Interview nach der Bürgerschaftswahl

Jens Eckhoff: „Historische Chance, eine moderne Regierung zu bilden“

Jens Eckhoff, stellvertretender CDU-Landeschef, spricht im Interview über das Wahlergebnis, mögliche Koalitionen und die Beliebtheitswerte des CDU-Spitzenkandidaten.
26.05.2019, 21:34
Lesedauer: 2 Min
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Jens Eckhoff: „Historische Chance, eine moderne Regierung zu bilden“
Von Lisa-Maria Röhling
Jens Eckhoff: „Historische Chance, eine moderne Regierung zu bilden“

Jens Eckhoff ist stellvertretender Landesvorsitzender der CDU.

frei

Herr Eckhoff, Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder hatte ein Ergebnis „30 plus“ angepeilt. Das hat nicht geklappt, zudem unterscheidet Sie nur ein Prozentpunkt von der SPD. Sind Sie trotzdem zufrieden?

Jens Eckhoff: Das ist ein toller Tag für die Bremer CDU, das ist ein historisches Ergebnis und eine historische Wahl. Wir liegen außerdem vor der SPD, obwohl die Wahlbeteiligung bedeutend nach oben gegangen ist. Das zeigt: Die SPD ist der klare Wahlverlierer. Außerdem verdeutlicht der Blick auf die Ergebnisse der Europawahl, dass die Christdemokraten in Bremen auf dem Niveau von CDU und CSU auf Bundesebene sind, das ist sensationell. Das gibt uns die historische Chance, hier eine moderne Regierung zu bilden. Nun bleibt zu hoffen, dass alle Beteiligten den Mut dazu haben.

Warum gelingt dieser historische Führungswechsel genau jetzt?

Unser Kandidat und unsere Kampagne sind modern, außerdem hatten wir hohe Kompetenzwerte bei den entscheidenden Themen.

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Die Symphatiewerte Ihres Spitzenkandidaten liegen allerdings hinter denen des Kontrahenten Carsten Sieling. Was bedeutet das für einen künftigen Bürgermeister?

Herr Sieling liegt zwar vorne, allerdings konnte er keinen Amtsbonus für sich verbuchen. Unser Kandidat ist erst vor einem Jahr angetreten, es ist also nur eine Frage der Zeit, bis er höhere Sympathiewerte erreicht. Dafür müssen wir, direkt nach entsprechenden Sondierungs- und Koalitionsgesprächen, mit der Arbeit anfangen.

Stichwort Koalitionen: Wenn Sie stärkste Partei bleiben, auf wen gehen Sie zu?

Wir werden als erstes das Gespräch mit dem zweiten Wahlgewinner suchen: den Grünen. Die Menschen wollen klare Antworten auf Fragen nach Klima- und Umweltschutz oder Energiepolitik. Denn diese Themen hat die CDU auf Bundesebene bisher nicht besetzen könnten. Da könnten wir Bremer Christdemokraten ein Trendsetter sein. Wenn wir es schaffen, eine moderne Arbeitsmarktpolitik mit Klima- und Umweltschutzpolitik zu verbinden, dann kann von Bremen ein echtes Zeichen ausgehen.

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Wie sieht es mit den anderen Parteien aus?

Natürlich sprechen wir auch mit der FDP. Bei der SPD stellt sich die Frage vorerst nicht: Sie hat klar gemacht, dass sie nicht mit uns sprechen will. Unser Angebot steht: Wenn sich die SPD-Führung in den nächsten Tagen personell oder inhaltlich verändert, werden wir natürlich Sondierungsgespräche führen.

Welcher Punkt wäre für die CDU bei Sondierungsgesprächen nicht verhandelbar?

Wir wollen das Bildungsressort besetzen und dort Verantwortung übernehmen. Aber ansonsten wollen wir über Inhalte sprechen. Wir sehen bei allen Fragen Kompromisse.

Die Fragen stellte Lisa-Maria Röhling.

Info

Zur Person

Jens Eckhoff (53) ist stellvertretender Landesvorsitzender der CDU und seit 1993 mit einer achtjährigen Pause Mitglied der Bremischen Bürgerschaft. Von 2003 bis 2006 war Eckhoff Senator für Umwelt, Bau und Verkehr.

Wir haben für Sie die Diskussion zur Bürgerschaftswahl 2019 unterhalb des Liveblogs gebündelt. Dort können Sie gerne kommentieren. Wir freuen uns über Ihren Beitrag unter www.weser-kurier.de/bremenwahl-liveblog

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