Konzentration am Klinikum Mitte

Geno-Chefin stellt Pläne für neues Zentrum vor

Geno-Chefin Dorothea Dreizehnter hat die Pläne,Gynäkologie und Geburtshilfe vom Klinikum Links der Weser ans Klinikum Mitte zu verlagern, in der Gesundheitsdeputation verteidigt.
14.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Geno-Chefin stellt Pläne für neues Zentrum vor
Von Sabine Doll
Geno-Chefin stellt Pläne für neues Zentrum vor

3000 Geburten im Jahr seien in dem neuen Zentrum am Klinikum Mitte möglich.

Patrick Pleul/dpa

Wie der WESER-KURIER berichtete, will der Klinikverbund Gesundheit Nord (Geno) die Geburtshilfe und die Gynäkologie am Klinikum Links der Weser (LDW) schließen und an das Klinikum Bremen-Mitte verlagern. Dort soll mit der Frühgeborenenversorgung ein großer geburtshilflicher Komplex mit sechs statt drei Kreißsälen entstehen – Anfang 2022 soll die Zusammenlegung erfolgen. Dagegen formierte sich Protest, der Betriebsrat kritisierte in einem Brandbrief das intransparente Vorgehen der Geschäftsleitung. Geno-Geschäftsführerin Dorothea Dreizehnter informierte am Dienstag die Gesundheitsdeputation über die Pläne, die am 21. April im Sanierungsausschuss und am 30. April im Geno-Aufsichtsrat vorgestellt werden.

Grund für eine Konzentration an einem Standort sei, dass ansonsten Doppelstrukturen betrieben werden müssten, die in der Praxis nicht umsetzbar seien. „Im Oktober hat sich gezeigt: Der Knackpunkt ist das Personal, vor allem bei den Hebammen“, so Dreizehnter. Für die zusätzlich benötigten zehn Hebammen-Stellen für die Frühgeborenenversorgung und Geburtshilfe für Risikoschwangere am Klinikum Mitte habe es ein bis zwei Bewerbungen gegeben. Damit sei klar gewesen, dass der Eröffnungstermin im Sommer 2021 nicht eingehalten werden könne.

„Ende 2020 haben wir einen Prüfauftrag vergeben, ob eine Konzentration von Geburtshilfe, Gynäkologie und Neonatologie am Standort Bremen-Mitte betriebswirtschaftlich, personell und räumlich machbar ist“, so die Geschäftsführerin. Im Januar sei die Prüfung soweit gewesen, dass Stationsleitungen und die Arbeitnehmerseite eingebunden worden seien. „Dies betone ich, weil es von dieser Seite andere Aussagen gibt“, so Dreizehnter. „Dieses Konzept ist die stabilste Möglichkeit, unter dem Aspekt des Fachkräftemangels und einer medizinischen Versorgung auf höchstem Niveau. Das betrifft vor allem auch die Anbindung der Gynäkologie an die Onkologie.“ Vorteil sei zudem, dass das Personal vom LDW als ganzes Team in das neue Eltern-Kind-Zentrum wechseln könne - dies habe wesentlichen Einfluss auf die Versorgung. Dreizehnter geht von etwa 3000 Geburten im Jahr in dem neuen Zentrum aus.

„Wir werden am 30. April ein größeres Paket besprechen müssen“, sagte Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard (Linke), die dem Geno-Aufsichtsrat vorsitzt. „Das wird nicht allen gefallen, was Standorte und Stadtteile betrifft. Aber: Wir brauchen Perspektiven, die die Geno nachhaltig lebensfähig machen.“

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