Kommentar zum Silvester-Feuerwerk

Gefahr von oben

Den Städten die Entscheidung zu überlassen, ob es Silvester privates Feuerwerk geben soll oder nicht, wäre zumindest ein Kompromiss, der aber die praktische Diskussion voran bringen könnte, meint Nina Willborn.
12.10.2020, 05:00
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Gefahr von oben
Von Nina Willborn
Gefahr von oben

Wie das Innenressort bestätigt hat, zählt die Bremer Schlachte ab diesem Jahr zu den Verbotszonen für Silvesterfeuerwerk.

Ingo Wagner /dpa

Der 31. Dezember: Ihn sehnen wohl alle Bremerinnen und Bremer herbei, weil das vermaledeite 2020 endlich zu Ende geht. Aber wollen sie, um das zu feiern, ihre Gesundheit durch quer fliegende Raketen oder erhöhte Feinstaubbelastung gefährden und die Tiere der Stadt durch die Knallerei verstören? Eher nicht, wenn man den Umfragen glaubt. Mindestens seit 2019 spricht sich die Mehrheit der Deutschen für Böller-Verbote aus. Was Silvester auf Bremens Straßen und in anderen Großstädten passiert, hat nur noch wenig mit der alten Tradition des Vertreibens von bösen Geistern zu tun, es erinnert mehr an Kriegsszenen.

Deshalb ist es wichtig, dass sich die Politik mit dem Thema auseinandersetzt und zügig – wie nun mit der Ausweitung der Verbotszone auf die Schlachte – Ergebnisse liefert. Privates Feuerwerk in ganz Bremen zu verbieten, ist rechtlich nicht möglich, selbst wenn alle dafür wären. Beim bundesweit geltenden Sprengstoffgesetz anzusetzen und, wie die Arbeitsgruppe „Feuerwerk“ vorschlägt, den Kommunen die Entscheidungshoheit über Umfang und Art der Böllerei zu geben, bringt die Diskussion auf der praktischen Ebene voran.

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