Private Böllerei

Bremer Koalition diskutiert Alternativen zum Feuerwerk

Der Bremer Senat liefert Antworten, um gegebenenfalls private Feuerwerke und Böllerei an Silvester einzuschränken. Die SPD will weiter darüber diskutieren.
01.07.2020, 05:00
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Bremer Koalition diskutiert Alternativen zum Feuerwerk
Von Pascal Faltermann
Bremer Koalition diskutiert Alternativen zum Feuerwerk

Die SPD-Fraktion hat sich in einer Großen Anfrage mit Feuerwerken beschäftigt.

Patrick Pleul /dpa

Soll es zentrale Feuerwerke oder Lichtshows geben und dafür private Feuerwerke eingeschränkt werden? Diese Frage wird meist kurz nach Silvester diskutiert und versandet dann schnell. Aus diesem Grund hatten SPD, Grüne und Linke im Februar eine Große Anfrage an den Senat gestellt, um gegebenenfalls neue Regeln aufzustellen oder Feuerwerke sogar ganz abzuschaffen. Jetzt hat der Senat auf die 21 Fragen umfassende Liste geantwortet. Darunter befinden sich viele allgemeine Antworten, aber auch einige Daten zur Bremer Situation. „Im Kern haben sich zahlreiche Kritikpunkte an den Feuerwerken bestätigt“, sagt Arno Gottschalk, umweltpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion.

Zu den Schadstoffen, die durch Raketen und Böller freigesetzt werden, gibt es allerdings nur Schätzungen oder bundesweite Zahlen. Für das Bundesland lasse sich die Einsatzmenge, also die Menge der abgebrannten Feuerwerkskörper, kaum bestimmen, da es nicht nachvollziehbar sei, woher Feuerwerkskörper bezogen werden, heißt es in dem Papier. Auch zu Unfällen und Verletzungen durch die Knallerei liegen demnach für die Stadt Bremen keine systematischen Informationen vor. „Leider ergibt sich so kein klares Bild“, sagt Gottschalk, der die Antworten dennoch als gute Grundlage für weitere Diskussionen sieht, den privaten und missbräuchlichen Gebrauch von Feuerwerkskörpern herunterzufahren.

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Zu den Feuerwerk-Verbotszonen am Rathaus, Dom, der Kirche Unser Lieben Frauen und dem Zoo am Meer in Bremerhaven kommen aufgrund der vergangenen Silvesterfeiern aus polizeilicher Sicht weitere Orte in Betracht: Sielwall-Kreuzung, Hauptbahnhof, Bahnhof Vegesack sowie die Schlachte. Dies sei jedoch mit zusätzlichem Aufwand durch die Polizei verbunden.

Dem Vorstoß Berlins, mit einer Bundesratsinitiative private Feuerwerke einzuschränken, habe Bremen zugestimmt. Zentrale Feuerwerke oder Lichtshows hält Gottschalk für eine gute Idee, die weiter diskutiert werden müsste. In Sachen Organisation, Kosten, Abstands- und Sicherheitsaspekten gebe es noch einiges zu klären. Dazu gibt es auch eine ressortübergreifende Arbeitsgruppe Feuerwerk.

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