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Fragen rund um Organ- und Gewebespende

Wie wird ein Organspendeausweis ausgefüllt? Wo kann die Entscheidung noch dokumentiert werden? Die Gesundheitsbehörde verteilt Checklistenhefte in Arztpraxen, Kliniken und Bürgerservicecentern.
16.01.2019, 07:00
Lesedauer: 2 Min
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Fragen rund um Organ- und Gewebespende
Von Sabine Doll

Nach einer Befragung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden etwa 80 Prozent der Deutschen die Organspende gut, und gut 70 Prozent könnten sich auch vorstellen, selbst im Todesfall zu Spendern zu werden. Allerdings: Lediglich 36 Prozent haben ihre Entscheidung – dafür oder dagegen – in einem Organspendeausweis dokumentiert.

Die Bundeszentrale hat jetzt eine Checkliste erstellt, in der über das Thema Organ- und Gewebespende und darüber, wie und wo man seinen Willen formulieren kann, herausgegeben. Neben dem Organspendeausweis kann diese Entscheidung auch in einer Patientenverfügung dokumentiert werden. „Diese kostenlose Broschüre wird an Kliniken, niedergelassene Ärztinnen und Ärzte sowie an die Bürgerservicecenter in Bremen und Bremerhaven zur Weiterverteilung ausgegeben“, wie die Behörde von Gesundheitssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD) mitteilt.

Das Checklistenheft soll nach Angaben der Behörde dabei helfen, einen Organspendeausweis Schritt für Schritt richtig auszufüllen und eine Patientenverfügung angemessen zu verfassen. Komme es zu einem unumkehrbaren Ausfall der gesamten Hirnfunktionen, dem sogenannten Hirntod, könnten Organe gespendet werden. Liege dann kein korrekt ausgefüllter Organspendeausweis oder eine entsprechend verfasste Patientenverfügung vor, bleibe die Entscheidung den Angehörigen überlassen.

„Viele halten diese Entscheidung nicht in einem Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung fest. Darüber hinaus fällt es vielen Menschen schwer, mit ihren Angehörigen über ihren eigenen Tod und eine mögliche folgende Organspende zu reden sowie den eigenen Wunsch mitzuteilen“, betont die Senatorin. Ohne den Willen des Verstorbenen zu kennen, müssten die Angehörigen dann diese schwere Entscheidung treffen. Quante-Brandt: „Das ist eine zusätzliche belastende Situation für die Angehörigen.“ Die Broschüre solle dazu ermutigen, sich schon zu Lebzeiten mit dem Thema Organ- und Gewebespende zu beschäftigen, die eigene Entscheidung festzuhalten und Angehörige zu entlasten.

In dem Heft soll eine Reihe von Fragen, die häufig zu dem Thema auftauchen, beantwortet werden. Etwa: Wissen meine Angehörigen, dass ich einen Organspendeausweis oder eine Patientenverfügung habe? Möchte ich alle Organe spenden – oder möchte ich dies auf bestimmte Organe und Gewebe beschränken? Wo werden Organspendeausweis und/oder Patientenverfügung aufbewahrt? Weitere Informationen zum Thema gibt es auf der Homepage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter www.organspende-info.de.

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