Interview mit Olaf Orb von der Handelskammer

„Ich schätze die kurzen Wege“

Er vermittelt unter anderem, wenn neue Baupläne der Stadt Nachteile für Unternehmen bringen: Olaf Orb ist bei der Handelskammer stellvertretender Leiter der Bereiche Standortpolitik, Häfen und Verkehr.
06.04.2020, 12:00
Lesedauer: 2 Min
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„Ich schätze die kurzen Wege“
Von Nina Willborn
„Ich schätze die kurzen Wege“

Der Diplom-Wirtschaftsingenieur Olaf Orb kennt die internen Abläufe in der Handelskammer fast schon seit 20 Jahren.

Frank Thomas Koch
Wie sind Sie zur Handelskammer gekommen?

Olaf Orb: Auf Umwegen, aber es ist eine Verbindung geworden, die bald schon 20 Jahre hält. Ich habe damals in der Logistiksteuerung eines großen Automobilzulieferers am Bremer Kreuz gearbeitet und zufällig eine Stellenanzeige der Handelskammer gesehen, die damals Verstärkung im Bereich Verkehr und Häfen suchte. Das passte zu meinem beruflichen Hintergrund. Grundsätzlich hilft es, Berufserfahrung aus der Wirtschaft mitzubringen, weil einem dann der Zugang zu den Unternehmerinnen und Unternehmern leichter fällt.

Was ist Ihre Aufgabe?

Ich bin für eine, wie ich finde, sehr interessante Themenmischung zuständig. Dazu gehören die Bereiche Stadtentwicklung, innerstädtischer Verkehr und die Metropolregion. Zu meiner Arbeit gehört es unter anderem, hoheitliche Aufgaben der Handelskammer umzusetzen. Ein Beispiel aus der Stadtentwicklung: Über meinen Schreibtisch gehen alle Bebauungspläne. Wenn es in der Nähe des Standorts, an dem etwa neue Wohnungen gebaut werden sollen, Unternehmen gibt, prüfe ich gemeinsam mit ihnen, ob sie davon berührt werden. Da geht es dann zum Beispiel um Fragen des Lärmschutzes oder des Verkehrs. Dazu nehmen wir als Handelskammer Stellung. In den meisten Fällen gibt es keine Bedenken, manchmal aber eben schon. Dann suche ich das Gespräch mit beiden Seiten. Ich arbeite aber auch mit an Strategiekonzepten der Stadt wie etwa dem Verkehrsentwicklungsplan und dem Innenstadtkonzept, die beide neu gefasst werden sollen.

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Gibt es etwas, dass Sie besonders an Ihrer Arbeit schätzen?

Ja, das sind vor allem die kurzen Wege in Bremen und Bremerhaven. Einerseits zu den Unternehmen, andererseits aber auch zu Verwaltung und Politik, die ja wichtige Ansprechpartner sind, wenn es darum geht, in wirtschaftspolitischen Fragen Einfluss zu nehmen. Da schätze ich die Verlässlichkeit persönlicher Netzwerke. Für mich ist es auch etwas Besonderes, mitten im Herzen meiner Heimatstadt arbeiten und ihren Gewerbetreibenden Hilfe leisten zu können.

Was unterscheidet Ihren Job von einem in der freien Wirtschaft?

Als Handelskammer verstehen wir uns als Dienstleister für unsere Mitgliedsunternehmen und bieten ein zuverlässiges Prüfungswesen, ein breites Unterstützungs- und Informationsangebot sowie viele gute Ideen für Bremen und Bremerhaven. Wir stehen, anders als ein Unternehmen, nicht im Wettbewerb mit anderen. Das ist eine natürlich privilegierte Stellung. Aber wir können uns nicht zurücklehnen – im Gegenteil. Wir begreifen uns als Dienstleister, haben die Verpflichtung, unsere Mitglieder, die uns ja durch ihre Beiträge finanzieren, nach Kräften zu unterstützen und den Wirtschaftsstandort insgesamt voranzubringen. Wir sprechen für die gesamte Wirtschaft, für den Windanlagenbauer, den IT-Dienstleister und den kleinen Einzelhändler genauso wie für die Stahlwerke oder die Automobilindustrie.

Das Gespräch führte Nina Willborn.

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Info

Zur Person

Olaf Orb (53)

ist Bremer und seit
August 2000 bei der Handelskammer. Der Diplom-­Wirtschaftsingenieur ist stellvertretender Leiter der Bereiche Standortpolitik, Häfen, Verkehr.

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