Streik der Müllabfuhr in Bremen

Müllstreik endgültig vom Tisch

Vor Weihnachten wird es nun doch kein Müllchaos geben: Der Streik der Müllabfuhr ist vom Tisch. Die beiden Tarifparteien Verdi und Abfalllogistik Bremen (ALB) haben sich am Montag auf einen Kompromiss geeinigt.
17.12.2018, 19:25
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Müllstreik endgültig vom Tisch
Von Frank Hethey
Müllstreik endgültig vom Tisch

Die angedrohten Streiks der Müllabfuhr vor Weihnachten sind vorerst abgewendet.

Frank Thomas Koch

Das gefürchtete „Müllchaos“ vor Weihnachten bleibt aus – ein Streik bei der Müllabfuhr ist endgültig vom Tisch. Nachdem bereits am Freitag eine große Mehrheit der gewerkschaftlich organisierten Müllwerker für das verbesserte Arbeitgeberangebot gestimmt hatte, einigten sich die beiden Tarifparteien Verdi und Abfalllogistik Bremen (ALB) am Montag auf einen Kompromiss.

Danach soll der Monatslohn unter Anwendung der aktuellen Entgelttabelle des Tarifsvertrags für den öffentlichen Dienst (TVÖD) in zwei Schritten erhöht werden: ab 1. Januar 2019 um mindestens 2,89 Prozent und ab 1. April 2019 um mindestens 2,81 Prozent. Bei der Eingruppierung in die Entgeltstufe wird berücksichtigt, wie lange die früheren Nehlsen-Mitarbeiter bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber beschäftigt waren. Die Jahressonderzahlung soll nun bei 70 statt vorher 60 Prozent des Monatslohns liegen.

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Weiterhin orientiert sich der Zuschlag für Überstunden künftig an den TVÖD-Vorgaben, er liegt bei 30 Prozent ab der 40. Stunde. Eine Einigung gibt es auch beim Urlaub, der im ersten Beschäftigungsjahr bei 28 Tagen liegen soll, im zweiten Jahr bei 29 Tagen und im dritten Jahr bei 30 Tagen. Zugleich steigt der Arbeitgeberzuschuss zur freiwilligen Altersversorgung von 15 auf 50 Prozent.

Zu Beginn des kommenden Jahres soll das Einigungspapier in der Tarifkommission verabschiedet werden. Auf Grundlage des Papiers soll danach der Haustarifvertrag erstellt werden.

Mit Genugtuung reagierten die beiden ALB-Geschäftsführer auf die erzielte Einigung. „Wir freuen uns vor allem für die Bremerinnen und Bremer, dass es jetzt vor Weihnachten zu keinen Streikmaßnahmen gekommen ist,“ sagte Daniela Enslein. Ähnlich äußerte sich ihr Kollege Volker Ernst: "Für unsere Mitarbeiter und den Betriebsfrieden war es wichtig, dass wir die nunmehr mehrere Wochen andauernden Verhandlungen zu einer Einigung führen.“ Der Kompromiss war erst nach vier Verhandlungsrunden zustande gekommen. Im Falle des Scheiterns hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Streik vor Weihnachten gedroht.

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