Deutsches Rotes Kreuz Bereitschaft zur Blutspende in Bremen stark gestiegen

Das Deutsche Rote Kreuz Bremen verzeichnet bei den Blutspenden einen Anstieg um bis zu 50 Prozent bei manchen Terminen. Zu Beginn der Corona-Pandemie war die Zahl der Spender bundesweit deutlich zurückgegangen.
21.10.2020, 05:00
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Bereitschaft zur Blutspende in Bremen stark gestiegen
Von Patricia Friedek

Die Resonanz ist überraschend gut. Zu Beginn der Pandemie war die Sorge noch groß um die Blutspenden – um bis zu zehn Prozent war die Bereitschaft in der Bevölkerung laut dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) zurückgegangen. Die Menschen hielten sich zurück, hatten Angst, sich bei der Blutspende mit dem Coronavirus anzustecken. In den vergangenen Monaten ist nun genau das Gegenteil passiert: Die Bereitschaft, Blut zu spenden, ist gestiegen.

Bei manchen Terminen habe es bis zu 50 Prozent mehr Blutspender gegeben, sagt Lübbo Roewer, Sprecher des DRK-Kreisverbandes Bremen. „Das führte dazu, dass es teilweise eine Wartezeit von mehr als zwei Stunden gab“, berichtet Roewer. Was den DRK-Sprecher besonders freut: 20 Prozent der Blutspender seien Erstspender gewesen, darunter viele junge Menschen. Und: „Wer einmal gespendet hat, kommt meist auch wieder.”

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Wie erklären die Experten diesen rasanten Anstieg? „Viele Konkurrenzangebote, und damit meine ich Veranstaltungen, Sport und Freizeit, haben nicht stattgefunden. Die Ablenkung ist damit nicht so groß wie vorher“, sagt Roewer und ist überzeugt: Die Menschen suchen in der tristen Zeit ein Ventil, um etwas Positives für andere zu tun.

Dass es aktuell so viele Menschen gebe, die gerne Blut spenden möchten, bedeute aber nicht, dass nun weniger benötigt werde, betont der Sprecher. „Die Blutspenden werden in gleicher Anzahl weiter gebraucht. Und wir wissen nicht, wie lange uns Standorte wie Behörden oder Schulen zur Verfügung stehen.“

Seit Längerem fallen bereits Termine aus, bei denen das DRK mit einem Spendenmobil Firmen besucht, sagt Angela Rolfs, Leiterin des Blutspendedienstes in Bremen. In dem Mobil sei es nicht möglich, die Abstände einzuhalten. Diese Aktionen müssten mit zusätzlichen Terminen ausgeglichen werden – wie beispielsweise in den vergangenen Monaten im Weserstadion oder in der ÖVB-Arena.

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Der Ablauf der Spenden wurde den Bedingungen angepasst: „Wir achten darauf, dass wir und die Spender stets zwei Meter Abstand halten; und es gibt Lunchpakete statt Schnittchen oder Brötchen", sagt Rolfs. Zudem werde bei jedem potenziellen Spender zu Beginn Fieber gemessen. Die Firma CSL Plasma bietet im Gegensatz zum DRK die Möglichkeit, Blutplasma zu spenden. Auch hier ist die Bereitschaft hoch, wie Center-Managerin Stephani Keltsch sagt.

Sie führt das vor allem auf die Aufrufe zurück. Auch seien viele bereits registrierte Spender wiedergekommen. „Das Problem ist allerdings, dass wir nicht so viele Termine freigeben, weil wir wegen der Abstandsregelungen weniger Plätze gleichzeitig besetzen können.“ Aktuell verzeichnet das Blutplasma-Center in Bremen etwa 1700 Spenden pro Woche, vor Corona waren es 2000, erklärt Keltsch.

Blutplasma wird vor allem als Basis für viele Arzneimittel verwendet. Dadurch, dass es weniger Spenden gebe, könne es jederzeit zu einem Medikamentenengpass kommen, sagt Keltsch. Die nächsten Termine für eine Vollblutspende beim DRK sind online unter www.blutspende-leben.de einsehbar. Für eine Plasmaspende beim CSL Center können sich registrierte Spender über ein Zugangsportal anmelden, Neuspender vereinbaren einen Termin unter Telefon 0421/17 36 40.

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