Haltestelle „Domsheide“ Legende um die Glocke

Mit 200.000 besuchern im Jahr zählt "Die Glocke“ zu den meist besuchten Konzerthäusern im ganzen Nordwesten. In der Geschichte des Hauses sollen auch kleine Teufel vorkommen.
23.07.2019, 18:58
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Legende um die Glocke
Von Elena Matera

Die Fassade ist aus Backstein, der Treppengiebel ragt in den Himmel – und über den Eingangstüren prangt der Name des Konzerthauses: „Die Glocke“. Bereits im neunten Jahrhundert entstand an der Stelle des Gebäudes ein Kapitelhaus, ein Anbau des karolingischen Doms. Jahrhunderte später fand erst eine Domschule dort Platz, dann eine Gelehrtenschule, im 19. Jahrhundert ein Künstlerhaus. Ein Kurzschluss verursachte am 26. Januar 1915 einen Brand. Zurück blieb eine Ruine. Der Architekt Walter Görig entwarf das Gebäude so, wie es die Bremer heute kennen. Am 20. Oktober 1928 wurde „Die Glocke“ eröffnet.

Woher der Name des Gebäudes stammt, ist unklar. Laut einer Legende soll es einst eine Glocke in dem Turm eines Klosters gegeben haben, das neben dem Dom stand. Kleine Teufel, die damals in der Heide ihr Unwesen getrieben haben sollen, gelangten demnach eines Abends in den Turm und läuteten die Glocken. Als die verwunderten Mönche herbeistürzten, sahen sie, wie die Teufel mit leckeren Speisen aus der Glocke herausströmten. Mit diesen Verführungen hielten sie die Mönche von der Arbeit ab. Die Legende blieb in Erinnerung.

„Die Glocke“ überstand den Zweiten Weltkrieg. Modenschauen, Konzerte, die Eiswette – das Konzerthaus wurde in der Nachkriegszeit zum kulturellen Mittelpunkt der Stadt. Nach einer zweijährigen Renovierungsphase wurde „Die Glocke“ am 31. Januar 1997 wiedereröffnet. Seitdem besuchen jedes Jahr mehr als 200 000 Menschen „Die Glocke“. Damit ist sie eines der meist besuchten Konzerthäuser im ganzen Nordwesten.

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