Borgward-Chronik Große Träume, kleine Erfolge

2005 kam zum ersten Mal die Idee auf, Borgward wiederzubeleben. Seitdem ist viel passiert. Es gab viele Rückschläge und ein paar Erfolge. Ein Überblick.
02.07.2019, 19:14
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Große Träume, kleine Erfolge
Von Stefan Lakeband

Über viele Jahre wurde am Neustart der Marke Borgward gearbeitet. Das Aus für die geplante Produktion in Bremen ist dabei nur einer von mehreren Rückschlägen.

2005 – Christian Borgward denkt darüber nach, die Automarke seines Großvaters Carl F. W. Borgward wiederzubeleben. Die Rückkehr plant er zusammen mit Karlheinz L. Knöss, einem ehemaligen Daimler-Mitarbeiter.

21. Mai 2008 – Borgward und Knöss gründen in der Schweiz die Borgward AG, um das Comeback voranzutreiben.

März 2014 – Beiqi Foton Motor, ein chinesisches Unternehmen, das unter anderem Lastwagen baut, kauft die Markenrechte an Borgward.

3. März 2015 – Auf dem Autosalon in Genf verkündet Christian Borgward das Comeback der Automarke. Die Pläne sind ehrgeizig: Bis 2020 wollen Borgward und Knöss weltweit 800.000 Autos pro Jahr verkaufen.

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15. September 2015 – Der erste Borgward nach dem Comeback soll BX7 heißen und ein SUV sein. Auf IAA wird er der Öffentlichkeit vorgestellt. 2017 soll es ihn in Deutschland geben.

29. Februar 2016 – Der Autobauer sucht einen Standort für eine Produktion in Deutschland. Sowohl Bremen als auch Bremerhaven bringen sich für ein Werk ins Spiel.

26. Oktober 2016 – Die Entscheidung ist gefallen: Borgward kehrt zurück und will in Bremen ein Werk bauen. Die Hansestadt hat sich gegen Stuttgart und Brandenburg durchgesetzt, die auch in der engeren Auswahl waren. In Bremen sollen vorgefertigte Teile aus China zu Autos zusammengesetzt werden, später sollen Modelle mit E-Antrieb folgen. Der Produktionsstart ist für 2018 geplant.

28. März 2017 – Borgward bringt in China sein zweites Modell auf den Markt. Der BX5 ist auch ein SUV, jedoch etwas kleiner als der BX7. Borgward-Vorstand Ulrich Walker ist mit dem Marktstart in China zufrieden. Bis Ende 2016 habe man 40 000 Autos verkauft. Im Laufe des Jahres steigt der Absatz aber nur langsam.

11. April 2017 – Nach Verzögerungen ist ein Standort gefunden: Borgward sichert sich ein Areal im Bremer Güterverkehrszentrum. „Unsere Fertigung in Bremen wird das weltweite Kompetenzzentrum für Elektromobilität“, sagt Walker. Er geht von bis zu 50.000 Fahrzeugen jährlich und 100 neuen Jobs in Bremen aus.

12. September 2017 – Borgward kündigt den Marktstart für den BX7 in Deutschland noch für dieses Jahr an. Der Vertrieb soll über eine Onlineplattform des Mietwagenkonzerns Sixt laufen, die Werkstattkette ATU soll Servicepartner werden.

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Juni 2018 – Der BX7 TS kommt auf den deutschen Markt. Der SUV kostet 44 200 Euro, Kunden können ihn direkt in Stuttgart abholen. Dort steht auch das erste sogenannte Brand Center von Borgward. Es soll die sonst üblichen Filialen ersetzen. Weitere Händler sollen kurze Zeit später folgen. Am Werk in Bremen hält Borgward weiterhin fest.

30. August 2018 – Die Rückkehr nach Bremen wird immer fraglicher. Ein Borgward-Sprecher sagt dem WESER-KURIER: „Wenn wir uns für eine Fertigung in Deutschland entscheiden, wird Bremen der Standort sein.“ Es ist das erste Mal, dass das Unternehmen öffentlich an der Fertigung in Bremen zweifelt.

30. November 2018 - Xiuzhan Zhu wird neuer Vorstandsvorsitzender von Borgward Deutschland. Er folgt auf Philip Koehn, der erst im Juli den Posten übernommen hatte. Bis Ende des Jahres will sich der Mutterkonzern entscheiden, ob ein Werk in Bremen gebaut werden soll. Bis dahin reserviert die WFB das Grundstück im Güterverkehrszentrum.

Dezember 2018 – Foton findet einen Investor: Das chinesisches Start-up Ucar übernimmt 67 Prozent des Autobauers.

Frühjahr 2019 – Das Grundstück wird erneut für Borgward reserviert. Dass die Firma es mit einer Ansiedlung weiterhin ernst meint, davon ist Wirtschaftssenator Martin Günthner überzeugt.

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28. März 2019 – Nach Informationen des WESER-KURIER trennt sich Borgward von mehreren Mitarbeitern am Hauptsitz in Stuttgart. Das Unternehmen will sich dazu nicht äußern, ein Rückzug aus Deutschland sei nicht geplant.

Juni 2019 – Borgward gibt seinen Strategiewechsel bekannt.

1. Juli 2019 – Die Reservierung für das Gelände im GVZ ist abgelaufen. Borgward hat kein Interesse mehr an einer Fertigung in Bremen.

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