Im Jahr des Schweins

Chinesisches Neujahrsfest im Bremer Übersee-Museum

Mehr als tausend Besucher kamen am Sonnabend zum chinesischen Neujahsfest ins Übersee-Museum. Wie in jedem Jahr ist der traditionelle Löwentanz Höhepunkt: Er soll Glück bringen.
26.01.2019, 20:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Britta Kluth
Chinesisches Neujahrsfest im Bremer Übersee-Museum

Der Löwentanz soll Glück bringen – und darf deshalb auf keinem chinesischen Neujahrsfest fehlen.

Christina Kuhaupt

Feuerwerk, Löwentanz und Maultaschen – all das gehört traditionell dazu, wenn Chinesen ihr Neujahrsfest feiern. So auch im Übersee-Museum, das am Sonnabend gemeinsam mit dem Bremer Konfuzius-Institut ein buntes Programm für die ganze Familie auf die Beine gestellt hat. Und dabei ging es ziemlich tierisch zu: Nach dem traditionellen Mondkalender beginnt am 5. Februar das Jahr des Schweins – und löst damit den Hund ab. Dass es in Bremen etwas früher gefeiert wird, ist nicht weiter ungewöhnlich.

„Viele Chinesen fahren für das Fest in ihre Heimat, egal wie weit weg sie wohnen“, erklärte Liu Chang vom Konfuzius-Institut. „Wir legen das Fest deshalb immer ein bisschen vor, damit noch alle hier in Bremen sind.“ Liu Chang reist ebenfalls zu ihrer Familie in Peking.

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Für das Neujahrsfest im Übersee-Museum hat sich die Studentin keine leichte Aufgabe ausgesucht: 30 Minuten dauerte ihr Schnupperkurs, der in die chinesische Sprache einführte. Die meisten hielten durch und lernten, dass „ma“ sowohl „Mutter“, „Hanf“, „Pferd“ und auch „schimpfen“ heißen kann. Die Bedeutung hängt davon ab, wie das Zeichen für die Aussprache aussieht, das sich über dem Wort befindet.

Glücksbringer für Türen und Fenster

„Englisch ist einfacher“, bestätigte Thomas Klein mit einem Augenzwinkern. Der Bremer besuchte bereits zum zweiten Mal das Neujahrsfest und drehte kräftig am Glücksrad von Yang Yi und Tianyi Kang. Wer sein Tierkreiszeichen traf, konnte einen Preis gewinnen. So wie Olga Zülck, die nach dem chinesischen Horoskop „Ratte“ ist und einen Glücksbringer überreicht bekam. Zum ersten Mal war sie dabei, vor allem die Konzerte hatten es ihr angetan.

Das Programm war prall gefüllt mit Musik, Workshops sowie kulinarischen Angeboten und lockte rund 1200 Besucher ins Übersee-Museum. Beim Kalligrafie-Workshop waren alle Plätze belegt: Unter Anleitung von Xin Wang und Jing Kang gestalteten die Teilnehmer ihre eigenen kleinen Banner mit dem chinesischen Schriftzeichen für Glück.

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„Die Banner werden an Tür, Fenster oder Wand befestigt und sollen den Bewohnern das ganze Jahr über Glück bringen“, erklärte Xin Wang vom Konfuzius-Institut. Claudia Friedrichs aus Verden und ihr Austauschkind Kari Mrotek aus Wisconsin lernten, wie man die Glücksbotschaft dekorativ zu Papier bringt. „Mein Banner fliegt mit Kari zurück nach Amerika, und ihr Werk bleibt bei mir", sagte die Verdenerin.

Traditionelle Speisen

Im Kochworkshop wurden gemeinsam Jiaozi zubereitet. Die chinesischen Maultaschen kommen traditionell zum Neujahrsfest auf den Tisch. Außerdem führte die Leiterin der Abteilung Völkerkunde, Renate Noda, durch die Asien-Ausstellung. Höhepunkt am Nachmittag war der Löwentanz, bei dem zwei Tänzer in bunte Löwenkostüme schlüpften – auch das soll Glück bringen. Im Übersee-Museum tänzelten gleich zwei Löwen zur Musik über die Tanzfläche und bekamen am Ende viel Applaus für ihre akrobatische Leistung.

Auch die Kung Fu-Vorführung von der Wushu Schule Zhao Dong aus Oberneuland kam gut an. „Dazu braucht man ganz schön Körperbeherrschung und Fitness“, befand Heinz Richter aus Bremen. Das Neujahrsfest endete am Abend mit einem Feuerwerk – es soll Dämonen und teuflische Geister vertreiben.

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