Prozent aller Menschen trügen das Wesensmerkmal der Hochsensibilität in sich, weiß die Autorin. „Hochsensible Menschen sind sehr feinfühlig und sie haben oft das Gefühl, zu empfindsam für diese Welt zu sein“, erklärt sie. Oft gehe damit auch eine Verknüpfung einher, etwas Sinnvolles in ihrem Leben tun zu wollen, sagt sie weiter. Thoese ist auf ihrem Schwerpunkt jedoch nicht beschränkt. Mittlerweile habe sich das etwas geöffnet, sagt sie. „Ich bin für alle Themen offen“, erklärt die Bremerin. Denn für die Begleiter sei das eigentlich egal. Es gehe sowieso immer um die individuelle Wegbegleitung. „Es ist immer etwas total Persönliches und hat mit der eigenen Geschichte zu tun“, erklärt sie ihrer Erfahrung mit dem Coaching.

In der Begleitung schaut Thoese auf die Themen hinter dem sich zeigenden Problem. „Ich stelle mir dann die Frage: Worum geht es eigentlich?“, berichtet sie. In ihrer Begleitung geht sie individuell auf die Menschen ein und folgt dabei auch ihrer eigenen Intuition. „Ich frage dann oft: Warum fühlst du dich eigentlich so?“, erklärt sie. Da es sich um die individuelle Wegbegleitung handele, sei es auch unterschiedlich wie oft die Menschen zu ihr kämen. Dabei handle es sich stets um eine Einzelbetreuung, ein Gruppen-Coaching gibt es bei Thoese nicht. Zu Corona-Zeiten trifft sie sich mit den Menschen auch draußen, im Park oder an der Weser. Ansonsten bietet sie das Coaching auch über die Plattformen Zoom oder Skype an.

Vor rund fünf Jahren machte sich die 51-Jährige mit ihrer intuitiven Wegbegleitung selbstständig. Bevor sie den Schritt wagte, arbeitete Thoese als gelernte Mediengestalterin. Seit dem vergangenen Jahr schreibe sie mehr als gewöhnlich, verrät sie. Das habe auch sicher etwas mit der Corona-Situation zu tun, da das Coaching dadurch weniger werde, sagt Thoese. „Das Schreiben ist für mich eine ganz tiefe Verbindung zu mir selber“, verrät die Bremerin über sich selbst. Durch ihre Gedichte drückt sie all die Gefühle aus, die auch gefühlt werden sollen. Dazu gehören für die 51-Jährige ebenfalls die sogenannten negativen Gefühle. „Wut und Trauer fühlen wir generell nicht so gerne. So was wie Freude, Liebe und Verbundenheit fühlen wir im Gegensatz dazu gerne“, erklärt sie. Jedoch bezeichnet die Autorin auch Wut und Trauer nicht gerne als negative Gefühle, weil alle Gefühle unsere inneren Freunde seien, die es gilt zu fühlen. „Wir müssen auch die negativ behafteten Gefühle annehmen, wenn wir das nicht tun, werden sie immer lauter und machen sich bemerkbar“, sagt sie. Das könne sich durchaus auch in körperlichen Symptomen äußern.

Das Schreiben ist für Thoese ein Ausdruck von dem, was sie als Seele bezeichnet. „Seele bedeutet für mich der Kern unseres Wesens. Die Essenz unseres Seins, welche sich ausdrücken und gelebt werden möchte“, sagt sie. Das sei eine spirituelle Deutung und ihr sei bewusst, dass nicht jeder etwas damit anfangen könne. Die Seele könne sich ganz unterschiedlich ausdrücken. Bei ihr sei es das Schreiben. Bei anderen könne das das Malen, Fotografieren oder Rausgehen in die Natur sein. „Ich erfahre die Welt fühlend und übersetze dies in Bilder aus Worten“, sagt sie über sich selbst.

Derzeit arbeitet Thoese schon an ihrem nächsten Buch. Diesmal wird es ein Band aus Geschichten statt Gedichten. Dabei gehe es vor allem auch um Angst und Wut. Denn Menschen die besonders ängstlich sind, seien jeden Tag auch besonders mutig. Denn sie müssten sich tagtäglich ihren Ängsten stellen und über ihre Grenzen gehen, meint Thoese. „Mein Schreiben begleitet die Menschen oder sie fühlen sich davon begleitet“, sagt sie über ihre Veröffentlichungen.

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