90 Jahre James Last

Der Junge aus der Trinidadstraße

Er ist der größte Stern am Bremer Musikhimmel: James Last wäre am 17. April 90 Jahre alt geworden.
16.04.2019, 20:41
Lesedauer: 2 Min
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Der Junge aus der Trinidadstraße
Von Monika Felsing

Der 17. April ist für die Fans eines Bremer Weltstars kein Tag wie jeder andere: An jenem Tag im Jahr 1929 ist ihr Idol Hans (James) Last in einem Reihenhaus an der Trinidadstraße 9 in Sebaldsbrück zur Welt gekommen. Einen „Bremer Jung“ nennen ihn Bremer Freunde. Für sie bleibt er „der Hansi“. Für andere ist er ein Mann, der Musikgeschichte geschrieben hat, ein „Gentleman of Music“, ein Ausnahmetalent, Schöpfer eines eigenen, ungeheuer erfolgreichen Big-Band-Sounds. Der NDR zeigt am Karsamstag, 20. April, um 23.30 Uhr ein einstündiges Filmporträt über James Last.

Der im Sommer 2015 verstorbene Bandleader, Musikproduzent und Komponist war der jüngste Spross einer Arbeiterfamilie. Er hatte zwei ältere Brüder, Robert und Werner, und drei ältere Halbgeschwister, deren Mutter gestorben war. Vater Louis Last war Heizer bei den Stadtwerken und galt als hervorragender Bandoneonspieler. Er förderte seine Söhne aus zweiter Ehe musikalisch, und das offenbar mit Erfolg: Die drei Brüder spielten 1946 im neuen Tanz- und Unterhaltungsorchester von Radio Bremen.

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Hans Last begeisterte sich für Swing und Jazz, Tanzmusik, die in der Nazizeit in Deutschland verboten gewesen war und in der Nachkriegszeit vor allem bei der Jugend Furore machte. Mit der Karriere des jungen Sebaldsbrückers ging es steil bergauf. Er zählte in den Fünfzigern zu den besten deutschen Jazzbassisten. Als Orchesterleiter prägte er den „Happy Sound“, dem er seinen Weltruhm verdankte. Er hat alles erreicht, was man in der Musikbranche erreichen kann, zahlreiche internationale Auszeichnungen erhalten und seine eigenen Rekorde aufgestellt. „Wahrscheinlich“, hat er, wie immer gut gelaunt, in einem Interview zu seinem Achtzigsten gesagt, „gibt es keinen Arrangeur auf der Welt, der so viel gemacht hat wie ich.“ Auch heute noch verbinden zwei Generationen von Deutschen etwas mit seinem Namen - und zwar ganz unabhängig davon, ob es Fans sind.

In Bremen ist Hans Last geboren, in Bremen ist sein Nachruhm nicht verblasst, auch wenn der Musiker zuletzt in Florida und Hamburg zu Hause war und auf dem Ohlsdorfer Friedhof begraben ist: Er bleibt für viele der hellste Stern am Bremer Musikhimmel. Der Beirat Hemelingen plant, einen Platz, eine Schule, eine Straße oder eine Kindertagesstätte nach ihm zu benennen. Zum 80. Geburtstag veranstaltete die Hochschule für Künste (HfK) Bremen, deren Ehrensenator er war, ein Konzert im BLG-Forum. James Last erhielt die Bremer Senatsmedaille für Kunst und Wissenschaft, und die Freunde der Bremer Straßenbahn überraschten ihren „Hansi“ mit einer Sonderfahrt. Zurück zu seinen Bremer Anfängen.

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