442 Personen suchen aktuell nach Zimmer

Lange Wartelisten bei Studentenwohnheimen in Bremen

Die vom Land bezuschussten Studentenwohnheime in Bremen sind voll. Laut Studierendenwerk Bremen bestehe ein größerer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum, als derzeit vorhanden sei.
11.03.2019, 22:00
Lesedauer: 2 Min
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Lange Wartelisten bei Studentenwohnheimen in Bremen
Von Kim Torster

442 Personen warten aktuell auf ein Zimmer oder eine Wohnung in einem Studentenwohnheim des Studierendenwerks Bremen. Zu Beginn des Wintersemesters, wenn das Studium für Erstsemester-Studierende beginnt, stünden sogar regelmäßig knapp 800 Menschen auf der Warteliste. Das geht aus einer Pressemitteilung des Studierendenwerks Bremen hervor. Wie in den vergangenen Jahren müssen Studierende daher eine Wartezeit von etwa sechs Monaten einplanen – oder auf Angebote außerhalb des Studierendenwerks ausweichen.

Wie das Studierendenwerk angibt, sei die Situation für wohnungssuchende Studierende in Bremen und Bremerhaven aber weniger dramatisch als in anderen Universitätsstädten. In Göttingen etwa befinden sich 1632 Personen auf der Warteliste, fast viermal so viele wie in Bremen. Hier stünden auf der aktuellen Warteliste bereits einige Studierende, die ihr Studium erst im Oktober aufnehmen werden – also nicht sofort einen Platz benötigen.

Großer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum

Zudem seien die sehr hohen Zahlen der Warteliste kurz vor Beginn des Wintersemesters im Oktober wenig aussagekräftig, weil diese auch solche Bewerber enthalte, die sich im Vorfeld in mehreren Städten um Wohnungen bei Studierendenwerken bewerben würden – aber sich nicht abmelden, wenn sie dann doch in eine andere Stadt ziehen oder anderweitig eine Wohnung fänden.

Dennoch zeige die bereinigte Warteliste mit mehr als 400 wohnungssuchenden Studierenden, „dass ein größerer Bedarf an bezahlbarem Wohnraum besteht, als aktuell vorhanden ist“, sagt Maurice Mäschig, Sprecher des Studierendenwerks Bremen. Erst Ende 2018 hatte das Studierendenwerk deshalb 119 zusätzliche Wohnplätze aus einer ehemaligen Flüchtlingsunterkunft in der Anne-Conway-Straße übernommen. Andere Angebote, unter anderem in Gröpelingen, habe das Studierendenwerk aber ausgeschlagen. Standorte, die zu weit weg vom Campus oder der Innenstadt sind, seien schwer vermittelbar, sagt Mäschig. Zudem gebe es in diesen Gebieten ohnehin günstigen Wohnraum.

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Zwei neue Wohnheime und 555 neue Wohnplätze sollen zukünftig in der Emmy-Noether-Straße auf dem Campus der Universität Bremen und am Niedersachsendamm in Huckelriede entstehen. Wann die Wohnheime beziehbar sind, sei jetzt noch nicht abschätzbar, sagt Mäschig. Beide befinden sich noch in der Planungsphase.

Derzeit betreibt das Studierendenwerk Bremen elf Studentenwohnheime in Bremen und zwei in Bremerhaven. Knapp 2000 Studierenden finden hier Platz. Die Durchschnittsmiete für ein möbliertes Zimmer in einer der Anlagen liegt laut Studierendenwerk bei 240 Euro monatlich, inklusive Nebenkosten. Alle zwei Jahre gebe es zudem eine Anpassung. Für April ist eine Erhöhung von 2,5 Prozent geplant.

Bremen liegt im Mittelfeld

Wohnungen des Studierendenwerks sind in der Regel günstiger als auf dem regulären Wohnungsmarkt. Denn das Wohnangebot des Studierendenwerks wird vom Land Bremen bezuschusst, zudem erhält das Studierendenwerk einen kleinen Anteil vom Semesterbeitrag, den knapp 31 000 Studierende im Land Bremen halbjährlich entrichten.

Im Februar hat das Internet-Immobilienportal eine Mietanalyse aller deutschen Studentenstädte auf Basis der eigenen Daten veröffentlicht. Demnach waren Wohnungen außerhalb staatlicher Förderung und mit maximal 40 Quadratmetern und ein bis zwei Zimmern in Bremen im Jahr 2018 im Durchschnitt für 300 Euro Nettokaltmiete zu haben. Bremen liegt bei den Studentenstädten damit im Mittelfeld. Mehr als doppelt so teuer ist es für Studierende in München. Hier kosteten kleine Wohnungen laut Immowelt-Analyse 2018 im Schnitt etwa 790 Euro monatlich.

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