Kunst im Freien

Hochkant-Filmfest an Bremens Haltestellen

Kinos und Museen haben aufgrund von Corona noch geschlossen. Die Bremer Künstlerin Karin Demuth hat sich deshalb ein Konzept für ein Medienkunst-Projekt im Freien ausgedacht: das Hochkant-Filmfest.
13.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Hochkant-Filmfest an Bremens Haltestellen
Von Alexandra Knief
Hochkant-Filmfest an Bremens Haltestellen

Allison Tanenhaus' künstlerische Arbeit "Regenbogenherz" ist neben 17 anderen Medienkunst-Beiträgen im Rahmen des Hochkant-Filmfests an den Videowerbetafeln in der Innenstadt zu sehen.

Hochkant-Filmfest

Seit Dienstag und noch bis zum 19. April findet in Bremen zum ersten Mal das Hochkant-Filmfest statt. Dabei werden eine Woche lang 18 Arbeiten von Kunstschaffenden aus Deutschland und der Welt auf den Werbevideoflächen an den Bahnhaltestellen Domsheide, Schüsselkorb, Obernstraße und Am Brill gezeigt.

Die Idee zu dem Festival kommt von der Bremer Künstlerin Karin Demuth. „Alle meine Ausstellungen letztes Jahr wurden wegen Corona abgesagt und ich saß ziemlich viel zu Hause“, sagt sie. „Jeden Tag habe ich eine größere Sehnsucht danach gehabt, spannende Leute und Orte kennenzulernen.“ Also habe sie sich ein Ausstellungsformat überlegt, das ohne Hygienekonzept im Freien funktioniert und zeigt, was andere Kreative so im Lockdown gemacht haben. Eine Jury mit Vertretern aus der Kunst- und Filmbranche hat aus über 100 Einreichungen aus zwölf Ländern ein Programm zusammengestellt. Ein Mal pro Minute wird das normale Werbeprogramm auf den 20 Tafeln in der Bremer Innenstadt durch die zehn Sekunden langen Grafikanimationen unterbrochen.

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Der Künstler Mathi?as Chumino aus Uruguay nimmt den Betrachter beispielsweise mit auf eine virtuelle Reise in die Teilchenwelt - durch Daten, Licht, Satellitennetzwerke und Codes. Jule Körperich widmet sich einem Thema, das in der Corona-Pandemie an Bedeutung gewonnen hat: dem Klopapier. Camila Mejía lässt in ihrer Animation eine Linie lebendig werden, Johanna Rafalski möchte eine Reflexion über das Konzept von Staatsbürgerschaft anstoßen. Die amerikanische Künstlerin Allison Tanenhaus verfremdet Originalbilder per Smartphone so, dass regenbogenfarbene, psychedelische Kompositionen entstehen. Viele weitere Arbeiten beschäftigen sich mit den wirtschaftlichen Folgen, den Gedanken während oder den Hoffnungen für die Zeit nach der Corona-Pandemie.

Ob das Filmfest ein regelmäßiges Angebot in der Stadt werden soll? „Natürlich hoffe ich, dass wir bald wieder normal ins Kino oder Museum gehen können“, sagt Demuth. Anfragen für eine Fortsetzung vonseiten der Stadt und auch vieler Künstler gebe es aber bereits. „Ich könnte mir zum Beispiel auch eine Adventskalender-Variante im Dezember gut vorstellen“, so die Initiatorin.

Das Projekt findet in Kooperation mit der Bremer Kunsthalle und dem Filmfest Bremen statt. Es wird gefördert durch das Programm Neustart Kultur, die Bremer Kulturbehörde, den Bremer Verband für Bildende Künstlerinnen und Künstler sowie das Aktionsprogramm Innenstadt „Bremen wird neu“.

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