Laufen für Burkina Faso

Laufen für Burkina Faso

Seit den 1970er-Jahren engagiert sich die St.-Johannis-Schule für den westafrikanischen Staat Burkina Faso. Erst gab es einen Sponsorenlauf in den Wallanlagen, am Freitag und Sonnabend kommen die Haupttage.
28.03.2019, 18:16
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Von Matthias Holthaus
Laufen für Burkina Faso

Drehten fleißig ihre Runden, um den Menschen in Burkina Faso zu helfen: die Schülerinnen und Schüler der St.-Johannis-Schule.

Roland Scheitz

„Einmal rund um das Gewässer der Wallanlagen und das Wilhelm-Wagenfeld-­Haus und pro Runde gibt es Geld von Sponsoren“, erklärt die 16-jährige Osterholzerin Zolaika Wagenknecht, Schülerin der St.-Johannis-Schule, den Zweck des Sponsorenlaufes im Rahmen der Burkina Faso-Woche. 1,2 Kilometer ist solch eine Runde lang und Zolaika stempelt zusammen mit ihren Schulkameradinnen die Kärtchen ab, die die Läufer mit sich führen.

Insgesamt 450 Schüler laufen mit, erzählt Lehrerin Elisabeth Wiegandt. „Der Bruder des damaligen Schulleiters war bereits 1973 in Burkina Faso, dort herrschte damals eine Hungersnot. Er hat gefragt, ob die Schule helfen könne. Da war aber noch nicht abzusehen, wie groß die Aktion einmal werden wird.“ Und das betrifft nicht nur den langen Zeitraum, sondern auch die bisher eingegangenen Gelder: Rund 1,3 Millionen Euro wurden bisher gespendet.

„Hilfe zur Selbsthilfe und das alles vor Ort und das Wichtigste: Nachhaltigkeit“, beschreibt Elisabeth Wiegandt die Ziele der Burkina-Faso-Woche. Unterstützung finden dabei soziale Projekte wie Mädchenhäuser, in denen zwangsverheiratete Mädchen Zuflucht finden können oder alte Frauen, die der Hexerei beschuldigt werden. Zudem werden handwerkliche und landwirtschaftliche Projekte unterstützt, außerdem wird Kindern, die zuvor in Minen arbeiten mussten, eine neue Perspektive geboten. „Im günstigsten Fall können Menschen, die durch uns Geld verdient haben, anderen Menschen Mikrokredite vergeben.“

Finanziert werden aber auch Tiefbrunnen: „Die Menschen dort haben oftmals kaum Zugang zu sauberem Trinkwasser. Ein Tiefbrunnen kostet 8000 Euro, doch daran hängen Tausende Menschen.“

Insgesamt habe die Burkina-Faso-Woche einen Schulfestcharakter: „Man lernt die Schüler von einer anderen Seite kennen“, erzählt sie. „Und gerade gibt es einen Schüleraustausch mit Schülern aus der Nähe von Le Mans. Sie haben hier einen eigenen Stand, um uns zu unterstützen.“

Wie bereits berichtet, werden die Haupttage am Freitag und Sonnabend noch Theater, Musik und einen Flohmarkt bereithalten, außerdem gibt es ein Ehemaligencafé. „Oft werden wir gefragt, warum es immer Burkina Faso sein muss“, sagt Elisabeth Wiegandt. „Doch die Menschen rechnen mit uns, das ist eine Herzensangelegenheit. Das gibt den Menschen Hoffnung und zeigt, dass sie nicht vergessen werden.“

Weitere Informationen sind unter http://johannis.kshb.de/46-burkina-faso-aktion/ erhältlich.

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