Johanniter-Hilfsgemeinschaft-Bremen Große Tombola nutzt den Kleinsten

Mit dem Verkauf von Losen hat die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Bremen ihre Projekte vor allem für Kinder unterstützt. Die nicht öffentliche Tombola ist jetzt beendet.
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Von Elke Hoesmann

Im großen Saal der St.-Ansgarii-Gemeinde hat Thilo Schmitz alles im Blick. Links liegen die Gewinne auf Tischen, üppige Präsentkörbe gehören dazu, auch Champagnerflaschen und Überraschungen in weißen Tüten mit roten Bändern und dem achtspitzigen Kreuz des Johanniterordens.

Die ersten Gäste haben Platz genommen, warten bei Kaffee und Kuchen gespannt auf die Ziehung der Preise. Schmitz hat dies mit vorbereitet. Er ist Vorsitzender der Johanniter-Hilfsgemeinschaft Bremen und lässt jetzt noch eine halbe Stunde lang Lose verkaufen. Alles ehrenamtlich, alles für einen guten Zweck. Profitieren sollen besonders Kinder.

Thilo Schmitz reist alle sechs Wochen nach Südamerika, erzählt er. Der 51-Jährige ist Kaufmann, als Kind lebte er in Caracas / Venezuela. Dort habe damals eine Kirchengemeinde eine ähnliche Tombola veranstaltet – nicht öffentlich und mit schönen, hochwertigen Preisen.

Alle Top-Preise gestiftet

So wollte er auch in Bremen vorgehen, 2016 organisierte die Johanniter-Hilfsgemeinschaft ihre erste Herbst-Tombola. Die Aktion hat inzwischen so viele Sponsoren gefunden, dass alle „70 Top-Preise“ im Wert von rund 9000 Euro gestiftet wurden, sagt Schmitz, der auch Diakon in St. Ansgarii ist. In Südamerika sieht Schmitz, was Armut mit Menschen macht.

„Aber auch in Deutschland gibt es noch so viel Armut in Randbereichen.“ Gerade jüngere Kinder bräuchten deshalb Unterstützung, sagt er. „Da kann man noch etwas machen, bevor sie vielleicht auf die schiefe Bahn kommen.“

Gleich mehrere Projekte fördert die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Bremen regelmäßig, darunter ein Straßenkinderprojekt der Bethel-Kirche in Talinn/Estland (www.peeteli.com), die diakonische Kindertageseinrichtung „Petri-Minis“ mit Familienarbeit im sogenannten „Orange House“ und eine Schülerfirma in Tenever. Die Firma am Schulzentrum Koblenzer Straße engagiert sich im Gegenzug für die Johanniter-Sozialstationen in Polen und hilft bei einer Weihnachtspakete-Aktion.

Bei Spielplatzsanierung geholfen

Hinzu kommen Einzelhilfen in Ad-hoc-Notsituationen, berichtet Schmitz. „So haben wir eine größere Summe für die Neugestaltung eines heruntergekommenen Spielplatzes am Rand von Bremen-Nord gespendet.“

Dort lebten 40 kleine Kinder in teilweise chaotischen Verhältnissen, so sein Eindruck. Außerdem übernehmen Mitglieder der Hilfsgemeinschaft ehrenamtlich Besuchsdienste im Johanniterhaus Bremen.

Welche Projekte gefördert werden, darüber entscheidet der Vorstand der Hilfsgemeinschaft. Sie wurde 1987 in Bremen gegründet und hat jetzt rund 100 Mitglieder. Der jährliche Bedarf für Hilfsmaßnahmen liegt nach ihren Angaben bei etwa 20 000 Euro.

„Löwenanteil müssen wir uns erarbeiten“

Zwar gebe es Spenden, einen Zuschuss des Johanniterordens und die Mitgliedsbeiträge. „Aber den Löwenanteil müssen wir uns erarbeiten“, erklärt der Vorsitzende. Da kommt eine große Tombola gerade recht. Seit August, so Schmitz, verkaufen Mitglieder und Freunde der Gemeinschaft die Fünf-Euro-Lose im Familien-und Bekanntenkreis.

Auch bei Nachbarn wurde für die gute Sache getrommelt. Vor einer öffentlichen Tombola schreckt Schmitz zurück, er befürchtet viele amtliche Auflagen und mühseliges Vorankommen.

Im großen Gemeindesaal kramen einige Gäste ihre Losabschnitte hervor. Weitere Schnipsel liegen in der bunten Lostrommel links auf dem Tisch. Bald werden zwei kleine Glücksfeen nach den Zettelchen mit Namen und Adressen der Loskäufer fischen.

Der erste Preisfünftägiger Aufenthalt in einem Luxushotel auf Kreta

Die Gewinner können sich auch auf Gutscheine freuen – für Restaurantbesuche oder einen Einkaufsbummel. Erster Preis ist ein fünftägiger Aufenthalt in einem Luxushotel auf Kreta, verrät Schmitz. Die Flugkosten werden übernommen.

Über 1900 Lose hatten die Johanniter bei der Tombola 2016 verkauft. einschließlich Spenden wurden 7400 Euro eingenommen. Diesmal sei mit einem Erlös von etwa 6000 Euro zu rechnen, sagt Schmitz.

Vier Ziele hatte er mit der Tombola vor Augen: zusammen etwas veranstalten, über den Johanniterorden informieren, die Hilfsprojekte bekannter machen und dafür Geld in die Kasse bekommen. Er ist zufrieden.

Info

Zur Sache

Verbunden mit evangelischer Kirche

Die Johanniter-Hilfsgemeinschaft Bremen ist ein Werk des Johanniterordens. Rund 80 dieser Gemeinschaften gibt es in Deutschland. Der Johannniterorden versteht sich als Teil der evangelischen Kirche Deutschlands. Mit ihr fühle man sich eng verbunden, sagt Johann von Cossel, Vorsitzender des Johanniter-Ortsverbandes Bremen. In der Stadt seien mehrere Werke seit vielen Jahren tätig, unter anderem in der Pflege- und Altenarbeit, bei der Unfallhilfe oder in der Flüchtlingsbetreuung.

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