Kinder planen den Spielplatz

Ein neues Spielgerät muss her

Der Kletterturm mit Rutsche auf dem Spielplatz Vasmerstraße ist seit September gesperrt und soll ausgetauscht werden. Bei einer Planungsparty konnten die Kinder nur sagen, was sie sich stattdessen wünschen.
20.02.2020, 06:13
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Holthaus
Ein neues Spielgerät muss her

Der Kletterturm mit Rutsche ist seit September abgesperrt und soll ersetzt werden.

Roland Scheitz

Auch Spielgeräte kommen in die Jahre und wenn die Lebenszeit vorbei ist, muss ein adäquater Ersatz her. Auf dem Spielplatz in der Vasmerstraße ist ein hölzerner Kletterturm mit Rutsche schon seit längerer Zeit nicht mehr bespielbar: Es ist also Zeit, sich über einen Nachfolger Gedanken zu machen. Und wer weiß besser, was gut zum Spielen taugt, als die Kinder selbst? Eine Planungsparty auf dem Spielplatz hat nun wertvolle Erkenntnisse auf dem Weg zum neuen Spielgerät geliefert.

„Das alte Spielgerät ist seit September abgesperrt“, sagt Kristin Bahr vom Fachdienst Spielraumförderung des Amtes für soziale Dienste. „Wenn wir etwas Neues aufbauen, sollen sich die Kinder selbst etwas wünschen. Da gibt es ja auch kreative Ideen. Und wenn es umsetzbar sein sollte, gestalten wir das.“ Auf die Frage, ob man das Gerät nicht einfach ersetzen könne, antwortet Kristin Bahr: „Laut dem Bremischen Kinder-, Jugend- und Familiengesetz soll es eine Beteiligung der Kinder, Jugendlichen und der Familien geben. Und für uns ist das wichtig: Vielleicht haben sich ja die Bedürfnisse geändert.“ Sie hoffe, dass sich die Beteiligten „viele tolle Sachen wünschen“. Es sei ein relativ zentraler Platz in der Vasmerstraße und umso wichtiger sei eine Beteiligung: „Das Schlimmste wäre, hier etwas hinzustellen und dann finden das alle doof.“

Finn Klammer arbeitet im Hort und meint: „Vielleicht kommt ja eine Idee dazu, die sonst nicht da wäre. Ob man dann drauf eingeht, weiß ich nicht, da ist man flexibel.“ Auf dem alten Spielgerät jedenfalls seien die Kinder oft drauf gewesen, „und bei Schnitzeljagden konnte man dort gut etwas verstecken.“

MIT Vasmerstraße Planungsparty Gestaltung Spielplatz

Jona malt, was er sich für den Spielplatz wünscht.

Foto: Roland Scheitz

Jedes Jahr gebe es eine Spielplatzprüfung vom Umweltbetrieb Bremen (UBB), erklärt Anke Bittkau vom Verein Spiellandschaft Stadt. Dabei habe der für Reinigung, Pflege und Kontrolle zuständige UBB festgestellt, dass an dem Gerät so viel marode ist, dass sich eine Reparatur nicht mehr lohne. „Wir als Verein veranstalten den Beteiligungsprozess.“

Und dieser Prozess sieht so aus: Unter den Rubriken Klettern, Hangeln, Rutschen und Chillen können sowohl Erwachsene als auch Kinder ihre Wünsche an eine Pinnwand anbringen, außerdem gibt es noch eine Meckerwand und eine Möglichkeit, die Vor- und Nachteile des Spielgerätes aufzuführen. Anschließend bewerten die Teilnehmenden die Vorschläge mit bunten Klebepunkten. Eine zweite Rutsche etwa wird von einigen Kindern favorisiert, eine „Stangenrutsche wie bei der Feuerwehr“ ist ebenfalls als Wunsch dabei, genauso wie „Seile zum Hochklettern“. Eine Festung mit Baumstämmen drum herum und einem Turm ist ebenfalls gut im Rennen, die Wackelbrücke wird gleichermaßen für toll und für blöd befunden. Anwohner haben auf einer Pinnwand einen Zettel befestigt, der besagt, dass die Röhrenrutsche als Resonanzkörper benutzt werde – Steine seien dort herunter geworfen und mit Stöcken sei dagegen geschlagen worden. Also: Bitte keine Röhrenrutsche mehr oder wenn, dann mit entsprechender Dämmung.

Der Meckerwand ist zu entnehmen, dass es zu wenig Spielmöglichkeiten für kleine Kinder gibt und überhaupt: „Alles dauert viel zu lange.“ Eine Mitarbeiterin des Kindergartens meint, es sei haarsträubend, dass das marode Gerät immer noch da sei. Bereits im Oktober habe sie gefragt, warum es nicht abgerissen werde, zudem lägen Scherben im Bereich des Spielgeräts und der Absperrzaun habe ein Loch. Sie spricht sich für ein Gerät aus, dass auch die kleineren Kinder berücksichtigt, „vielleicht ein Element mit einem einfachen Aufstieg.“

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