Ausgezeichnete Grundschulen Ohne Auto zur Grundschule

Immer mehr Eltern chauffieren ihre Kinder im Auto zur Schule. Nun wurden Grundschulen ausgezeichnet, die ihre Schüler ermutigen, den Schulweg selbstständig zurückzulegen.
14.01.2019, 19:18
Lesedauer: 2 Min
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Von Kim Torster

Als Verena Nölle vor fünfzehn Jahren die Initiative Schulexpress gründete, hatte sie die Begriffe Helikopter-Eltern und Eltern-Taxi noch nie gehört. Damals, sagt sie, war die Quote derjenigen Eltern, die ihre Kinder täglich mit dem Auto zur Schule fahren mit rund 20 Prozent vergleichsweise niedrig. Und dennoch stauten sich die Autos an der Grundschule ihrer Kinder. Eine Situation, die auch die Sicherheit der Kinder, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad kamen, gefährdete.

Mittlerweile hat sich die Anzahl der Eltern-Taxis verdoppelt – obwohl die Initiative bis heute bereits 14 sogenannte Schulexpress-Haltestellen eingerichtet hat: Treffpunkte, an denen sich Grundschüler sammeln können, um anschließend gemeinsam zur Schule gehen. Deshalb hat die Initiative vergangenen Sommer die Aktion „Aktiv und sicher zur Schule“ ins Leben gerufen, bei der auch die Unfallkasse Bremen, die Polizei, der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC), der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) und die Bildungssenatorin mitwirkten. Anlässlich eines Wettbewerbs wurden Grundschüler dazu ermutigt, den Schulweg eigenständig zurückzulegen: Jedes Mal, wenn ein Kind zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule kam, bekam es zur Belohnung einen Stempel auf eine Karte.

Nun wurden die Gewinnerschulen ausgezeichnet: Die Grundschulen Grambke, Burgdamm, Buntentorsteinweg, Osterhop, Pulverberg, Uphuser Straße, Freiligrathstraße, Oberneuland, An der Gete und Philipp-Reis-Straße konnten teilweise Klassen vorweisen, die zwischen August und November ihre Schulwege zu 100 Prozent autofrei bestritten. Als Preise wurden Fahrradhelme, Gesellschaftsspiele zum Thema Verkehr und Abos der WESER-KURIER-Kinderzeitung an die Schulen verteilt.

Nölle, selbst Mutter von vier Kindern, kann nicht nachvollziehen, dass so viele Eltern ihre Kinder täglich mit dem Auto zur Schule fahren. Zudem würden sich viele Eltern dabei häufig rücksichtslos verhalten. Im vergangenen September fuhr ein Vater bei Bielefeld einem Mädchen über den Fuß, als er seine Kinder vor der Schule absetzen wollte.

Viele Argumente würden dafür sprechen, Kinder allein zur Schule gehen lassen, sagt Nölle. Kinder, die sich auf ihrem Schulweg bewegt haben, seien im Unterricht konzentrierter und ausgeglichener, heißt es zum Beispiel in einem Informationsschreiben der Bildungssenatorin. Die Initiative Schulexpress wirbt zudem damit, dass ein eigenständig zurückgelegter Schulweg das Selbstbewusstsein der Kinder fördere und Erfahrungen im Umgang mit dem Straßenverkehr gebe. Es sei „der einfachste Weg, sie selbstständig und stark zu machen“, sagt Nölle. Unfälle aber, würden vor allem dann passieren, wenn sich die Autos vor den Schulen stauten.

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