Plakatkampagne für den Wahlkampf

Bremer Grüne setzen auf bunte Hingucker

Die Plakatkampagne der Bremer Grünen zur Bürgerschaftswahl am 26. Mai stellt die Themen Klimawandel, Bildung und offene Gesellschaft in den Mittelpunkt.
29.03.2019, 17:36
Lesedauer: 2 Min
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Bremer Grüne setzen auf bunte Hingucker
Von Detlev Scheil
Bremer Grüne setzen auf bunte Hingucker

Grünen-Spitzenkandidatin Maike Schaefer präsentiert die druckfrischen Plakate für die Bürgerschaftswahl am 26. Mai.

Frank Thomas Koch

Frech, flapsig und ironisch sind sie nicht mehr, die Wahlplakate der Grünen. Dafür sind es sehr bunte Hingucker mit fröhlichen Menschen im Blickpunkt. „Nach 40 Jahren sind die Grünen in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagt Landesvorstandssprecher Hermann Kuhn, als er gemeinsam mit seiner Vorstandskollegin Alexandra Werwath und Maike Schaefer, der Spitzenkandidatin der Grünen für die Bremische Bürgerschaft, die Kampagne der Partei zu den Wahlen am 26. Mai vorstellt.

Kuhn meint damit vor allem, dass urgrüne Themen wie Umwelt- und Klimaschutz heute in der Gesellschaft ernst genommen und breit diskutiert werden – darüber freue er sich. Die Ankunft in der Mitte der Gesellschaft bedeutet aber ebenso, dass die Grünen in der Plakatwerbung nicht mehr so unkonventionell und experimentierfreudig sind. Das spiegelt sich in den jetzt vorgestellten Werbeträgern wider. So bunt und betont fröhlich sie auch wirken: Ironische Kommentare und kecke Seitenhiebe gegen politische Gegner, wie sie für frühere Kampagnen der Grünen charakteristisch waren, fehlen vollkommen.

Junge Leute als Identifikationsfiguren

Die Fokussierung allein auf den Klimawandel wäre naheliegend gewesen, war den Bremer Grünen jedoch zu wenig. Zwar spielt dieses Thema mit gleich zwei Plakatmotiven eine herausragende Rolle, aber es werden auch fünf andere Themenfelder in den Fokus gerückt: die Bildung, die grüne Stadt, die klimafreundliche Mobilität, die gute Nachbarschaft „buten un binnen“ sowie die offene, vielfältige und solidarische Gesellschaft. Die Kampagne, die von der Bremer „Agentur im Turm“ erarbeitet wurde, zeigt zumeist jüngere Menschen als Identifikationsfiguren, denen bestimmte Aussagen zugeschrieben werden.

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Zum Beispiel: „Ich will mobil sein – aber klimafreundlich“. Darunter steht, wofür die Partei steht. In diesem Fall: „Die Grünen sind für eine lebenswerte Stadt – mit attraktiven ÖPNV-Angeboten, mehr Radwegen und umweltfreundlichen Fahrzeug-Motoren.“

Ein weiteres Plakat, das es an zentralen Stellen in der Stadt auch im XXL-Format zu sehen sein wird, zeigt Maike Schaefer, die als „Spitzenkandidatin für die Bremische Bürgerschaft, Biologin mit Herz für Bremen, leidenschaftliche Imkerin, Seglerin mit Weitblick und Mut zum Anpacken“ vorgestellt wird. Die 47-jährige Politikerin steht am Weserufer und lächelt freundlich und gewinnend. Grund für Optimismus gibt es für die Bremer Grünen, die bei der jüngsten Infratest-Dimap-Wahlumfrage auf 18 Prozent kamen, allemal. Für den Wiedererkennungseffekt sorgt auf allen Plakaten rechts oben in der Ecke eine Sonnenblume als traditionelles Symbol der Partei mit dem griffigen Slogan „Mehr Grün nützt allen“.

Werbeträger für Europawahl wirken zurückhaltend

Im Gegensatz zu den bunten Bremer Plakaten der Grünen wirken die Werbeträger für die Europawahl, die von der Bundespartei in Auftrag gegeben wurden, zurückhaltend. Auf hellem Grund sind Slogans zu lesen wie „Europa. Die beste Idee, die Europa je hatte“ oder – als Reaktion auf Rechtspopulismus – der Satz „Eine mutige Gesellschaft lässt sich keine Angst machen“. Ein anderes Plakatmotiv zeigt die Bremer Spitzenkandidatin Henrike Müller. Sie hat laut Kuhn eine Chance, ins EU-Parlament einzuziehen, wenn die Grünen in Bremen etwa 22 bis 23 Prozent erreichen.

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