Liebfrauenkirche lädt zum Valentinstag ein

Feuer und Flamme für die Liebe

Ein Valentinstag ohne Kitsch und Kommerz, dafür mit umso mehr Spiritualität. Pastor Stephan Kreutz lädt zu dem sehr besonderen Abend „Feuer und Flamme für dich“ in die Liebfrauenkirche ein.
12.02.2020, 17:37
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Feuer und Flamme für die Liebe
Von Sigrid Schuer
Feuer und Flamme für die Liebe

Pastor Stephan Kreutz

Scheitz

„Stark wie der Tod ist die Liebe, die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen; auch Ströme schwemmen sie nicht weg“: Fantasievoller, bildreicher und sinnlicher ist die Liebe wohl selten beschrieben worden als im Hohelied Salomos. Von diesem Bibeltext lässt sich auch der Titel der Veranstaltung „Feuer und Flamme für dich“ ableiten, zu der Pastor Stephan Kreutz gemeinsam mit seiner Kollegin Jennifer Kauther aus Bremen-Nord für den Valentinstag, Freitag, 14. Februar, um 19 Uhr in die Liebfrauenkirche einlädt.

Der Name ist Programm: Auf dem Altar wird symbolisch für die verzehrende Kraft der Liebe in einer Schale eine Flamme entzündet. „Das Feuer steht nicht nur für die Leidenschaft, sondern auch für das Ungezügelte der Liebe“, betont Pastor Stephan Kreutz, der sich dieses besondere, spirituelle Geschenk zum Valentinstag für alle Paare im vergangenen Jahr ausgedacht hatte. Die Abkehr vom Kommerz und die Hinwendung zur Spiritualität kam an. Viele Liebende und Verliebte kamen in die Ratskirche am Markt. Nach dem großen Erfolg des Vorjahres kommt es nun zu einer Neuauflage. 2019 konnten die Paare ihre Liebe unter einem riesigen Herz aus 500 Luftballons am Altar segnen lassen. „Das Luftballon-Herz war dann doch ziemlich aufwendig und vor allem aus ökologischer Sicht nicht so sinnvoll. Also haben wird uns etwas Neues ausgedacht“, erzählt Kreutz, eben die lodernde Flamme.

Willkommen sind wie im vergangenen Jahr alle Paare, egal, welcher konfessionellen oder sexuellen Orientierung, ob mit oder ohne Trauschein. Denn am Valentinstag soll nur die Liebe zählen. Auch in diesem Jahr wird auf das Bekenntnis zum „göttlichen Geschenk der Liebe“, je nach Geschmack, mit einem Gläschen Sekt oder Selters angestoßen. Der Rezitator Martin Heckmann und die Kultur-Aktivistin, Künstlerin und Autorin Heide Marie Voigt lesen zuvor Liebeslyrik, der Weltmusiker Willy Schwarz wird sie auf seinem Akkordeon begleiten. Von Stephan Kreutz und Jennifer Kauther kommen die religiösen Impulse, eben auch aus dem ungemein erotischen Hohelied Salomos in der Übertragung von Rose Ausländer.

Darin heißt es: „Mit Küssen seines Mundes bedecke er mich. Köstlich ist der Duft deiner Salben, dein Name hingegossenes Salböl ...“ Und so können die Liebenden in der Liebfrauenkirche auch ihre Hände salben. An einer anderen Station können die Paare an einer sogenannten Talk-Box miteinander ins Gespräch kommen. Denn die Liebe sei zuweilen auch eine schwierige Aufgabe, sagt Kreutz und es könne mitunter eine Herausforderung sein, die Flamme der Leidenschaft im Alltag am Lodern zu halten. „Deshalb geht es uns an diesem Abend nicht nur um die romantische Paarbeziehung“, betont der Pastor.

Wer möchte, kann an diesem Wochenende gleich zwei Abende hintereinander in der Stadtkirche verbringen. Kantor Ulrich Kaiser hatte anlässlich des Jubiläumsprogramms zu 1000 Jahren Liebfrauenkirche die Idee zu dem musikalisch-literarischen Programm „1000 Augenblicke – Texte und Musik im Licht der Manessier-Fenster“ am Sonnabend, 15. Februar, um 19.30 Uhr. Es singt das Vitus Ensemble, das aus Mitgliedern des Knabenchores besteht, begleitet von Alina Kushinarova an der Orgel. Die Organistin studiert momentan noch an der Hochschule für Künste. Die Kirchenfenster wurden von dem katholischen Maler und Glaskünstler Alfred Manessier von 1964 bis 1979 geschaffen und gelten als ökumenischer Beitrag der Aussöhnung zwischen Frankreich und Deutschland.

Die Geschichte der Fenster ist in dem von Ottmar Hinz herausgegebenen Buch „Licht, das singt“ dokumentiert worden. Vier Fenster haben einen direkten Bezug zu biblischen Texten, das Pfingstfenster, in dem die Farbe Gelbgold dominiert, das Weihnachtsfenster, links vom Altar, das Predigtfenster rechts davon und die Fensterrosette (Marienfenster), die von der Marienfarbe blau dominiert wird. Stephan Kreutz wird die dazu passenden Texte aus der Bibel, aber auch zeitgenössische Texte lesen. Das besondere Highlight an diesem Abend: Alle vier Fenster sind von außen angeleuchtet. Denn normalerweise werden die Manessier-Fenster ja nur tagsüber durch das Sonnenlicht zum Leuchten gebracht.

Der Eintritt für beide Veranstaltungen in der Liebfrauenkirche ist frei.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+