Nach Kritik von Polizeigewerkschaft

Bremer Innenbehörde reagiert auf Vorwürfe

Auch Polizisten sollen in ein Register für potenzielle Gesundheitsschäden aufgenommen werden, die durch Asbestbelastung nach dem Großbrand entstehen könnten. Die Behörde reagiert auf Kritik der Gewerkschaft.
25.05.2020, 05:00
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Bremer Innenbehörde reagiert auf Vorwürfe
Von Sabine Doll
Bremer Innenbehörde reagiert auf Vorwürfe

Ende April war in einem Lagerhallenkomplex in Gröpelingen ein Brand ausgebrochen.

Christina Kuhaupt

Auch die Deutsche Polizeigewerkschaft sorgt sich um die Gesundheit von Beamten, die bei dem Großbrand in Gröpelingen im Einsatz waren. Der Landesvorsitzende Jürn Schulze kritisierte das Krisenmanagement der Polizei. Die Gewerkschaft habe frühzeitig gefordert, die Einsatzkleidung auf Asbestrückstände zu untersuchen, dies sei jedoch nicht erfolgt. Polizeibeamte hatten das Gebiet um den Brandort abgesperrt.

„Die Mitarbeiter der Bremer Polizei sind vor mehreren Tagen über das Intranet der Polizei informiert worden, dass eine Kontamination als sehr unwahrscheinlich angesehen wird, da sich die Einsatzkräfte in weiterer Entfernung vom Brandort befanden“, sagte die Sprecherin der Innenbehörde, Rose Gerdts-Schiffler, dem WESER-KURIER am Sonntag.

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Gleichwohl habe die Polizeiführung entschieden, dass alle Uniformen der beteiligten Polizeibeamten vorsorglich gereinigt würden. „Außerdem sollen die entsprechenden Beamten in die zentrale Expositionsdatenbank der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung vorsorglich aufgenommen werden“, sagte die Sprecherin von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD).

Nach dem Brand in dem Lagerhallenkomplex hatte sich herausgestellt, dass Asbestbruchstücke in einem Umkreis von 200 bis 300 Metern niedergegangen waren. „Es ist doch ein Irrsinn, zu glauben, dass bei der Feuerwehr alles kontaminiert wurde, bei der Polizei aber nicht. Die Ergebnisse der Feuerwehr müssen zwingend dazu führen, dass auch bei der Polizei alles getan wird, um eine Gesundheitsgefährdung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auszuschließen“, hatte Schulze in einer Mitteilung gefordert.

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