Ideenwettbewerb für Schüler Kampfkunst für mehr Miteinander

Bei der Preisverleihung zum Wettbewerb „Feuer und Flamme für Bremen“ sind Schülergruppen für ihre Projektideen gewürdigt worden. Mit der Auszeichnung sollen Eigeninitiative und Kreativität gefördert werden.
13.06.2019, 17:55
Lesedauer: 2 Min
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Von Jakob Milzner

Kampfszenen in der oberen Rathaushalle: Mit Schlagstöcken und Boxhandschuhen bewaffnet, liefern sich Schülerinnen und Schüler der Tobias-Schule Bremen Duelle eins gegen eins. Doch die Auseinandersetzungen wirken eher spielerisch, sind ohne echte Feindschaft oder Aggressivität.

Die Vorführung ist Teil eines Projekts, das jetzt im Rahmen des Wettbewerbs „Feuer und Flamme für Bremen“ ausgezeichnet wurde. Insgesamt erhielten 19 Schülergruppen Geldpreise für die Umsetzung ihrer Ideen. Mit dem Preis sollen Eigeninitiative, Kreativität und Engagement belohnt werden.

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„Die Idee ist, dass die Schüler lernen, in einer Konfliktsituation fair miteinander umzugehen“, sagt Alfredo Agostini. Der Sportlehrer an der Tobias-Schule, wo Kinder und Jugendliche mit besonderem Förderbedarf unterrichtet werden, ist Initiator und Leiter des Projekts zur Stärkung von Selbstbewusstsein und Sozialkompetenz. Bei der Einführung in unterschiedliche Kampfkünste könnten sich die Schüler spielerisch ausprobieren und lernen, „auch den Körperkontakt und die anderen zu akzeptieren“, erzählt Agostini.

Asiatische Kampfkunst und norddeutsche Bienen

Asiatische Kampfkunst und norddeutsche Bienen liegen am Tag der Preisverleihung nur einige Minuten auseinander. Denn mit den Schülern der Grundschule an der Oderstraße wird auch ein Projekt mit 1500 Euro ausgezeichnet, bei dem die Kinder ihre handwerklichen und gestalterischen Möglichkeiten austesten können, indem sie Kerzen aus Bienenwachs ziehen.

Dieses Projekt soll auch einen Gegenpol bilden zur einseitigen kognitiven Beanspruchung durch Bildschirme und digitale Medien. „Beim Kerzenziehen erleben sie sowohl ihre Hände als auch sich selbst in einem schöpferischen Prozess. Sie müssen lernen, sich so zu verhalten, dass es etwas wird – handwerkliche Fertigkeit ist also gefragt und auch das Eingehen auf den Prozess des Kerzenziehens“, sagt Jan Hövener, der an der Grundschule als Kunsttherapeut und Pädagoge tätig ist. Und weiter: „Mein Anliegen ist es, dass Kinder nicht nur in den Schulgebäuden lernen, sondern dass sie auch rausgehen.“ Dafür bietet zur Zeit das Urban Gardening Projekt „Lucie“ am Lucie-Flechtmann-Platz Gelegenheit, wo sich die Schüler der AG „Natur und Du“ alle zwei Wochen mit Fragen rund um Pflanzen, Natur – und eben Bienenwachs beschäftigen.

Festmahl für Obdachlose

Soziales Engagement und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit stehen auch bei den anderen ausgezeichneten Projekten im Mittelpunkt. So möchten die Schüler am Schulzentrum Blumenthal das „Festmahl für Obdachlose“ im Dezember unterstützen und Menschen ohne Behausung bei der Gelegenheit mit selbstgestrickten Schals beschenken. Dank der vom Stahlkonzern ArcelorMittal gesponserten Preisgelder (im vergangenen Jahr rund 20.000 Euro) stehen nun ausreichend finanzielle Mittel für Wolle und Nadeln zur Verfügung.

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