„Bürger in Wut“-Spitzenkandidat schmeißt hin

Ex-Reporter Lührssen erklärt Parteiaustritt

Der einstige Reporter Hinrich Lührssen hat seinen Rückzug aus der Partei „Bürger in Wut“ erklärt. Er begründet das mit der vermehrten Verbreitung von Verschwörungstheorien unter Mitgliedern.
15.04.2020, 06:00
Lesedauer: 1 Min
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Ex-Reporter Lührssen erklärt Parteiaustritt
Von Carolin Henkenberens

Der frühere „Radio Bremen“-Journalist und „Stern TV“-Reporter Hinrich Lührssen will seine politischen Aktivitäten am rechten Rand einstellen. Er habe am Dienstag das Austrittsformular für die „Bürger in Wut“ (BIW) abgeschickt und der Partei seinen Rückzug mitgeteilt, sagte er. Der BIW-Vorsitzende Jan Timke bestätigte die Trennung, Lührssen sei zuletzt kaum zu Parteitreffen gekommen. Einen Streit habe es nicht gegeben.

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Lührssen gab als Grund an, er habe eine starke Zunahme von Verschwörungstheorien in der Partei bemerkt. „So wird die Demokratie in unserem Land ernsthaft mit den Verhältnissen in der DDR-Diktatur gleichgesetzt“, erklärte er. Für Sachpolitik bleibe keine Zeit. Lührssen hatte bei der Bürgerschaftswahl 2019 als BIW-Spitzenkandidat in Bremen kandidiert, den Einzug ins Parlament jedoch verpasst.

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Zuvor war er einige Monate Mitglied der AfD, bei der er auch Spitzenkandidat werden wollte. Jetzt kündigte er an, ein Buch über sein „politisches Experiment“ schreiben zu wollen. Ein Sprecher von Radio Bremen teilte zur Frage, ob Lührssens Rückkehr zum Sender möglich sei, mit: „Allein die Ankündigung, zukünftig auf politische Ämter oder Funktionen zu verzichten, führt nicht automatisch dazu, dass damit auch Zweifel an der politischen Unabhängigkeit beseitigt werden.“

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