Werkstätten präsentieren sich in Wallanlagen

Bremer Keramikmarkt unter Auflagen

Erstmals wird der Bremer Keramikmarkt im Spätsommer veranstaltet. Wegen Corona musste der Markt in den Wallanlagen verschoben werden. Am Wochenende kann er unter Auflagen veranstaltet werden.
31.08.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Margot Müller
Bremer Keramikmarkt unter Auflagen

Das Team freut sich auf den Keramikmarkt: Joachim Schmidt (v.l.), Lisa Rosemann, Laura Wolfrahm, Jutta Klein und Roland Klein.

Scheitz

Weiße Banner zwischen den schattigen Bäumen gegenüber der Kunsthalle kündigen nun endlich den 31. Bremer Keramikmarkt an. Erstmals findet dieser im Spätsommer statt. Wegen der Corona-Situation war der beliebte Markt auf der grünen Wallwiese nicht wie traditionell gewohnt am dritten Juniwochenende möglich. Das Organisationsteam hatte sich aber intensiv um einen neuen späteren Termin bemüht und es ist gelungen.

Am Sonnabend, 5. September, und Sonntag, 6. September, von 11 bis 18 Uhr werden sich nun die Verkaufsstände der Kunsthandwerker als bunte Freiluft-Galerie präsentieren, die mit viel Platz und Abstand den aktuellen Anforderungen gerecht wird.

„Auch wenn in diesem Jahr alles anders ist, freuen sich die Töpfereien und Ateliers riesig auf das Marktgeschehen am Wochenende“, berichtet Keramikerin Jutta Klein, die den Markt gemeinsam mit zwei weiteren Kolleginnen organisiert. Während der „total verkorksten Corona-Saison“ hätten alle ihre Regale prall gefüllt und möchten jetzt gerne ihre Produkte anbieten, nachdem bisher schon so viele Märkte abgesagt waren.

Jedes Teil ein Einzelstück

Jede Werkstatt bringt individuelle Ergebnisse mit, in denen sich ihre Erfahrung mit Ton oder Porzellan zeigt. Die Besucher können Geschirr für den täglichen Gebrauch und Tischkultur neu entdecken oder dekorative Einzelstücke für Wohnung, Haus, Balkon und Garten finden. Hochwertiges Design und Ideen zum Außergewöhnlichen sind angekündigt. Die besondere Atmosphäre mitten in den Bremer Wallanlagen ist seit Jahrzehnten Kult für Keramik-Liebhaber. Auch diesmal zeigen hier wieder rund vierzig Werkstätten aus ganz Norddeutschland, Thüringen, Berlin, Nordrhein-Westfalen sowie aus den Niederlanden und Belgien ihre Arbeiten.

Mit bestimmten Auflagen sind in Bremen aktuell wieder Veranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 400 Personen möglich. Veranstalter müssen die Kontaktdaten der Gäste sicherstellen und ein Konzept vorlegen, das den Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Teilnehmenden ermöglicht. Deshalb erhält der gesamte Keramikmarkt eine Umzäunung mit separatem Eingang und Ausgang. Ein Pavillon am Weg hinter dem Wagenfeld-Haus bildet den Eingangsbereich und der Ausgang führt in Richtung Polizeihaus beziehungsweise Stadtbibliothek. Die Marktbesucher zahlen den symbolischen Eintrittspreis von einem Euro und erhalten eine bunte Karte, die am Ausgang wieder abgegeben wird. „So haben wir immer eine Kontrolle über die Anzahl unserer Gäste auf der Wiese“, sagt Jutta Klein und erklärt, dass Eintrittsgelder und kleine Spenden helfen sollen, die Kosten für die Maßnahmen zu finanzieren. Zudem ist das Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung für alle verpflichtend. Aber diese inzwischen schon überall selbstverständlichen Maßnahmen sollen jedoch dem Marktvergnügen nicht schaden, versichern die hoch motivierten Kunsthandwerkerinnen.

Von Vasen bis zu Tellern

Wenn man den Trendmeldungen glauben darf, ist handgefertigte Keramik zurzeit wieder stark im Trend, so wie alle ursprünglich und nachhaltig produzierte Dinge. Auf dem Bremer Keramikmarkt gibt es Vasen und Schalen aus Limoges-Porzellan, die feine Strukturen durch den Abdruck von Spitzenstoffen zeigen. Man kann Tassen, Becher, Teekannen und Gefäße finden, die teilweise mit flüssigem Gold oder Platin bemalt sind. Oder pastellige Kleinserien mit gemusterten Tellern, Vasen und Schüsseln in Türkis, Hellgrün und Hellblau. Ebenso kleine Figuren, handbemalte Fliesen, Kacheln und Reliefs. Zudem wollen die Werkstätten auf dem Bremer Keramikmarkt auch ein Wertverständnis für das Keramik-Handwerk vermitteln. Da jetzt gerade zwei Auszubildende ihre Abschlussprüfungen erfolgreich absolviert haben, werden auf einem extra Stand ihre Gesellenstücke vorgestellt.

Weitere Informationen

Der Bremer Keramikmarkt wird am Sonnabend und Sonnta, 5. und 6. September auf der Wallwiese gegenüber der Kunsthalle veranstaltet. Der Eintritt kostet einen Euro. Weitere Informationen zu den Ausstellern gibt es unter www.bremer-keramik-markt.de im Internet.

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