Marktplatzplaudereien

Die Roten zieht's ins Sauerland

Politiker sind auch nur Menschen. In unseren Marktplatzplaudereien greifen wir die kleinen, bunten Geschichten aus dem Politik- und Behördenalltag auf – Randnotizen, die für den Papierkorb zu schade sind.
05.09.2020, 05:00
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Die Roten zieht's ins Sauerland
Von Jürgen Theiner

St.-Andreas-Wallfahrt

Von „Bovi“ lernen, heißt siegen lernen. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) hat sich bereits im ersten Amtsjahr ein beachtliches Standing erarbeitet, in einer Umfrage des WESER-KURIER erhielt er unter allen Senatsmitgliedern die beste Benotung. In der SPD eifern ihm deshalb immer mehr Genossen aus der zweiten Reihe nach. Nachdem der Bürgermeister vor ein paar Wochen im Sauerland wandern war, kommt jetzt im Regierungsapparat und in der Partei ein regelrechter Run auf die Mittelgebirgsregion in Gang. Zuletzt begab sich ein Schwung Jusos um den Vorsitzenden Sebastian Schmugler auf die St.-Andreas-Wallfahrt. Wahrscheinlich in der Hoffnung, die Wanderhütte fotografieren zu können, in die „Bovi“ leibhaftig eingekehrt war.

Kleines Missgeschick

In der Umweltbehörde ist man nach einem Dreivierteljahr auf eine mittelschwere Datenpanne aufmerksam geworden. 2019 hatten die Freien Demokraten eine parlamentarische Anfrage zum Fuhrparkmanagement der senatorischen Behörden gestellt. Es ging um das Thema Nachhaltigkeit und die Verwendung alternativer Antriebe. Das Haus von Senatorin Maike Schaefer (Grüne) antwortete darauf sehr ausführlich, unter anderem mit einer Auflistung sämtlicher Behördenfahrzeuge samt Kennzeichen, beispielsweise auch von Polizeifahrzeugen. Die Auskunft stand monatelang online und war für jeden einsehbar. Erst vor Kurzem wurden die sensiblen Daten entfernt.

Mentor übt Nachsicht

In der Verwaltung der Bremer Universität gibt es punktuellen Nachholbedarf in politischer Bildung. Von dort – genauer: vom Mentoring-Projektteam „ProMentes“ – erhielt CDU-Landesgeschäftsführer Heiko Strohmann kürzlich eine schriftliche Anfrage. Gesucht werde ein politischer Mentor, der einem Doktoranden bei einer politikwissenschaftlichen Promotion über „Die Flüchtlingskrise als kommunikative Herausforderung für die deutsche Bundesregierung“ hilfreich zur Seite steht. Abgefasst war die Bitte so: „Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie oder eine Parteigenossin / ein Parteigenosse als Mentorin / als Mentor zur Verfügung stehen könnten.“ Strohmann blieb in seiner Antwort höflich: „Wir haben zwar keine Genossen, aber ich melde mich als Mentor an.“

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