Ausstellung geplant Zerstörtes Südschiff der Stephanikirche freigelegt

Bei einer Grabung sind Teile des bei einem Bombenbangriff im Jahr 1944 zerstörten Südschiffs an der Stephanikirche in Bremen freigelegt worden. Sie sollen demnächst in einer Ausstellung gezeigt werden.
03.10.2019, 14:55
Lesedauer: 1 Min
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Von Jörn Hildebrandt

Als im August 1944 Bomben auf die Bremer Altstadt fielen, traf es auch die Stephanikirche: Das Südschiff wurde dabei so stark beschädigt, dass es bis heute nicht wieder aufgebaut wurde. Bei einer neuen Grabung an einer Stelle des einstigen Südschiffs legten Archäologen jetzt einen Teil der Fundamente dieses Kirchenschiffs frei – und machten dabei etliche Funde aus mehreren Zeitschichten. Die Landesarchäologie Bremen hat einzelne Funde jetzt präsentiert.

Bis zurück ins Mittelalter reichen zum Beispiel Reste von Säulendiensten, Formziegel der Backsteingotik, Tonscherben, Murmeln und Reste von Bestattungen. Wer in das große Grabungsloch schaut, sieht das rötliche Ziegelsteinfundament eines mächtigen Stützpfeilers im Südschiff. Es zeugt vom Umbau zur neogotischen Kirche am Ende des 19. Jahrhunderts. Zutage trat in der Grabungsstelle aber auch, was die Bomben angerichtet hatten: zerschmolzenes Fensterglas und ganze Lagen von herabgestürztem Dachschiefer.

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Die Grabung zeigt eindrucksvolle Funde aus der Baugeschichte der Stephanikirche, die immer wieder umgestaltet worden ist: von einer romanischen Basilika über eine Hallenkirche bis zur Ausstattung mit neoromanischen Seitenschiffen zwischen 1880 und 1890. Die Fundstücke gehen zunächst an die Landesarchäologie Bremen, anschließend sollen sie in einer kleinen Ausstellung in der Kulturkirche präsentiert werden.

Ein Dossier zur Bombennacht in Bremen lesen Sie hier

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