Politik-Speed-Dating in der Bürgerschaft

Bremer Schüler befragen Abgeordnete

Beim Politik-Speed-Dating in der Bürgerschaft haben sich zwölf Wahlkandidaten Schülerinnen und Schülern gestellt. Die hatten kritische Fragen zu Bildung, Klimawandel und der Umweltpolitik.
02.05.2019, 19:57
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Bremer Schüler befragen Abgeordnete
Von Lisa-Maria Röhling
Bremer Schüler befragen Abgeordnete

Birgit Bergmann (FDP) war eine von zwölf Politikerinnen und Politikern, die sich den Fragen der jungen Menschen stellte.

Bernd Kramer

Nur fünf Minuten. Mehr Zeit bleibt den Schülerinnen und Schülern aus sieben Bremer Schulen nicht, um ihre Fragen zu stellen. An diesem Donnerstagmorgen in der Bremischen Bürgerschaft steht politischer Austausch im Turboformat auf dem Programm: Zwölf Politiker aus sechs Parteien stehen verteilt an Stehtischen im Festsaal der Bremischen Bürgerschaft und warten darauf, von den jungen Erwachsenen befragt zu werden.

Die Schülerinnen und Schüler aus den Klassen neun und zehn konnten bei „Liebe auf den ersten Blick? Politik-Speed-Dating“ die Kandidaten für die Bürgerschaftswahl auf den Prüfstand stellen. Der Name der Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung ist an diesem Morgen Programm:

Es muss schnell gehen, die Fragen müssen kurz sein, die Antworten auch. In kleinen Gruppen gehen die jungen Menschen von Politiker zu Politikerin, um mit ihnen über ihre Parteien und deren Wahlziele zu sprechen.

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Sobald nach fünf Minuten eine Glocke erklingt, müssen sie zum nächsten Gesprächspartner wechseln. Jeweils zwei Kandidaten aus insgesamt sechs Parteien stehen ihnen dabei zur Verfügung:

SPD-Landesvorsitzende Sascha Aulepp, Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD), CDU-Fraktionschef Thomas Röwekamp, Heiko Strohmann (CDU), Grünen-Spitzenkandidatin Maike Schaefer, Philipp Bruck (Grüne), Birgit Bergmann (FDP), Thore Schäck (FDP), Linken-Spitzenkandidatin Kristina Vogt, Anna Fischer (Linke), Ann-Katrin Magnitz (AfD) und Peter Beck (AfD).

Die Kandidaten für die Bürgerschaftswahl haben es mit schwierigen und komplexen Fragen zu tun. In der ersten Runde herrscht an jedem Tisch kurz Stille, dann trauen sich die ersten, ihre Frage zu stellen. Viele haben umfangreiche Notizen mitgebracht, ein Mädchen hält eine selbstgeschriebene Kurzzusammenfassung der Parteiprogramme in der Hand.

Nicht nur Kitas, Schulabschlüsse und der Gebäudeausbau interessieren sie, sondern auch Klimaschutz, der Mindestlohn oder Hartz-IV. „Warum ist Gröpelingen so arm?“, fragt ein Mädchen beispielsweise Röwekamp. Der lächelt, versucht, sich in seiner Antwort kurz zu fassen und beschreibt, dass seine Partei vor allem durch Bildungsangebote den Kindern in Gröpelingen mehr Chancen ermöglichen will.

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Drei Tische weiter fragt ein Junge Bogedan, ob die SPD eigentlich immer noch ihrer Gründungsidee treu sei und sich für die Arbeiter einsetze. Und während SPD-Chefin Aulepp über die Hürden beim Kita-Ausbau spricht, unterbricht ein Junge sie forsch: „Das ist doch Quatsch, oder?“ Die Glocke klingelt, die Schülergruppen ziehen weiter.

Das Eis ist schnell gebrochen, immer rascher wechseln die Jugendlichen nach dem Glockenläuten den Tisch und fragen drauf los. Die Politikerinnen und Politiker versuchen sich kurz zu fassen, gehen auf die Schüler ein. Einige von denen nicken interessiert oder machen sich Notizen, andere beginnen im Hintergrund, über das Gehörte zu diskutieren. Von Politikverdruss keine Spur.

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