Gebäude am Wall Suppenengel bekommen Lagerfläche für Lastenfahrräder

Die Bremer Suppenengel nutzen für ihre Essensausgabe seit einiger Zeit Lastenfahrräder, da es wegen der Pandemie mehrere Freiluftausgabestationen gibt. Diese Räder bekommen nun einen eigenen Unterstand.
01.03.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Matthias Holthaus

Altstadt. Zur Unterbringung ihrer Lastenfahrräder erhält der Verein Bremer Suppenengel ein ehemaliges Gebäude der Umweltbetriebe Bremen. Da die Suppenengel ihr Essen an Bedürftige aktuell nicht in ihrer Kantine, sondern an fünf Freiluftstandorten ausgeben, waren die Lastenfahrräder und damit auch ein Unterstand nötig geworden.

54 Ehrenamtliche und drei Festangestellte sowie Menschen in sieben bis acht Förderstellen, die Langzeitarbeitslosen den Weg in den Arbeitsmarkt ermöglichen sollen, sind bei den Suppenengeln aktiv. Pro Tag kochen 20 Mitarbeitende in der Küche, weitere 20 bewegen täglich den Fuhrpark – der inzwischen zum Problem geworden ist: „Wir haben sonst die Kantine am Gleis 1, doch wegen Corona geht das gerade nicht, deshalb die fünf Standorte unter freiem Himmel. Die Fahrräder können wir dort aber nicht unterbringen“, sagt Peter Valtink von den Suppenengeln. Die Lastenfahrräder, mit denen die Lebensmittel zu den Bedürftigen gebracht werden, müssen derzeit dezentral untergebracht werden.

Zur Lösung des Problems hat der Umweltbetrieb Bremen (UBB) ein Gebäude an der Straße Am Wall, Ecke Doventor, vorgeschlagen. Dort lagerten aktuell Geräte des UBB, sagt Valtink. Das Gebäude ist allerdings ein Sanierungsfall und wäre ohne den neuen Nutzer wohl abgerissen worden.

Die Suppenengel sanieren das Gebäude nun mithilfe der Sozialdeputation, 30.000 Euro von Werder Bremen und anderen Förderprogrammen vom Bund. „Das Objekt ist für uns perfekt geeignet“, sagt Valtink, „wir freuen uns, dort einziehen zu können.“

Jahrelang wohnten illegal Menschen in dem Bau – übel habe das ausgesehen, sagt Valtink. Inzwischen sei jedoch bereits der Grundriss geändert worden: Alte Mauern kamen weg, neue wurden hochgezogen und auch neue Leitungen werden derzeit verlegt. Ende des Frühjahrs soll die Grundsanierung abgeschlossen sein und bereit für den Einzug der Suppenengel. Das Gebäude soll sich dann in einem nachhaltigen Zustand präsentieren: Eine Wärmepumpe für die Heizung wird verbaut, Solarzellen werden installiert und insgesamt soll das Haus klimaneutral arbeiten. Dort können dann die Lastenräder untergebracht werden. Zudem wird es einen Mitarbeiterraum mit sanitären Anlagen geben. Nicht gestattet sein wird dort das Verköstigen der Menschen. Es sei nur ein sogenannter Lastenfahrradhafen, wo die Lebensmittel sortiert und in die Räder eingeladen werden können. Womöglich könne man die Räumlichkeiten im Winter so verändern, dass man Leute dort zum Essen einladen könne – „genehmigt ist das aber noch nicht“, sagt Valtink.

Am Gleis 1 gibt es wegen Corona derzeit zwar die Küche, aber keine Möglichkeit, dort zu essen. Laut Valtink baue man aber parallel eine Küche in der Neustadt auf, denn der Standort Gleis 1 werde in zwei Jahren abgerissen.

Im Moment versorgen die Suppenengel an ihren Freiluftstationen 200 bis 250 Menschen täglich mit Essen, berichtet Peter Valtink. Am Ende des Monats seien es meist mehr Menschen als zu Beginn. Die fünf Standorte der Suppenengel sind derzeit in Gröpelingen, am Hauptbahnhof, am Nelson-Mandela-Park, Am Wall und am Lucie-Flechtmann-Platz. Ihr Publikum sind Obdach- und Wohnungslose ebenso wie Rentner, Alleinerziehende und osteuropäische Menschen, die keine Sozialleistungen erhalten. Neben frisch gekochtem Essen verteilen die Suppenengel auch andere Lebensmittel und Kleidung. Neu sind darüber hinaus Corona-Schnelltests. Diese wurden gespendet. Ab dem 1. März wird es deshalb täglich bei je einer der fünf Ausgabestellen möglich sein, sich von einer Pflegekraft testen zu lassen.

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