Gegen Kohle-Gesetz

Protest von Fridays for Future auf dem Marktplatz

Bremer Klimaschützer haben am Sonnabend auf dem Marktplatz und in der Innenstadt gegen das in Berlin beschlossene Gesetz zum Kohleausstieg protestiert. Der Ausstieg geht den Demonstranten zu langsam.
05.07.2020, 05:00
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Protest von Fridays for Future auf dem Marktplatz
Von Sara Sundermann
Protest von Fridays for Future auf dem Marktplatz

Kohleausstieg bis 2038, das ist den Demonstranten zu spät.

Frank Thomas Koch

Auf dem Marktplatz haben am Samstagvormittag Aktivisten gegen das neue Gesetz zum Kohleausstieg protestiert. Zu der Spontandemonstration hatte die Klimaschutzbewegung Fridays for Future aufgerufen. An dem Protest beteiligten sich der Polizei zufolge 50 bis 60 Menschen, nach Angaben der Demo-Mitorganisatorin Hannah Freyber waren 100 bis 150 Menschen vor Ort. Die Polizei sei erst eine Stunde nach Beginn der Demonstration vor Ort gewesen, bis dahin seien viele Protest-Teilnehmer bereits wieder gegangen, sagt die Klimaschutz-Aktivistin.

Das am Freitag vom Bundestag verabschiedete Gesetz sieht vor, dass Deutschlands Kohlekraftwerke bis zum Jahr 2038 stillgelegt werden sollen. Das ist aus Sicht von Fridays for Future zu spät: „Durch dieses Gesetz verabschiedet sich die Regierung vom Pariser Klimaabkommen und dem 1,5-Grad-Ziel“, urteilen die Bremer Demo-Organisatorinnen. Selbst das Ziel, die Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu bremsen, werde damit unmöglich gemacht. Das Gesetz erschwere außerdem, dass Kohlekraftwerke noch vor 2035 vom Netz gehen könnten.

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„Für eine Einhaltung des Pariser Klimaabkommens, zu dem sich die Bundesregierung verpflichtet hat, brauchen wir einen Kohleausstieg bis spätestens 2030“, sagt Freyber. Das nun beschlossene Gesetz bezeichnet sie als „Verrat an den Zielen für den Klimaschutz“. Die Bremer Klimaschutz-Aktivistin Frederike Oberheim betont, die Bundesregierung stelle immer noch Konzerninteressen vor die Zukunft der jungen Generation.

Die Protestaktion verlief nach Angaben der Polizei „sehr kooperativ“. Die Demonstrierenden zogen laut Polizei vom Marktplatz über die Obernstraße bis zum Parteibüro der SPD und danach zum CDU-Büro am Wall. Vor beiden Partei-Gebäuden gab es ein sogenanntes „Die In“. Das heißt: Die Demonstranten legten sich reglos auf den Boden. Dies solle an die bisherigen Opfer des Klimawandels und die künftig drohenden Gefahren erinnern, so Freyber. Klimaschutz-Aktivisten klebten nach Angaben der Demo-Organisatorinnen zudem Plakate mit politischen Botschaften an die Wände der Parteibüros von SPD und CDU.

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