Ein Jahr Verspätung

Vier neue Trinkwasserspender in Bremen

Mit einem Jahr Verspätung erhält Bremen vier neue Trinkwasserspender von SWB, Hansewasser und dem Umweltressort. Der erste wurde bereits im Mai 2019 am Anti-Kolonialdenkmal in Betrieb genommen.
14.05.2020, 06:05
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Von Lisa Urlbauer
Vier neue Trinkwasserspender in Bremen

In vielen Städten gehören Trinkwasserspender oder -brunnen zum Stadtbild.

Michael Hanschke/dpa

Fünf Trinkwasserspender werden in den nächsten Tagen in Bremen-Stadt und Bremen-Nord in Betrieb genommen. Die Zapfsäulen sollten bereits ab vergangenem Mai Trinkwasser spenden - in Betrieb genommen wurde aber lediglich ein Spender am Anti-Kolonialdenkmal an der Bürgerweide (wir berichteten). Organisatorische und bauliche Probleme hätten dafür gesorgt, dass der ursprünglich geplante Termin nicht eingehalten werden konnte, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Umweltressorts. Dann kam die Frostperiode: „Die Zapfsäulen waren zum Teil schon im Oktober und November fertig. Die Inbetriebnahme hätte dann aber keinen Sinn gemacht.“

Nun sollen auch die anderen vier Säulen Wasser spenden können – und zwar am Sedanplatz in Vegesack, an der Kreuzung Vegesacker Straße/Bremerhavener Straße in Walle, an der Schlengstraße in Hemelingen und am Ziegenmarkt in der Östlichen Vorstadt. Spätestens Anfang kommender Woche solle das Trinkwasser an allen Standorten sprudeln, so Tittmann. Unter der Leitung des Umweltressorts beteiligen sich die SWB und Hansewasser an der Finanzierung, die bei rund 60.000 Euro Investitionskosten und voraussichtlich 12.000 Euro Betriebskosten pro Jahr liegt.

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Die vergangenen Sommer waren heiß, die Prognosen für dieses Jahr sind ähnlich. Die hüfthohen, silbernen Quader sollen Abhilfe schaffen und Bremerinnen und Bremer auf Knopfdruck mit Trinkwasser versorgen. "Oft fehlt in Deutschland angesichts der sehr hohen Standards in der Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung das Bewusstsein, dass der Zugang zu sauberem und trinkbarem Wasser für viele Menschen nicht Standard ist", betont Umweltsenatorin Maike Schaefer (Grüne).

"Insbesondere obdachlose Personen sind darauf angewiesen. Ich bin daher sehr zufrieden, dass wir jetzt über das Stadtgebiet verteilt mehrere Trinkwassermöglichkeiten anbieten können.“Die Zapfsäule am Anti-Kolonialdenkmal und in Hemelingen liefen bereits, so Tittmann. Zuvor habe es dort eine Untersuchung vom Gesundheitsamt gegeben. Es sei unbedenklich, die Wasserspender zu benutzen; eine Übertragung von Viren über Schmierinfektionen schließe man aus. Außerdem seien Hinweisschilder mit Abstandsregeln angebracht worden.

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Die Zapfsäulen in Vegesack und Walle seien baulich abgeschlossen. Tittmann: „Die Brunnen stehen da und sind einsatzbereit. Sie müssen aber noch einmal beprobt werden und dann können sie in Betrieb gehen.“ Ein genaues Datum kann der Sprecher des Umweltressorts für diese Untersuchung nicht nennen. „Ich gehe davon aus, dass das diese Woche, spätestens nächste Woche passiert.“ An der Zapfsäule am Ziegenmarkt im Viertel gebe es noch bauliche Restarbeiten zu erledigen. Auch dort sei eine Fertigstellung bis zur nächsten Woche zu erwarten.

Das Thema Trinkwasser beschäftigt Bremen bereits seit einigen Jahren; in vielen anderen Städten gehören Wasserspender schon länger zum Stadtbild. „Wir haben sehr hohe Anforderung an Hygienestandards bei Frischwasser und Abwasser in Deutschland“, so Tittmann. „Das macht die Sache schwierig, da muss man eine ganze Menge an Vorschriften beachten und einhalten. Außerdem mussten wir schauen, wer an dieser Stelle die Kosten übernimmt.“ Für fünf Wasserspender habe man eine Lösung finden können. „Wir müssen prüfen, ob noch weitere aufgestellt werden können“, so Tittmann.

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