RTL-Castingshow "Das Supertalent" zeichnet fast die gesamte Staffel in Bremen auf

Bis zum 22. August gastiert das Produktionsteam der RTL-Show "Das Supertalent" im Bremer Metropol-Theater. Die Bandbreite der Kandidaten könnte größer kaum sein.
06.08.2018, 19:08
Lesedauer: 4 Min
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Von Kristin Hermann

Die Kandidatin wird als Pferde-Frau angekündigt. Wie bitte? Stehen gleich etwa lebendige Pferde auf der Bühne des Metropol-Theaters? Nein, nur die 32-Jährige. Stefanie Wojtascek ist ihr Name und sie will der prominenten Jury an diesem Tag zeigen, dass sie wie ein Pferd traben, galoppieren und Hindernisse überwinden kann. Zum Beweis führt sie den Fotografen vor, wie sie auf allen vieren über einen liegenden Stehtisch springt. Einen Schlüsselmoment, der sie zu diesem sehr besonderen Hobby gebracht hat, gab es nicht, sagt sie. „Ich bin seit meiner Kindheit fasziniert davon, wie sich Tiere fortbewegen“, sagt sie. Mindestens 20 Minuten täglich versucht sie deshalb, die beiden echten Pferde nachzuahmen, auf denen sie in ihrer übrigen Freizeit reitet.

Was Dieter Bohlen wohl zu diesem ungewöhnlichen Talent sagen wird? Wojtascek ist einer von zehn Acts, die sich am Montagmittag vor dem Musikproduzenten, dem Choreografen Bruce Darnell und der Moderatorin Sylvie Meis beweisen wollen. Seit Anfang dieser Woche wird im Metropol-Theater die zwölfte Staffel der RTL-Castingshow „Das Supertalent“ aufgezeichnet. Anders als in den Vorjahren werden dieses Mal alle 13 Folgen in Bremen gedreht. Die Liveshow zum Finale findet am 21. Dezember in Köln statt.

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Die Bandbreite der Kandidaten ist groß: Von Akrobatik und Feuershows über Magie bis hin zu Comedy-und Gesangseinlagen. Der jüngste Teilnehmer der Staffel ist fünf Jahre alt, die älteste Kandidatin ist eine 93-Jährige Sängerin. Noch bis zum 22. August bleibt die Crew in Bremen – zwei Shows werden pro Tag aufgezeichnet. Damit das gelingt, sind insgesamt 190 Menschen an der Produktion beteiligt: neben Moderator Daniel Hartwich und der prominenten Jury auch etliche Kamerateams, Tontechniker und Maskenbildner. Ein Großteil davon bleibt während dieser Zeit in Bremen. Das RTL-Team verrät sogar, wo die Juroren untergebracht sind. Während Dieter Bohlen im Dorint Park Hotel Bremen nächtigt, erholen sich Bruce Darnell und Sylvie Meis im Atlantik Grand Hotel.

900 Zuschauer im Saal des Metropol-Theaters

Pro Sendung können 900 Zuschauer im Saal des Metropol-Theaters Platz nehmen, Karten für die kommenden Tage sind noch verfügbar. Jonas Mundt hat für sich und seine Oma Sigrid Mundt Freikarten über seine Arbeitsstelle organisiert. Sie erhoffen sich einen unterhaltsamen Nachmittag. Neben großen Talenten spekuliert Jonas Mundt auf ein paar amüsante Ausreißer, die bei dem Fernsehsender gerne durch den Kakao gezogen und von der Jury auf den Arm genommen werden. „Ich freue mich vor allem auf Bruce Darnell, den sehe ich besonders gerne“, sagt Sigrid Mundt.

Vor dem eigentlichen Auftritt, der für die Pressevertreter geheim bleibt, üben die Kandidaten noch einmal ihre Choreografie oder geben Interviews im Backstage-Bereich. Wie in den Vorjahren sind auch einige Sportler nach Bremen gereist, die sich in den offenen Castings der vergangenen Monate für die Shows in Bremen qualifiziert haben. Aus Dresden sind die Sportakrobaten Tim Sebastian und Michail Kraft dabei, die schon im Kandidatenbereich zeigen, wie viel Kraft und Körperbeherrschung sie haben. Mit nur einem Arm hält sich der 18-jährige Kraft auf dem Kopf seines Trainingspartners. Ihr Können kommt nicht von ungefähr: Sie sind beide im Team der Nationalmannschaft. Erfahrung mit der Fernsehshow haben sie ebenfalls. Vor drei Jahren bewarben sie sich mit einer größeren Gruppe, schafften aber nach der ersten Runde nicht den Einzug ins Finale. „Seitdem haben wir viel dazugelernt“, sagt Sebastian.

Bewertet werden die Kandidaten von der dreiköpfigen Jury. Mit dem Drücken des grünen Buzzers zeigt ein Juror an, dass ihm der Auftritt gefällt. Wenn eine Darbietung nicht ankommt, kann die Jury das mit Hilfe des roten Buzzers offen legen. Wer zweimal Rot kassiert, ist raus. Mit dem goldenen Button hat jedes Jurymitglied zweimal die Chance direkt einen Kandidaten ins Finale zu wählen. Am Ende der Castingauftritte sucht die Jury nochmal die besten sechs aus, die ebenfalls ins Finale kommen. Dorthin will auch Michael Fox, bei seinen Fans besser bekannt als „Biermike“. Seit zwei Jahren lebt der 28-Jährige auf Mallorca, um seinen Traum als Partysänger zu verwirklichen. Dafür hat er zusammen mit einem Produzenten Titel komponiert, die mit Zeilen wie „Gib mir doch dein Like, ich bin der Biermike“ im Gedächtnis des Partyvolks hängen bleiben sollen.

Fox verdient sein Geld als Gärtner

Das klappt bisher eher mäßig. Zum Überleben reichen die Auftritte bisher noch nicht, sagt er. Fox verdient sein Geld deshalb nebenbei als Gärtner. Unterstützung hat sich der Sänger aus Bremen geholt. Auf der Bühne sollen drei Tänzerinnen aus dem Tanzstudio Corinna Runge seine Performance optisch aufwerten. Viel Zeit zum Proben blieb dem Gespann allerdings nicht. Sie lernten sich erst kurz vor dem Auftritt im Studio kennen. „Aber der Song geht ins Ohr, das klappt schon“, sagt eine der Frauen optimistisch.

Pferdeliebhaberin Stefanie Wojtascek aus Bad Zwischenahn berichtet Reportern derweil von ihren Sprungkünsten. 1,10 Meter hoch ist sie nach eigenen Angaben zu ihren besten Zeiten gesprungen. Dann machte ihr eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung. Für die Jury sollen nun 60 Zentimeter reichen. Schließlich muss sie sich noch etwas für das mögliche Finale aufsparen – sofern ihr der Galopp bis dahin gelingt.

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