Tag der offenen Tür Blick in die Welt des Theaters

Am Sonnabend konnten Besucher beim Tag der offenen Tür hinter die Kulissen im Theater Bremen schauen - mit Saisonpräsentationen, Proben, Kinderprogramm und einem Konzert von Philipp Poisel.
08.09.2018, 17:54
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Blick in die Welt des Theaters
Von Kristin Hermann

Eigentlich weiß man gar nicht, wohin man zuerst gehen soll. Schnell ein Foto mit den Figuren von "Die Schöne und das Biest", Freiluft-Yoga mit dem Intendanten Michael Börgerding oder doch lieber die Führung durch die Maskenausstellung im alten Foyer? Pünktlich zum Saisonstart findet der Tag der offenen Tür im Theater Bremen statt – und der hat es in sich.

In allen Spielstätten und rund um das Theater gibt es am Sonnabend ein vielfältiges Programm: zwischen Public-Warm-up auf dem Goetheplatz und Stockbrot auf dem St.-Pauli-Hof, Kaffee, Kuchen und einem musikalischen Programm im Schlosscafé in der Schlosserei oder den Werkstättenführungen. Bereits zu Beginn am Mittag ist der Goetheplatz voll, mehrere Hundert Besucher verteilen sich zudem in den verwinkelten Flächen des Theaters.

Auf der Bühne gibt es gerade Yoga mit der Produktionsleiterin Alexandra Morales, die die Teilnehmer mit bunten Ballons am Arm anleitet. Auch Intendant Michael Börgerding verbiegt sich dafür. Später werden auf der Bühne noch mehrere Bands spielen, unter anderem Boyko Borisov, die bulgarische Klänge ins Viertel bringen.

Ein Paradies für Kinder

Neben vielen Ständen, an denen die Besucher essen und trinken können, steht dort auch eine große Mülltonne mit Plastiktüten. Ist das nicht etwas unschön für so einen festlichen Tag? Nein, die Tonne gehört zu einer neuen Aktion des Theaters. In ihrer Inszenierung von Theodor Storms „Schimmelreiter“ stellt Regisseurin Alize Zandwijks den Protagonisten Hauke Haien in eine Welt voller Plastikmüll – und stellt damit die Frage „Gegen welche Flut kämpfen wir heute eigentlich?“.

Das Theater am Goetheplatz will ab Oktober Plastiktüten ­recyceln und für das Bühnenbild verwenden. Wer einen Stoffbeutel des Theaters mit sauberen Plastiktüten füllen kann, bekommt eine Stofftasche geschenkt. Dieses Angebot gilt auch über den Tag der offenen Tür hinaus. Der St.-Pauli-Hof hat sich am Sonnabend in ein Paradies für Kinder verwandelt.

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Dort können sie auf einer Hüpfburg toben, sich schminken lassen oder selbst kreativ werden. An einem großen Tisch hat Anna-Lena mit ihrer Mutter Sandra Conrad-Juhls Platz genommen. Vor ihnen liegen etliche kleine Holzreste, die Anna-Lena zu einem Labyrinth zusammenkleben möchte. "Für meine Murmeln", sagt sie. Wenn sie damit fertig ist, wollen sich die Zwei mit einem Stockbrot belohnen.

"Wir haben den ganzen Tag hier verplant. Das Angebot ist wirklich vielfältig", sagt Sandra Conrad-Juhls. Essenstechnisch haben sich die Organisatoren viel einfallen lassen: Neben dem Stockbrot gibt es auch eine Schokokusswurfmaschine und Würstchen von einem kleinen Kran, wo eine Schlange von Kindern gespannt nach oben blickt und auf das Mittagessen wartet.

Der Tag endet mit dem "Philipp Poisel Special"

Neben dem Brauhaus hat die Theater-Crew eine weiße Stellwand aufgebaut, an der sich die Besucher mit Farbe und Pinsel austoben dürfen. Die Aktion ist im Vorjahr so gut angenommen worden, dass auch dieses Mal Freiwillige ihre Ideen an die Wand malen können. Sie soll dort dann bis zum nächsten Tag der offenen Tür stehen bleiben.

Vier junge Mädchen versuchen sich dort an einer Giraffe. Für sie ist die Bemalung allerdings nur eine kurze Verschnaufpause, bevor es für sie selbst zurück auf die Bühne geht. Die Nachwuchsschauspielerinnen gehören zu der Gruppe "Junge Akteure". Sie zeigen am Sonnabend zweimal zehn Minuten einen Ausschnitt aus ihrem Stück "Bilder deiner großen Liebe".

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Der Höhepunkt ist für viele Anwesenden an diesem Tag die spartenübergreifende Saisonpräsentation, die mittags und abends im Theater am Goetheplatz einen Ausblick auf die Premieren und Produktionen der Spielzeit bietet. Zur Vorführung „Die Forderung des Tages“ laden die Regisseure Monika Gintersdorfer und Knut Klaßen den Nachmittag über ins Kleine Haus ein.

Am Freitagabend haben sie dort mit „Nathan der Weise“ die erste Premiere der Spielzeit gefeiert. Einen Einblick in zwei Produktionen, deren Premieren eine Woche später anstehen, gibt es auch: Im alten Foyer können die Zuschauer bei der öffentlichen Probe zu "Fidelio" dabei sein und das Moks zeigt Ausschnitte aus „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“. Der Tag endet mit dem „Philipp Poisel Special“. Der Musiker und Singer-Songwriter Philipp Poisel, der in Armin Petras' Schauspielinszenierung „Love you, Dragonfly“ mitwirkt, gibt speziell für das Theater Bremen ein knapp einstündiges Konzert.

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