Bremerin unterstützt „Ketaaketi“

Kalender für die Nepal-Hilfe

Brigitte Neher möchte die Bremer Hilfsorganisation „Ketaaketi“ durch den Verkauf eines Fotokalenders mit Motiven aus Nepal unterstützen, damit deren Partner vor Ort Geld für Hilfe durch Selbsthilfe bekommen.
06.10.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Kalender für die Nepal-Hilfe
Von Ulrike Troue
Kalender für die Nepal-Hilfe

Brigitte Neher hat einen Kalender mit Fotos aus Nepal zusammengestellt. Der Verkaufserlös geht an "Ketaaketi".

Christina Kuhaupt

Die Menschen in Nepal kämpfen ums Überleben, sagt Brigitte Neher. Die Lage für die Bevölkerung habe sich seit dem Ausbruch des Coronavirus und dem Lockdown dramatisch verschlechtert. Neher ist Mitglied der Bremer Hilfsorganisation „Ketaaketi“. Aus diesem Grund sei sie über die Lage der Menschen in dem südasiatischen Entwicklungsland zwischen Indien und Tibet auf dem Laufenden. Und sie möchte selber etwas zur Bewältigung der Krise beitragen.

„Ich habe für Ketaaketi einen Kalender mit Fotos aus unseren Projekten in Nepal und Sierra Leone erstellt“, nennt Neher als ein Beispiel für die Unterstützung. Wegen der Corona-Pandemie und des monatelangen Lockdowns sei 2020 für die „Ketaaketi“-Partnerorganisationen in einem der ärmsten Entwicklungsländer der Welt ein sehr schwieriges Jahr, sagt die im Steintor lebende Bremerin zum Anstoß für ihre Eigeninitiative.

„Die Einnahmen aus dem Verkauf des Kalenders kommen zu 100 Prozent unseren Partnerorganisationen zugute“, versichert Neher. Sie ist anlässlich des Erdbebens 2015 zum ersten Mal auf „Ketaaketi“ aufmerksam geworden, der Verein verankert Hilfsprojekte direkt in der betroffenen Region. „Dass so ein kleiner Verein so viel auf die Beine stellt“, sagt sie beeindruckt. Deshalb möchte Neher durch den Kalenderverkauf dazu beitragen, „Ketaaketi“ bekannter zu machen und Spenden zu generieren. Auf dem letzten Kalenderblatt stellt sich der Verein vor.

Neher betont, dass die ausgewählten Fotos die Menschen in ihrer Würde und mit Respekt zeigten und es nicht um Mitleid erweckende Bilder handele. Bewusst hat sie auch Fotos von Schulkindern berücksichtigt, weil „Ketaaketi“ Schulen direkt unterstützt. Dazu gehörten auch Mikrofinanzierungen, sie seien eine tragende Säule der Hilfe zur Selbsthilfe.

„Der Kalender ist wunderschön und zeigt schöne Porträts auf Augenhöhe“, findet Susanne im Sande. Dem Verein sei es wichtig, den Menschen eine Stimme, ein Gesicht zu geben, fügt die stellvertretende Vorsitzende von „Ketaaketi“ hinzu.

Großes Netzwerk vor Ort

„Viele Fotos sind von unseren Projektpartnern auf deren Reisen entstanden“, sagt die stellvertretende Vereinsvorsitzende. „Sie arbeiten aus eigener Kraft, erschaffen vor Ort ein großes Netzwerk und wir stützen es ab“, ergänzt sie und erklärt das von „Ketaaketi“ praktizierte Modell der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit landeseigenen Nichtregierungsorganisationen.

Der Verein ermöglicht Familien durch eine zinsfreie Mikrofinanzierung eine Existenzgründung, beispielsweise in Höhe von 100 Euro, denn der Haupterwerbszweig in Nepal sei die Landwirtschaft. Diese Unterstützung ist an die Bedingung und das Ziel geknüpft, dass die Kinder zur Schule gehen. Schulbildung und Gesundheitsförderung sind laut Susanne im Sande zwei weitere Bereiche, in denen „Ketaaketi“ sich engagiert.

Normalerweise leiste der Verein keine Soforthilfe, stellt Susanne im Sande klar. Aber aufgrund der verheerenden Situation in Nepal und weil auch ihre Partner durch Arbeitslosigkeit, Nahrungsmittelknappheit und so gut wie keine klinische Versorgung ums nackte Überleben kämpfen müssten, engagiere sich der Verein aktuell für die Corona-Notfallhilfe.

Es wurde ein Corona-Notfonds eingerichtet. „Wir haben schon Reis- und Linsenpakete geschickt“, zählt die Bremerin als erste Maßnahme zur Ernährungshilfe auf. Mit dem Hilfsfonds will der Verein den Menschen in Nepal aber vor allem unbürokratisch, schnell und effektiv Covid-19-Tests und ärztliche Behandlung ermöglichen. Die Kosten für die Tests werden laut „Ketaaketi“ oft nicht von der Regierung übernommen, so wie in Deutschland. Die Bevölkerung des Entwicklungslandes müsse dafür selbst aufkommen.

„Die Lage ist dramatisch, Land und Menschen werden zerstört“, konstatiert die Bremer Vereinsvorsitzende Anneli-Sofia Räcker, „doch kaum einer bekommt es mit.“

Info

Zur Sache

„Ketaaketi“

ist eine Bremer Hilfsorganisation, die seit 2006 in Nepal, Sierra Leone und Burundi das Modell einer partnerschaftlichen Entwicklungszusammenarbeit praktiziert. Ein Pilotprojekt ist im Südsudan gestartet. Grundlagen dafür sind Eigeninitiative und Selbstbestimmung der Menschen vor Ort. Bislang hat „Ketaaketi“ über 70 Projekte und über 2000 Mikrofinanzierungen angeschoben, von denen mehr als 16 000 Schulkinder profitieren. Mehr online unter www.ketaaketi.de.

Weitere Informationen

Der Kalender mit Motiven aus Nepal zugunsten von „Ketaaketi“ ist zum Preis von 19,50 Euro bei Thalia, im Weltladen, im Findorffer Bücherfenster sowie den Buchläden Lahnstraße und Buntentorsteinweg erhältlich.

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