Erste Bilanz Es läuft im Bremer Metropol-Theater

Betreiber Jörn Meyer sieht die Veranstaltungsstätte am Richtweg auf einem guten Weg und erzählt, was er so alles plant.
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Es läuft im Bremer Metropol-Theater
Von Pascal Faltermann

Roger Hodgson, Bryan Ferry oder Oleta Adams waren da, Nana Mouskouri, Einstürzende Neubauten oder Barbara Schöneberger werden kommen. Die Stars geben sich die Türklinke in die Hand. Es läuft besser als gedacht am Bremer Metropol-Theater. Wenn Betreiber Jörn Meyer über die ersten gut zwölf Monate in der Spielstätte spricht, sieht er entspannt und zufrieden aus. Vor einem Jahr hat der 45-Jährige die Leitung des Hauses übernommen, dessen Zukunft lange auf dem Spiel und sogar ein Abriss zur Debatte stand. Im November 2017 saß Meyer im Prinzip vor einem weißen Blatt Papier. Jetzt kann er sagen: „Die Buchungslage ist sehr gut.“ Es läuft am Richtweg.

Für das Jahr 2018 sei eigentlich nicht mehr viel „zu reißen“ gewesen, sagt Meyer. Ein umfangreiches Programm braucht viel Planung und Vorlauf. Nachdem der Unternehmer Rolf Specht die Immobilien als Eigentümer übernommen hatte und die Zusammenarbeit mit dem vorherigen Betreiber „Mehr! Entertainment“ beendete, erhielt Veranstaltungsexperte Jörn Meyer den Zuschlag. Der in Westerland auf Sylt geborene und aufgewachsene Meyer brachte mehr als 20 Jahre Erfahrung im Live-Entertainment mit. Zuvor war er Mitglied der Geschäftsführung der Mannheimer BB Group, deren Tochter BB Promotion im Musical- und Konzertgeschäft tätig ist.

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Im Interview mit dem WESER-KURIER vor einem Jahr setzte er sich ambitionierte Ziele: 150 000 bis 200 000 Besucher gab er als Messlatte für das zweite oder dritte Jahr aus. Das hält er auch immer noch für machbar. „Wir haben jetzt bereits über 100 Tage für 2019 bestätigt“, sagt Meyer. Und fügt hinzu, dass derzeit hauptsächlich für das erste Halbjahr gebucht wurde, die zweite Jahreshälfte komme noch hinzu. Die Besucherzahlen für 2018 will er Ende des Jahres bekannt geben.

Ein Ort mit Zukunft

Aus dem nicht einfachen Start für das Metropol-Theater entwickelte sich zunehmend eine immer bessere Ausgangslage für die kommenden Jahre. Bis April 2023 haben Meyer und sein Team einen Vertrag, um die Veranstaltungsstätte zu bespielen. Dennoch gebe es immer wieder Leute, die Fragen, ob es weiter geht. „Ich würde sogar bis 2040 mieten, denn ich bin überzeugt, dass es funktioniert“, sagt Meyer. Natürlich müssen dann aber auch die Rahmenbedingungen stimmen. Aber Meyer ist sich sicher: „Dieses Theater, dieser Ort ist ein Glücksfall für Bremen.“ Menschen würden sich immer unterhalten lassen und Theater sehen wollen. Darum gehe kein Weg am Metropol-Theater vorbei.

Die Bedingungen stimmen für Meyer. Die Zusammenarbeit mit Veranstaltern wie ­Koopmann Concerts, Revue, Semmel oder Bremen Events & Concerts, um nur ein paar zu nennen, laufen seinen Angaben nach bestens. Die Wege seien kurz, der persönliche Kontakt erleichtere die Entscheidungen und das Miteinander funktioniere, so Meyer. So gelinge auch das Zusammenspiel mit dem neuen Gastronom im Haus, dem erfahrenen Bremer Geschäftsmann Barry Randecker (Theatro, Meierei), bestens.

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Offen für neue Ideen

Vergangene Veranstaltungen aus mehreren Genres wie „Falco – Das Musical“, „Ballet Revolucion“ oder Badminton auf der Theaterbühne in dem 1451 Sitzplätze fassenden Saal kamen gut an. Das Haus sei immer auch offen für neue Ideen, sagt Meyer. Die Konzerte von den genannten Musikern Hodgson, Ferry oder Adams waren ausverkauft. Auch bei Julia Engelmann gab es keine Tickets mehr.

Zudem füllte das Ensemble von „Carmen La Cubana“ oder die RTL-Show „Das Supertalent“ mit Dieter Bohlen das Haus. An 14 Drehtagen von „Das Supertalent“ seien mehr als 100 Leute im Metropol-Theater beschäftigt gewesen, was der Stadt Bremen gute 2000 Übernachtungen in Hotels bescherte. Auch Betriebsversammlungen mit bis zu 1000 Personen oder Abibälle funktionieren nach Angaben des Betreibers. Im Tagungsbereich solle und wolle das Theater noch wachsen.

In das Gebäudeensemble hat Jörn Meyer im ersten Jahr gut 100 000 Euro investiert: Fugen mussten ausgebessert, der Boden aufbereitet und kleinere Schäden behoben werden. Damit soll nicht Schluss sein. Irgendwann sei auch mal der Teppich dran. Seiner Strategie folgend will das Metropol-Theater möglichst viele Dienstleistungen von regionalen Anbietern beziehen und wenn möglich sollen diese auch nachhaltig sein. So gibt es nun Ökostrom von einem regionalen Anbieter.

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In diesem Jahr stehen noch Veranstaltungen wie „Flashdance – das Musical“ (30. Oktober bis 4. November), das Konzert von Tim Bendzko (8. November), Marillion (1. Dezember) oder „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ (12. bis 16. Dezember) an.

Geplant ist nun auch eine Benefizveranstaltung im Metropol-Theater: das Bremer Weihnachtssingen. Mit dem WESER-KURIER und dem Stadtmagazin sowie weiteren Partnern sollen einen Tag vor Heiligabend (Sonntag, 23. Dezember, 18 Uhr) Lieder mit der Familie und vielen anderen Bremern gesungen werden. Mit dabei sind neben vielen lokalen Prominenten aus der Kunst- und Kulturszene auch zwei Chöre, eine Bigband, ein Geschichtenerzähler sowie mit dem Publikum der wahrscheinlich größte Chor der Stadt. Und das Schöne daran: Der Erlös des Benefiz-Abends wird gespendet (Bremer Weihnachtshilfe und SOS Kinderdörfer). Ganz unter dem Motto: „Bremer singen mit Bremern für Bremer“.

Info

Zur Sache

Diese Veranstaltungen stehen 2019 an

Blue Man Group (9. bis 13. Januar), Max Raabe (19./20. Januar), Thriller-Live (16. bis 18. Januar), Helmut Lotti und Golden Symphonic Orchestra (24. Januar), Stomp (12. bis 17. Februar), Barbara Schöneberger (9. März), Loreena McKennitt (17. März), Wahnsinn – das Wolfgang-Petry-Schlager-Musical (16. bis 21. April), Operette „Im weißen Rössl“ (12. Mai), die TKKG „Freundschaft in Gefahr“ (14. April) oder Elvis – das Musical (3. Mai).

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