Gute-Kita-Gesetz in Bremen

Mehr Personal für Betreuung

Zusätzliche Fachkräfte für Kitas in benachteiligten Stadtgebieten und ein Quereinsteiger-Programm: So will Bremen die Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz nutzen.
23.03.2020, 06:00
Lesedauer: 2 Min
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Mehr Personal für Betreuung
Von Sara Sundermann
Mehr Personal für Betreuung

Das Gute-Kita-Gesetz soll die Betreuung in den Einrichtungen verbessern, indem zum Beispiel mehr Geld für Personal da ist.

Friso Gentsch/dpa

Insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro sollen die Länder vom Bund bis zum Jahr 2022 bekommen. Das Geld soll in die Kinderbetreuung fließen, so legt es das Ende 2018 vom Bundestag beschlossene Gute-Kita-Gesetz fest. Im Kern sollen mit dem Bremer Anteil dieser Mittel drei Handlungsstränge verfolgt werden, heißt es dazu in einer Vorlage der Bildungsbehörde, die zuletzt Thema in der Deputation war.

Erstens soll der Betreuungsschlüssel in Einrichtungen mit besonderen sozialen Herausforderungen verbessert werden, kündigt die Behörde an. Das heißt: Kitas in ärmeren Stadtteilen sollen mehr Fachkräfte bekommen. Zweitens soll die Aus- und Weiterbildung für Kita-Beschäftigte verbessert werden, um Fachkräfte zu gewinnen – Erzieher werden händeringend gesucht. Drittens sollen durch die Abschaffung der Kindergarten-Gebühren mehr Kinder an der Förderung in den Kitas teilhaben können.

Für 2019 seien bisher nur die nötigen Gelder für die Abschaffung der Gebühren eingeplant worden, heißt es in dem Behördenpapier: Ab August 2019 habe das Land die Zahlungen an die Kindergärten erhöht, um das Loch auszugleichen, dass der Wegfall der Elternbeiträge bei den Kitas reißt.

Um den Betreuungsschlüssel zu verbessern, soll jede Ganztagskindergartengruppe in benachteiligten Stadtgebieten Geld für etwas mehr Personal bekommen. Das heißt, ein Kindergarten mit drei Gruppen etwa in Gröpelingen könnte eine zusätzliche Erzieherin einstellen. Der Behörde zufolge sollen auf diese Weise in den kommenden Jahren bis zu 320 Gruppen in Bremen und bis zu 80 Gruppen in Bremen mehr Personal erhalten.

Für die Fachkräftesicherung will Bremen die berufsbegleitende Erzieher-Weiterbildung „mit vergüteten Elementen“ weiterentwickeln. Man will für diese Weiterbildung mehr Männer und mehr ältere Personen gewinnen. Zudem sollen mit einem Quereinsteiger-Programm kurzfristig Fachkräfte aus verwandten Berufen zu Erziehern weitergebildet werden. Eine erste Klasse sei dazu beim Paritätischen Bildungswerk Bremen im Februar gestartet. Zudem sollen künftig angehende Erzieherinnen monatliche Ausbildungsprämien bekommen, solange sie eine Fachschule besuchen (wir berichteten).

Im Dezember begannen die Milliarden aus dem Gute-Kita-Gesetz an die Länder zu fließen. Das Bundesgesetz soll die Qualität in der Betreuung verbessern, Kindern mehr Teilhabe ermöglichen, Familie und Beruf besser vereinbar machen und unterschiedliche Kita-Standards der Bundesländer angleichen.

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