Kommentar zum Bußgeldkatalog

Ein Hilfsmittel mit abschreckender Wirkung

Es ist richtig, dass der Senat einen Bußgeldkatalog für Verstöße gegen die Corona-Verbote vorgelegt hat. Aber mehr als ein Hilfsmittel können sie nicht sein, meint Redakteur Ralf Michel.
04.04.2020, 05:00
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Ein Hilfsmittel mit abschreckender Wirkung
Von Ralf Michel
Ein Hilfsmittel mit abschreckender Wirkung

Der Bußgeldkatalog des Bremer Senats sieht Strafen bis zu 25.000 Euro vor.

Sina Schuldt /dpa

Die meisten von uns sind wohl so gestrickt: Ermahnungen oder Appelle an die Vernunft sind gut, konkrete Verbote besser. Vor allem, wenn sie mit saftigen Bußgeldern unterfüttert sind. Das ist was Konkretes, da muss man nicht drüber diskutieren, sondern weiß genau, was auf einen zukommt. Wenn man so will: ein Stück Sicherheit in diesen unruhigen Zeiten. So gesehen war es gut und richtig, dass der Bremer Senat einen Bußgeldkatalog vorgelegt hat. Jetzt, wo viele eine Verschärfung der Krise erwarten.

Doch machen wir uns nichts vor. Mehr als ein Hilfsmittel, auf dessen abschreckende Wirkung alle nur hoffen können, sind diese Bußgelder nicht. Wirklich helfen bei der Eindämmung des Coronavirus kann letztlich doch nur die Vernunft. Die Einsicht, dass Kontaktsperren und andere Beschränkungen sinnvoll sind. Weil sie der Gemeinschaft helfen, nicht, weil ein Verstoß dagegen Geld kostet.

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Ganz abgesehen davon, dass Polizei und Justiz ganz sicher Wichtigeres zu tun haben, als zu kontrollieren, ob Menschen dichter als anderthalb Meter beieinander stehen, oder Berge von Corona-Anzeigen abzuarbeiten.

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