Schulstart in Bremen

Keine Zwangsversetzungen für Lehrer

In Bremen sollen doch keine Lehrer zwangsversetzt werden. Das hat Bildungssenatorin Claudia Bogedan verkündet. Gleichzeitig hat der Senat ein Konzept zur Beitragsfreiheit von Kita-Plätzen beschlossen.
07.08.2018, 14:11
Lesedauer: 3 Min
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Keine Zwangsversetzungen für Lehrer
Von Kristin Hermann
Keine Zwangsversetzungen für Lehrer

Bremens Bildungssenatorin Claudia Bogedan.

Frank Thomas Koch

Anders als zunächst angenommen wird es im kommenden Schuljahr offenbar doch keine Zwangsversetzungen von Lehrkräften in Bremen geben. Das hat Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD) am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) im Rathaus bekannt gegeben. Zwar fehlen nach wie vor 50 Stellen im allgemeinbildenden Bereich und 50 Kräfte an den Berufsschulen, aber die betroffenen Schulen hätten sich untereinander geeinigt.

Abordnungen, die im Bereich der Grundschulen geplant waren, habe es nicht im großen Umfang gegeben. Die Schulen haben sich untereinander verständigt und wollen bei Bedarf an benachbarten Schulen aushelfen, so Bogedan. Speziell Grund- aber auch Oberschulen außerhalb des Zentrums seien von dem Lehrermangel betroffen. Die offenen Stellen sollen wie im vergangenen Schuljahr mit Masterstudenten sowie Kräften mit dem ersten Staatsexamen und Pensionären besetzt werden, die bei dem Verein Stadtteilschule beschäftigt werden, dem größten Personaldienstleister für die Bildungsbehörde.

Für 4558 Erstklässler startet diese Woche in Bremen die Schule. Mit ihnen zähle das Land im neuen Schuljahr dann 53 670 Schülerinnen und Schüler, teilte der Bremer Senat am Dienstag mit. Gemeinsam mit den etwa 22 000 Jungen und Mädchen in der Kindertagesbetreuung gebe es damit so viele Kinder und Jugendliche wie nie zuvor in Bremer Bildungsinstitutionen, sagte Bildungssenatorin Claudia Bogedan (SPD).

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Für die Schulen hat die Behörde insgesamt 308 neue Lehrkräfte eingestellt. „Wir wissen, dass die Neueinstellungen nicht ausreichen. Der bundesweite Fachkräftemangel ist akut“, sagte Bogedan. Von insgesamt 600 Referendaren beginnen 200 (40 im Bereich Sonderpädagogik) im neuen Schuljahr ihre Ausbildung. Bogedan und Sieling kündigten an, auch im laufenden Jahr Lehrer einzustellen.

Nach den Ferien werden im Vergleich zum vorherigen Jahr zwar weniger Kinder eingeschult und es wechseln weniger Kinder in die fünften Klassen, dennoch steige die absolute Zahl der Schülerinnen und Schüler. Hintergründe dafür seien die stetige Zuwanderung und die Tatsache, dass die Jahrgänge, die die Schulen verlassen weniger Schüler zählen als die, die jetzt nachfolgen. Wie berichtet, hat der Senat aufgrund des Platzmangels für das Land Bremen ein Programm mit zehn Millionen Euro aufgelegt. Davon werden derzeit Container an mehreren Schulstandorten aufgebaut, um den Unterricht nach den Ferien zu gewährleisten.

Auch in Niedersachsen enden am Donnerstag die Sommerferien. Anders als in Bremen ist schon jetzt sehr wahrscheinlich, dass Lehrer wieder an anderen Schulformen aushelfen müssen. Wie schon im vergangenen Jahr werden viele Gymnasiallehrer an Haupt-, Real-, Ober- und Grundschulen abgeordnet. Sie sollen verhindern, dass dort Unterricht ausfällt. Das Land kann wohl nicht alle 2000 ausgeschriebenen Lehrerstellen besetzen. Bis zum 2. August gab es laut Kultusministerium 1850 Neueinstellungen. Das Verfahren laufe aber noch bis Ende August. Für das beginnende Schuljahr besteht ein Bedarf an Abordnungen von 23 310 Unterrichtsstunden. Vor allem in den dritten und vierten Jahrgängen gibt es demnach Bedarf. Die Zahlen stammen von Ende Juni. An diesem Mittwoch will Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sämtliche Veränderungen zum Schulstart in einer Pressekonferenz verkünden.

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Einiges davon ist schon vorab bekannt: In der elften Klasse müssen die Schüler keine Punkte mehr fürs Abitur sammeln, sondern können sich orientieren. Dazu zählt auch der Berufsorientierungsunterricht. Außerdem wird Stoff aus der zehnten Klasse wieder in die elfte verlegt. Die Fünft- bis Zehntklässler haben aufgrund des Abiturs nach 13 Jahren weniger Nachmittagsunterricht. Trotz des innovativen schulischen Angebots wie der Berufsorientierung gehen laut Schulleitungsverband viele Schüler des elften Jahrgangs ins Ausland. Mit dem Start des Schuljahres 2018/2019 wird zudem die inklusive Schule in Niedersachsen auf die zehnte Klasse ausgeweitet. Das heißt, dass Eltern von Kindern mit Behinderung selbst entscheiden können, ob sie ihren Nachwuchs auf eine Förderschule oder eine Regelschule schicken.

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