Licht aus Bethlehem Auf das Friedenslicht muss niemand verzichten

Auch ohne Aussende-Gottesdienst können sich Gläubige ihre Kerze im Dom entzünden
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Von Matthias Holthaus

„Eine Kerze überwindet Mauern und Grenzen“, sagte Antje Grotheer, stellvertretende Präsidentin der Bremischen Bürgerschaft, im vergangenen Jahr während des Aussendegottesdienstes für das Friedenslicht im Bremer Dom. Auch in diesem Jahr stimmt dieser Satz, und doch ist alles ganz anders: Es wird keinen Aussendegottesdienst im Bremer Dom geben.

Das Friedenslicht kann aber voraussichtlich trotzdem abgeholt werden – ab diesem Montag, 14. Dezember, wird das Licht ab 10 Uhr für diejenigen im Südschiff des Doms bereitstehen, die das Licht und somit seine Botschaft in die Gemeinden oder die Haushalte bringen möchten.

Zuvor wird das Licht allerdings eine recht abenteuerliche Reise hinter sich haben: Durfte es in den vergangenen Jahren bequem per Bahn oder Flugzeug seinen Weg in die Welt antreten, wird es in diesem Jahr per Auto an die Zielorte gebracht. Abgeholt wurde das Licht, das zuvor ein Jerusalemer Kind in der Geburtsgrotte Jesu in Bethlehem entzündet und anschließend per Flugzeug nach Österreich gebracht hatte, aus Salzburg. Über den Grenzübergang Freilassing ist das Licht anschließend nach Deutschland gekommen.

„Wir hatten seit Oktober einen B-Plan in der Tasche, denn bereits da war klar, dass es keine größere Aussendungsfeier in Salzburg geben wird“, berichtet Rainer Nazalek, der als Vertreter des Verbandes Deutscher Altpfadfindergilden (VDAPG) als Koordinator für das Friedenslicht fungiert. Zwar gab es eine kleine Zeremonie, die auch im Internet übertragen wurde, doch das große Beisammensein fiel und fällt in diesem Jahr aus. „Anschließend brachten die Salzburger das Friedenslicht nach Freilassing an die Grenze und stellten es dort ab.“

Kontaktlos geht es also zu, wenn die Fahrer der vier Autostafetten für den Süden, den Norden, den Osten und den Westen Deutschlands das Licht zu sich holen. Dies bedarf jedoch auch der Genehmigung des Grenzschutzes, „und im Katastrophenfall besteht dann auch noch die Schwierigkeit, ob die Autos überhaupt durch Bayern fahren dürfen. Doch man hat uns Mut gemacht, unser Hygienekonzept ist gut gemacht.“ Die Reise mit dem Zug ist übrigens wegen der Pandemie nicht erlaubt: Eine offene Flamme würde sich nicht mit den Desinfektionsmitteln vertragen, es bestünde Entzündungsgefahr.

Die Tour gen Norden bestreiten in diesem Jahr ein Pfadfinder aus dem friesischen Schortens und ein Pfadfinder aus Bremen. Das Licht holen sie sich dafür aus Bayreuth und bringen es bis nach Leer in Ostfriesland. Und wenn alles glatt gelaufen ist, dann haben sie auch einen Zwischenstopp in Bremen gemacht, genauer gesagt am Bahnhof Mahndorf. Alle Gemeinden und Institutionen, die das Licht verteilen, werden dort mit dem Auto auf dem Parkplatz stehen, um das Licht in Empfang zu nehmen, so die Planung. Anschließend werden die Lichter dann an die Bestimmungsorte gebracht – nach Oldenburg, Leer, Achim oder auch Verden. Genau wussten die Organisatoren im Vorfeld aber nicht, wer da alles am Sonntag um kurz vor 14 Uhr am Mahndorfer Bahnhof stehen würde, „doch wir hoffen, dass es keine Massen werden“, sagte Nazalek im Vorfeld.

Falls das alles nicht klappen sollte, weil Bayern keine Genehmigung zur Durchfahrt erteilt, dann liegt auch noch ein C-Plan parat, um das Licht doch noch verteilen zu können, sagt Rainer Nazalek, denn „In drei Klöstern steht noch das Friedenslicht vom vergangenen Jahr“.

Auf jeden Fall werden Pfadfinder der Christlichen Pfadfinderschaft Deutschlands (CPD) das Licht in den Bremer Dom bringen, und dort bleibt es bis zum 6. Januar. Besucherinnen und Besucher können sich zu den Öffnungszeiten des Doms ihr Friedenslicht abholen, „doch wir weisen darauf hin, das Friedenslicht kontaktlos zu überreichen. Die Abstandsregeln müssen unbedingt eingehalten werden".

Sicherlich wird sich auch Frank Imhoff, Präsident der Bremischen Bürgerschaft, an diese Regeln halten – an diesem Montag wird er um 14.30 Uhr das Licht in Empfang nehmen.

Unter www.friedenslicht.de sind weitere Informationen zu finden.

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