German Folding Bike Open

Mit Schirm, Charme und Klapprad

Zum vierten Mal starten am 16. Juni über 100 Klapp- und Faltrad-Fahrer aus ganz Deutschland, um den „GFBO-Champion 2019“ zu ermitteln. Neben dem Sport stehen auch die Kostüme der Teilnehmer im Mittelpunkt.
15.06.2019, 10:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jakob Milzner
Mit Schirm, Charme und Klapprad

Beim Klappradrennen, wie hier im vergangenen Jahr, geht es ziemlich bunt und teilweise schrill zu zu. Der Spaß zählt.

elements of sports

„Auf die Plätze, klappen, los“, heißt es am kommenden Sonntag, wenn an den Wallanlagen in der Innenstadt das vierte „German Folding Bike Open“ (GFBO) beginnt. Das vermutlich schrillste Fahrradrennen Norddeutschlands lockt seit 2016 Fans von Klapp- und Falträdern nach Bremen – und kann abseits des Sports auch durch visuelle Extravaganz punkten.

Denn nicht nur die Gefährte fallen aus dem üblichen Raster eines Fahrradrennens: Darüber hinaus werden auch die Outfits der Fahrer wieder einige Sehenswürdigkeiten bieten und den Zuschauern und Teilnehmern ein exzentrisches Spektakel servieren, wie man es selten zu Gesicht bekommt. Abgesehen von der Helmpflicht sind den Startern bei der Wahl ihrer Kostümierung kaum Grenzen gesetzt: Von „Very British“ bis zu „Skurril mit Stil'“, lautet der Dresscode des diesjährigen Rennens.

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Bis zu 111 Fahrer werden erwartet, wenn um 10.30 Uhr alle Starter zu einer gemeinsamen Testrunde in die Pedale treten. Doch ganz so einfach ist es nicht – denn das Hauptrennen beginnt mit einem sogenannten Le-Mans-Start. Das heißt: Alle Teilnehmer müssen zunächst einen Fünf-Meter-Sprint zu ihren Drahteseln zurücklegen. Dann geht es an die Konstruktion: Die Räder müssen zunächst von ihren Besitzern auseinandergefaltet werden, bevor diese dann auf der Rennstrecke losflitzen können.

Und auch damit ist es nur für jene Teilnehmer getan, die mit Falträdern an den Start gehen. Denn diese haben im Vergleich zu ihren Klapprad-Kontrahenten einen Nachteil, der ausgeglichen werden will. Im Gegensatz zu den eher altmodischen Klapprädern, warten moderne Falträder mit einem komplexeren Faltmechanismus auf, der beim Zusammenbau wertvolle Sekunden kosten kann. Die Lösung: Fahrer eines Klapprads müssen beim Start zusätzlich noch einen Luftballon aufblasen – und die Luft dann möglichst quietschend wieder entweichen lassen.

"Schwer, aber ewig haltbar"

Der Wettkampfgedanke ist dabei eher nachrangig; die Intention sei eher ein „amüsantes Get-togehter von 'verrückten Leuten'“, wie es Jens Heeren, einer der beiden Veranstalter, beschreibt. Auch die Teilnehmer schätzen das lockere Miteinander während des Rennens: „Einfach die Stimmung, das Flair, dass es eine entspannte Veranstaltung ist“, sagt Thomas Ballauf über den speziellen Reiz des GFBO.

Ballauf nimmt mit seinem Team, der „Pappagruppe Berlin“, bereits zum dritten Mal teil. Zusammen mit seinen Teamkollegen, alle Väter von mindestens zwei Kindern, wird auch er am Sonntag auf einem Klapprad der DDR-Marke Mifa starten. Schon als Kinder seien sie auf den heute 40 Jahre alten Minirädern gefahren, erzählt Ballauf. Diese seien „schwer, aber ewig haltbar“ – es dürfte also nicht der letzte Start der Berliner Combo werden.

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Am Ende gibt es natürlich auch Gewinner. Zunächst geht es darum, innerhalb von 44 Minuten möglichst viele Runden auf der 2,15-Kilometer-Strecke zu drehen. Die besten Fahrer messen sich dann in einer entscheidenden Finalrunde, an deren Ende der „GFBO-Champion aller Klassen 2019“ steht, wie es vonseiten der Veranstalter heißt. Die Teilnehmer können dabei einzeln oder als Team antreten. Neben dem Sieger beim Rennen wird auch das beste Outfit mit einem Preis bedacht.

Ein zusätzliches Highlight stellt der 100-Meter-DFB-Pokal-Klappradsprint dar. Hieran nehmen 16 Fahrer teil, die vorher vom ehemaligen Werder-Profi Jonny Otten ausgelost werden. Im Gegensatz zum Hauptrennen starten hier alle Teilnehmer auf baugleichen Klapprädern, die vom Veranstalter gestellt werden.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Nach dem K.o.-Prinzip liefern sich die Fahrer Kopf-an-Kopf-Rennen, bis ein Gewinner feststeht – der sich dann mit einer fast baugleichen Kopie des DFB-Pokals fotografieren lassen darf, die von der Manufaktur Koch & Bergfeld Corpus gestellt wird, die auch die originalen Trophäen für DFB-Pokal, Uefa-Cup und Champions League schmiedet.

Parallel zum GFBO finden in der Umgebung auch das Wallfest und das Straßenkunst-Festival La Strada statt. Zusätzlich haben auch die Geschäfte am Sonntag geöffnet. Ab 9 Uhr können sich die Teilnehmer für das Rennen akkreditieren, um 14 Uhr ist Siegerehrung – in der Zwischenzeit verspricht das GFBO auch in diesem Jahr wieder Sportsgeist, Spannung und skurrile Unterhaltung.

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