Sozialdeputation tagt

Neue Förderung für Jugendarbeit in Bremen

Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit stadtweiter Bedeutung sollen künftig aus einem eigenen Budget bezahlt werden. Diskutiert wird aber noch über die Kriterien, die ein Angebot dafür qualifiziert.
04.06.2020, 05:00
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Neue Förderung für Jugendarbeit in Bremen
Von Timo Thalmann
Neue Förderung für Jugendarbeit in Bremen

Der Skatepark in der Überseestadt wäre ein Kandidat für den zentralen Fördertopf. Er zieht Besucher aus ganz Bremen an.

Roland Scheitz

Ein neuer, zentraler Fördertopf für die offene Kinder- und Jugendarbeit ist an diesem Donnerstag ein Thema in der Sozialdeputation. Mit den neuen Mitteln sollen künftig Angebote finanziert werden, die über ihren jeweiligen Stadtteil hinaus Besucher finden. Kandidaten für die Förderung wären unter anderem beispielsweise die Kinder- und Jugendfarm Habenhausen, die Zirkusschule Jokes in der Neustadt oder der Sportgarten mit seinem Skatepark in der Überseestadt.

Bislang ist die Förderung der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit ihren Angeboten für Jedermann in Bremen ausschließlich dezentral organisiert. Die dafür vorgesehenen Mittel – 2019 gab es dafür insgesamt rund 7,9 Millionen Euro – werden über einen komplexen Verteilungsschlüssel mit zahlreichen Kriterien an die Stadtteile überwiesen. Dort entscheiden sogenannte Controlling-Ausschüsse über die Vergabe der Mittel. Von den sechs Mitgliedern kommen zwei vom jeweiligen Ortsbeirat, zwei entsenden die Träger der Jugendarbeit vor Ort, zwei stammen vom Amt für soziale Dienste (AfSD).

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Der von der Bürgerschaft bereits prinzipiell beschlossene zentrale Fördertopf für Angebote, die über den jeweiligen Stadtteil hinaus ausstrahlen, ist eine langjährig vorgebrachte Forderung aus nahezu allen Beiräten – auch weil zwischen den beantragten Mitteln und den vorhandenen Budgets zuletzt große Lücken klafften. Die Differenz für 2020 betrug in Obervieland beispielsweise knapp 80 000 Euro, in Hemelingen war von insgesamt 75 000 Euro Unterdeckung die Rede, in Huchting wurden 97 000 Euro weniger bewilligt als beantragt. Als Folge mussten zahlreiche Angebote eingestellt oder verkleinert werden.

Von einem neuen zentralen Fördertopf versprechen sich die Beteiligten deswegen vor allem eine Entlastung der knappen Stadtteilbudgets. Die genaue Höhe ist aufgrund des derzeit noch nicht beschlossenen Haushalts aber unklar. Rund eine Million Euro beträgt die angepeilte Größenordnung. Zugleich sollen die bisherigen Mittel für die offene Kinder- und Jugendarbeit in ihrer Höhe erhalten bleiben.

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Gegenstand weiterer Diskussionen sind die Kriterien, nach denen ein Angebot als überregional eingestuft wird. Eine eigens eingerichtete Arbeitsgruppe des Jugendhilfeausschusses hat dazu einen Vorschlag erarbeitet, der jetzt erstmals in der Sozialdeputation vorgestellt wird. Darin wird unter anderem verlangt, dass ein Angebot stadtweit mit mindestens drei Trägern außerhalb des Standortstadtteils kooperieren muss, um in den Genuss der Förderung zu kommen. Außerdem muss das Angebot kostenlos sowie inklusiv sein und für alle Geschlechter und Kulturen offen stehen.

Ebenfalls noch ungeklärt ist, wer über die Vergabe der Mittel entscheidet. Hier kursieren noch unterschiedliche Modelle. Zur Diskussion steht unter anderem ein neues, eigenes Gremium, das sich ähnlich wie die Controlling-Ausschüsse in den Stadtteilen zusammensetzt. Das hieße Vertreter aus der Politik – in diesem Fall aus der Bürgerschaft – plus Mitarbeiter des Amtes für soziale Dienste sowie Vertreter aus den Reihen der Träger der Jugendarbeit.

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