Schuljahr 2019/20 Bildungsdeputation beschäftigt sich mit Raum- und Lehrermangel

Das Schuljahr 2019/20 rückt immer näher, die Räume sind knapp, es mangelt an Lehrern, die Schülerzahlen steigen. Die Bildungsbehörde bereitet sich mit weiteren Mobilbauten auf das neue Schuljahr in Bremen vor.
16.01.2019, 20:15
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Bildungsdeputation beschäftigt sich mit Raum- und Lehrermangel
Von Lisa-Maria Röhling

Raummangel, Lehrkräftemangel – das Bildungsressort muss nachsteuern, damit am 8. August 2019 das neue Schuljahr ungehindert starten kann. Deswegen beschäftigte sich die Bildungsdeputation am Mittwoch nicht nur mit der Fortsetzung des Sofortprogramms für Mobilklassenräume – auch die Gewinnung von Lehrkräften stand auf der Tagesordnung.

Schon im vergangenen Jahr hatte der Senat ein Sofortprogramm für zusätzliche Schulraumkapazitäten beschlossen, um zum Schuljahresbeginn 2018/19 genügend Unterrichtsräume, meist in Form von Mobilbauten, zu schaffen. Auch in diesem Herbst ist das nötig: In Bremen rechnet die Behörde mit 26 neuen Klassenverbänden im Grundschulbereich, in der Sekundarstufe mit 20. Außerdem mangelt es an Räumen für 28 Gruppen mit sonderpädagogischem Förderbedarf. In Bremerhaven werden ebenfalls steigende Schülerzahlen prognostiziert.

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Ein weiteres Sofortprogramm soll Abhilfe schaffen. Die Bildungsbehörde prüft in der Stadt Bremen zwar Lösungen im Bestand, allerdings seien an insgesamt 17 Schulen Mobilbauten nötig, knapp 44 Millionen Euro soll das bis 2025 kosten. Finanziert werden soll das aus den Mitteln des Bildungsressorts – reichen die Gelder nicht, heißt es in dem Programm, müsse „ein Vorschlag für einen Ausgleich“ durch das Finanzressort vorgelegt werden.

Kristina Vogt (Linke) bemerkte, dass es beispielsweise an der Gesamtschule West dringend nötig sei, Räume für inklusiven Unterricht zu bedenken. Es reiche nicht, bestehende Klassenzimmer einfach für den Inklusionsunterricht umzuwidmen. Zufrieden sei sie mit dem Programm allerdings nicht: „Wir brauchen die Container, aber die Finanzierung ist bedenklich.“ Die CDU hingegen lehnte das Programm ab. Der Vorschlag sei mit heißer Nadel gestrickt, erklärte Thomas vom Bruch (CDU), und werfe viele Folgefragen auf. Besonders die Finanzierung sei „am Rande der Seriosität“.

Details sorgten für Diskussionen

Da mit wachsenden Schulklassen auch der Lehrermangel in den kommenden Jahren nicht abebben wird, steht das Bildungsressort auch in der Personalfrage unter Druck. Deshalb soll das Bremische Ausbildungsgesetz für Lehrämter dahingehend geändert werden, dass dort sogenannte Sondermaßnahmen zur Gewinnung von Lehrkräften verankert werden. Konkret geht es um Richtlinien, wie Seiteneinsteiger in den Lehrberuf starten können und welche Voraussetzungen sie mitbringen müssen.

Zwar stimmte die Deputation dem Entwurf zu, die Details sorgten allerdings für Diskussionen: Vom Bruch sorgte sich über mögliche Folgen des Sonderprogramms, die jetzt noch nicht abzusehen seien, und setzte sich für eine Befristung sowie eine Bewertung ein. „Der Bedarf hält nicht ewig an“, betonte er. Dem widersprach Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD): „Ich will den Zahn ziehen, dass das etwas ist, was vorbei geht.“

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Auch wenn der Lehrermangel irgendwann abebbe, werde es immer zu wenig Lehrkräfte für bestimmte Unterrichtsfächer geben. „Fachlichkeit ist ein wichtiges Kriterium für Qualität.“ Auch in Zukunft werde es nötig sein, Quereinsteiger an die Schulen zu holen: Man könne den Lehramtsstudierenden nicht vorgeben, so Bogedan, welche Fächer sie studieren und damit unterrichten. Laut Deputationsbeschluss soll allerdings spätestens in 2022 eine Auswertung vorliegen, inwiefern sich die Gesetzänderungen bewährt haben.

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Berufsschul-Zentrum bis 2022

Der geplante Berufsschul-Campus auf dem BWK-Gelände in Bremen-Nord soll im Schuljahr 2022/23 öffnen. Das sagte Bildungssenatorin Claudia Bogedan gegenüber dem WESER-KURIER. Dort sollen alle Berufsbildenden Schulen aus Bremen-Nord an einem Standort versammelt werden, von mehr als 3000 Schüler geht sie aus. „Der Standort soll auch für Weiterbildung genutzt werden, das wird in Zukunft eine stärkere Rolle spielen.“ Neben einer Mensa ist auch eine Kita auf dem Campus geplant.

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