Freiwilliges Politisches Jahr

Engagierter Einsatz für politische Bildung

Ihre Zeit bei der Konrad-Adenauer-Stiftung endet nun. Beverley Essuman gibt Einblicke in ihr Freiwilliges Politisches Jahr (FPJ) bei der parteinahen Stiftung
10.08.2020, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt
Engagierter Einsatz für politische Bildung

Für Beverly Essuman endet nun ihr Freiwilliges Politisches Jahr bei der Konrad-Adenauer-Stiftung.

Roland Scheitz

Sie spricht fließend einer der vielen Volkssprachen in Ghana und hat auch schon mehrmals das westafrikanische Land besucht, aus dem ihre Eltern stammen. Doch geboren und aufgewachsen ist Beverley Essuman in Bremen. Im Jahre 2000 geboren, begann sie direkt nach dem Abitur ihr Freiwilliges Politisches Jahr (FPJ) bei der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die ideell der CDU nahesteht.

„Politik hat mich schon immer interessiert, doch bevor ich mit meinem Studium der Politikwissenschaften beginne, wollte ich vorher unbedingt andere Erfahrungen machen“, sagt Beverley Essuman, „und über den Sozialen Friedensdienst bin ich auf die Konrad-Adenauer-Stiftung aufmerksam geworden.“ Dort begann sie Mitte August 2019 ihr Freiwilliges Politisches Jahr (FPJ) und betrat damit nach der Schule ein völlig neue Welt: „Meine Hauptarbeit war, die zahlreichen Veranstaltungen zu organisieren und anschließend Berichte zu verfassen“, sagt sie, „und die Seminare, Workshops oder Treffen fanden nicht nur in Bremen statt, sondern zum Beispiel auch in Bergen-Belsen, Neuengamme oder Bremerhaven.“ Die vielen Veranstaltungen vorbereiten, heißt zum Beispiel, einen Bus zu den Tagungsorten zu organisieren, Kontakt zu den Teilnehmern aufzunehmen, sie auf dem Laufenden zu halten und schließlich auch, sie persönlich kennenzulernen – angesichts der meist bunt gemischten Gruppen von Jugendlichen bis zu Senioren wurde sie dabei auch mit menschlicher Vielfalt bekannt gemacht.

Deutlicher Unterschied zur Schule

Die Konrad-Adenauer-Stiftung wird überwiegend aus Bundes- und Ländermitteln finanziert. Die Stiftung setzt sich für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit durch politische Bildungsarbeit ein, die national, aber auch international betrieben wird. Eine breit gefächerte Veranstaltungspalette der Konrad-Adenauer-Stiftung umfasst Themen wie Flüchtlingspolitik, Linksextremismus, Populismus, aber zum Beispiel auch Workshops zur politischen Rhetorik, bei denen Teilnehmer ihr Auftreten und ihre Wirkung auf andere verbessern lernen.

„Es war zunächst natürlich eine große Herausforderung für mich, auf Arbeitsumstände zu stoßen, die sich deutlich vom Schulbetrieb unterschieden“, sagt Beverley Essuman, „und dabei war vor allem großes Organisationsgeschick angesagt.“ Doch das eignete sie sich schnell an – wobei ihre eigene politische Bildung nicht zu kurz kam: Denn im Laufe ihres Freiwilligen Politischen Jahres hat sich Beverley Essuman auch mit den Inhalten der Veranstaltungen beschäftigt. Schließlich musste sie am Ende Berichte verfassen, die umfangreiche Recherchen mit sich brachten. So konnte sie sich viel neues politisches Wissen aneignen. Begleitend las sie Fachartikel und Bücher zu den politischen Themen – ideale Vorbereitungen für ihr geplantes Studium der Politikwissenschaften. „Nicht zuletzt konnte ich auch mein schriftliches Ausdrucksvermögen erheblich verbessern“, sag Beverley Essuman. „Und es hat mir schon immer Freude gemacht, Sachverhalte zu präsentieren und Leute zu überzeugen“, sagt sie, und dazu gehört auch rhetorisches Geschick, das auf Workshops der Konrad-Adenauer-Stiftung ebenfalls vermittelt wird – Fähigkeiten, die sie später gut gebrauchen kann, wenn sie politische Bildungsarbeit betreibt, wie es ihr vorschwebt. Dazu gehört zum Beispiel, sich mit Jugendlichen über Demokratie, Meinungsfreiheit oder die europäische Einheit zu unterhalten und damit das Verständnis für politische Werte zu fördern, die ihr wichtig sind. „Denn man muss dafür arbeiten, dass diese Werte auch weiterhin gelebt werden, sei es in Deutschland, sei es in anderen Staaten“, sagt sie.

Selbstbewusstsein entwickelt

Doch Politik ist für Beverley Essuman nicht alles – sportliche Bewegung wie Volleyball und auch Treffen mit Freunden schaffen ihr den idealen Ausgleich zur Kopfarbeit, die erheblich fordern kann.

Beverley Essuman gehört zu einer Generation von jungen Leuten, bei der das politische Engagement in den letzten Jahren deutlich größer geworden ist, sei es in Form der Fridays-for-future-Bewegung, sei es bei den aktuellen Anti-Rassismus-Kampagnen in den USA. Von daher fällt ihr Einsatz für politische Bildung wohl auch in ihrer zukünftigen Laufbahn auf fruchtbaren Boden: Das Freiwillige Politische Jahr bei der Konrad-Adenauer-Stiftung hat ihr jedenfalls geholfen, ihr berufliches Terrain bestens vorzubereiten. Dazu gehört auch, an seelischer Stärke gewonnen zu haben: „Ich habe in meiner Zeit als FPJlerin mehr Selbstbewusstsein entwickelt, und ich habe auch gelernt, mit Fehlern und immer neuen Situationen umzugehen. Und ich konnte mir immer wieder sagen: Klappt doch!“, sagt Beverley Essuman.

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